Tag: DDR

Kulturgeschichte der DDR in drei Bänden

Karsten Krampitz sprach mit Autor Gerd Dietrich Was waren die Beweggründe, dieses monumentale Werk zur Kulturgeschichte eines untergegangenen Landes vorzulegen? Ich fühlte gewissermaßen eine innere Verpflichtung nach drei Seiten. Erstens weiß ich als Historiker um das Desiderat: Es gibt drei umfassende Kulturgeschichten der Bundesrepublik Deutschland, die DDR kommt darin kaum vor. Es war an der




Zum zweiten und letzten Mal gewann ein Franzose die Friedensfahrt

Von Ralf Fiebelkorn Von 1948 bis 2004 und 2006 gehörte der Monat Mai dem Radsport, mit der Internationalen Friedensfahrt, dem „Course de la Paix“. Im Interview mit dem „Neuen Deutschland“ antwortete der Präsident des Internationalen Radsportverbandes (UCI) Anfang Mai 1969 auf die aus heutiger Sicht vielleicht abgehobene Frage: „Herr Präsident, glauben Sie, daß die Friedensfahrt




Schaut auf diesen Staat

Leipziger Jour fixe debattiert und reflektiert die Kulturgeschichte der DDR mit dem Berliner Historiker Prof. Dr. Gerd Dietrich. Von Michael Zock Schaute man sich vor Beginn dieses nunmehr 44. unkonventionellen Gesprächskreises der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen um, dann war an diesem Abend vieles anders. Eine neue Adresse im Süden Leipzigs lud ein: die stadtbekannte Kulturlocation „Horns Erben“,




Ausarbeitung und Ratifizierung des Grundgesetzes im Rahmen des Besatzungsstatutes

Von Prof. Dr. Kurt Schneider Geleitet von den durch den Kalten Krieg geprägten Zielen der amerikanischen Europapolitik, unter ihrer Führung Westeuropa auf vertraglicher Grundlage wirtschaft- und militärpolitisch zu einen, wurde die Deutschlandpolitik der westlichen Besatzungsmächte dieser strategischen Neuorientierung angepasst. Westdeutschland sollte im Sinne der Truman-Doktrin ein „Schutzwall gegen den Kommunismus“ werden. Dafür wurde die Trizone




„Holleri du dödel di“ – Aufbruch im Osten

Von Luise Neuhaus-Wartenberg „Da habe ich was in der Hand! Da hab‘ ich was Eigenes! Da hab ich mein Jodeldiplom!“ Was Loriot hier scherzhaft meint, ist in Wahrheit eigentlich eine ernste Sache. Und es ist vor allem für Ostdeutsche eine Herzensangelegenheit. Es ist natürlich nicht die Rede vom Jodeldiplom, sondern zum einen von der Tatsache,




Widersprüche in der LINKEN

Stefan Hartmann, Mitglied des Parteivorstands der LINKEN, reagiert auf Ralf Becker Das Lesen der ersten Ausgabe unserer Landeszeitung in diesem Jahr erinnerte mich an Wilhelm Busch. Mit „Ach was muß man oft von bösen Kindern hören oder lesen! …“ begann dieser seine Verse über „Max und Moritz“. In Ralf Beckers Artikel „Neoliberalismus im Mantel der




Kalkulierte Amnesie?

Wie die Leistungen der Leipziger Herzchirurgie zu DDR-Zeiten ins Vergessen befördert werden. Von Wulf Skaun Das Herzzentrum Leipzig, Teil der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig, besitzt in der Fachwelt einen exzellenten Ruf. Herzchirurg Professor Friedrich-Wilhelm Mohr, 1994 dessen Gründungsvater und bis 2017 Ärztlicher Direktor, hat daran einen hohen persönlichen Anteil. Seine Auszeichnung Ende Januar 2019




Peter Sodann schreibt Genossenschaftsgeschichte

Von Ralf Richter Eines steht fest: In Staucha bei Lommatzsch wurde am 17. November Genossenschaftsgeschichte geschrieben. Eine Bibliothek als Genossenschaft? So etwas hat es in der deutschen Geschichte noch nicht gegeben! Bei schönstem Sonnenschein und allen Unkenrufen der Lokalpresse zum Trotz versammelten sich in einer Scheune in Staucha um die hundert Personen, um eine Genossenschaft




Liebknechts Enkeltöchter in Leipzig

Von Dr. Volker Külow Die Liebknechts haben deutsche Geschichte geschrieben. Zugleich wurden sie wie nur wenige Familien von den Wirren der Zeit und diversen Schicksalsschlägen gezeichnet, von denen die Ermordung Karl Liebknechts – zusammen mit der Rosa Luxemburgs – am 15. Januar 1919 der tragischste war. Nur wenige Wochen vor dem 100. Jahrestag des folgenreichsten




Ich will meine Akte!

„Wie westdeutsche Geheimdienste Ostdeutsche bespitzeln“: Ralf Richter hat einen Buchtipp Der Buchtitel des Autors Robert Allertz führt auf den Holzweg. Denn wer nun etwa gespannt ist zu lesen, „Wie westdeutsche Geheimdienste Ostdeutsche bespitzeln“, erfährt das gerade nicht. Für Sächsinnen und Sachsen – insbesondere solche aus dem Bezirk Dresden – ist das Buch dennoch äußerst interessant,