Tag: Dresden

„Neustadt – das ist der radikale Teil“

Von Holger Czitrich-Stahl Rosa Luxemburgs gewaltsamer Tod vor 100 Jahren am 15. Januar 1919 führte in den letzten Monaten zu einem spürbar gewachsenen Interesse an Leben und Werk der großen Denkerin und Revolutionärin, deren faszinierende Persönlichkeit immer stärker auch das Bürgertum zu ergreifen scheint. Das ist an der opulenten, aber diskussionsbedürftigen Biographie von Ernst Piper




Mit der Kulturhauptstadt gegen den Kulturnarzissmus

Von Jochen Mattern Durch die montäglichen Aufmärsche von „Pegida“ und die fremdenfeindlichen Ausschreitungen ist Sachsen in den Blick der Öffentlichkeit geraten, und das weltweit. Den Sachsen selbst ist die Aufmerksamkeit unwillkommen. Sie klären strittige Angelegenheiten lieber unter sich; Einmischung von außen ist unerwünscht. An der öffentlichen Debatte über ihr kollektives Selbstverständnis hat der Unmut über




„Die Revolution ist großartig, alles andere ist Quark.“

Kristin Dänhardt über die Ehrung zum 100. Todestag von Rosa Luxemburg Am 15. Januar 2019 jährte sich zum 100. Mal die Ermordung Rosa Luxemburgs. Das gab den Anlass, eine Sammlung von Zeugnissen aus Rosas Wirken in Dresden zu veröffentlichen. Unter dem Titel „Neustadt – das ist der radikale Teil. Rosa Luxemburg in Dresden“ erschien eine




„Aufstehen“ kommt in Dresden nicht auf die Beine

Von Ralf Richter Es war das dritte Treffen am 13. Dezember der Regionalgruppe Aufstehen Dresden und Umland im noblen Coselpalais gleich neben der Frauenkirche. Und es kamen kaum noch Zuhörer. Von den über 200, die beim ersten Treffen im Oktober gekommen waren, erschienen keine hundert. Kritik, etwa dass man nach drei Monaten weitestgehend unsichtbar und




Solidarität ist #unteilbar

Von Caren Lay Der gesellschaftliche Rechtsruck ist allgegenwärtig. Angesichts der Wahlergebnisse in Bayern, den starken Umfrageergebnissen der AfD, den rechten Mobs in Chemnitz und Köthen sowie der Verrohung der Sprache auf der Straße, aber auch in den Parlamenten, mag das wohl kaum jemand bestreiten. Gerade in Sachsen können wir ein Lied von diesem Rechtsruck singen!




Sechste Polnisch-Deutsche Kulturtage in Dresden

Polnische Kulturtage in Dresden gibt es schon lange. Ein wenig wundert man sich, dass ausgerechnet zum 100. Tag der Staatsgründung Polens in Sachsens einziger deutsch-polnischen Stadt Görlitz/Zgorzelec so gar nichts passiert. Aus der Stadtverwaltung Görlitz wird immerhin vermeldet: „Am 11. November, dem Unabhängigkeitstag in Polen, wird wieder eine zentrale Gedenkfeier in unserer Partnerstadt Zgorzelec stattfinden.




Schwach

Ralf Richter über die Rassismus-Ausstellung im Dresdner Hygienemuseum Rassismus – die Erfindung von Menschenrassen. Unter diesem Titel ist bis Anfang Januar 2019 eine Ausstellung im Dresdner Hygienemuseum zu sehen. In vier Abteilungen werden im Wesentlichen folgende Fragen behandelt: Wie unterschiedlich sind wir? Wo sehen wir „Rassen“? Wer sind wir bzw. die anderen? Und letztlich: Wie




Vor 75 Jahren verstorben: Alice Rühle-Gerstel

Als älteste Tochter einer Kaufmannsfamilie der deutsch-jüdischen Bevölkerungsminderheit am 24. März 1894 in Prag geboren, besuchte Alice Gerstel ein deutsch-sprachiges Lyzeum und legte 1912 am deutschen Lehrerinnen-Seminar die Staatsprüfung für Musik ab. In den literarischen Zirkeln in Prag diskutierte sie über die neuesten philosophisch-ästhetischen Theorien. Sie holte das Abitur nach, begann 1917 Germanistik und Philosophie




Arbeitsmarktpolitik absurd

Von Katja Kipping Am 10. April traf ich mich mit Marion Schuldt von den Euro Schulen Dresden und Frau Dr. Buder von Jugend Arbeit Bildung e. V. Beide Träger bieten Maßnahmen für Langzeiterwerbslose an, bei denen – aus verschiedenen Gründen – eine Vermittlung in den 1. Arbeitsmarkt eher unwahrscheinlich ist. Viele dieser Maßnahmen sind nun




Alain Badiou an der TU Dresden

Von Ralf Richter Gleich am Eingang fällt es einem Gast im Vortragssaal auf, Minuten bevor das Gespräch mit dem französischen Philosophen beginnt: „Sein so viel diskutiertes neues Buch ,Versuch, die Jugend zu verderben‘ fehlt auf dem Büchertisch!“, bemerkt der ältere, aus den alten Bundesländern stammende Herr zu seiner Frau missmutig – und zieht es liebevoll