Tag: Holocaust

27. Januar: Kein einfaches Gedenken

Von Alexander Jahns Meine Großmutter war zweieinhalb Jahre alt, als sich im September 1941 der Kessel um ihre Geburtsstadt Leningrad schloss. Durch einen Zufall befand sie sich während der Belagerung in Sicherheit: Sie verbrachte die Sommerferien 1941 im heutigen Weißrussland, als mit dem „Unternehmen Barbarossa“ der Deutsche Vernichtungskrieg im Osten begann. Fortan verbrachte sie den




Ich bin kein Nazi, aber …

Von Peter Porsch Wie oft höre ich das. Aber was nach dem „aber“ kommt, verstört mich. Es verstört mich politisch und grammatisch. In der Grammatik gilt „aber“ als adversative Konjunktion. Das heißt, sie leitet nach der ersten Aussage zumindest eine die erste Aussage einschränkende oder ihr gar widersprechende Aussage ein. In unserem Fall verwahrt man




Schlaglichter auf jüdisch-christlich-muslimische Geschichte

von Florian Illerhaus Am 26. Mai fand in den Räumen des Brückenbauer Chemnitz e.V. in Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung eine besondere Veranstaltung statt. In der Vergangenheit hatte ich bereits mehrere religionswissenschaftliche Vorträge und Diskussionen gemeinsam mit der RLS durchgeführt, doch ging es in der Regel um die Themenfelder Islam, Islamismus und Antimuslimischer Rassismus. Das Publikum




Erinnern statt vergessen!

von René Lindenau Im Februar 1937 lebten 499 Menschen jüdischen Glaubens in Cottbus. Nach der erneuten Gründung einer Jüdischen Gemeinde (1998) sind es nunmehr etwa 420. Die nationalsozialistischen Machthaber verursachten eine Auswanderungswelle, wobei die jüdischen Bürgerinnen und Bürger zur Zahlung einer „Reichsfluchtsteuer“ verpflichtet waren. So emigrierten allein am 1. Oktober 1936 34 Juden aus Cottbus.




„Kameraden, hört auf mich. Wir sind frei! FREI!“

von Simone Hock So schallte es am 11. April 1945 um 15:30 Uhr durch die Lautsprecheranlage des Konzentrationslagers Buchenwald. Nach einem Aufstand durch bewaffnete Widerstandsgruppen der Häftlinge hatten diese die Kontrolle über das Lager übernommen und sicherten es bis zum Eintreffen der amerikanischen Truppen zwei Tage später. Ich war am 29. September 1987 zum ersten




Interview mit Küf Kaufmann

„So eine Intoleranz ist mir sehr sympathisch!“ Die Fragen stellten Rico Schubert und Kevin Reißig. 1989 zählte die Israelitische Religionsgemeinschaft in Leipzig nur noch etwa 30 Mitglieder. Heute ist sie mit 1.300 Mitgliedern die größte Gemeinde Sachsens. Der in der Sowjetunion geborene Autor, Regisseur und Kabarettist Küf Kaufmann hat ihren Vorsitz inne. „Links!“ befragte den




Auch eine Frage der Definition? – Israel im Diskurs der Linken

„Was von den Gaskammern in Birkenau übrig geblieben ist“, Image via Wikipedia ein Auftakt zur Debatte in 6 Juni 2008 von Jayne-Ann Igel Rund um den 60. Jahrestag der Gründung des Staates Israel ist die Debatte über das Verhältnis der Linken zu Israel neu aufgeflammt. Sowohl innerhalb als auch zwischen den verschiedenen Strömungen der Linken