Category: Kultur

Ein Sommer der Solidarität

Von Bruno Rössel und Maximilian Becker In den letzten Jahren hat sich der politische Diskurs dramatisch nach rechts verschoben. Was gestern noch als unsagbar galt, wird heute offen ausgesprochen. Rassismus und Menschenverachtung sind gesellschaftsfähig geworden. Angesichts dieses politischen Klimas kann die Bedeutung der Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen nicht hoch genug eingeschätzt werden. Vor




Keep On Singing!

Jens-Paul Wollenberg würdigt Van Morrison „You’re Driving Me Crazy“ lautet der Titel eines Albums, das Van Morrison gemeinsam mit dem Jazztrompeter und Orgelspieler Joey Defrancesco 2018 auf den Markt brachte. Im Klappcover des Albums sieht man einen offenbar sehr gut gelaunten Van Morrison, der sich schenkelklopfend im Nadelstreifenanzug präsentiert, offensichtlich wegen der gelungenen Produktion der




Eine Frage der Sichtbarkeit

Katja Kipping über Selbstermächtigung und das Theaterstück „In meinem Namen“ „Ich habe eine Bitte. Könnten Sie bei Ihrer Rede zum Frauentag nicht in meinem Namen sprechen und sagen, Jana Lenauer unterstützt diese Position?“ Mit dieser Bitte wandte sich vor einer Weile eine Dresdnerin an mich. Zuvor hatte sie mir berichtet, dass sie als Performerin an




Kulturgeschichte der DDR in drei Bänden

Karsten Krampitz sprach mit Autor Gerd Dietrich Was waren die Beweggründe, dieses monumentale Werk zur Kulturgeschichte eines untergegangenen Landes vorzulegen? Ich fühlte gewissermaßen eine innere Verpflichtung nach drei Seiten. Erstens weiß ich als Historiker um das Desiderat: Es gibt drei umfassende Kulturgeschichten der Bundesrepublik Deutschland, die DDR kommt darin kaum vor. Es war an der




Sachsen als modernes Bildungsland

Nötig sind andere Schulen und eine Bildungsreform von unten, sagt die LINKE Bildungspolitikerin Cornelia Falken Bildung erwerben wir nicht allein wie Robinson auf der Insel, sondern zusammen mit anderen – mit denen wir in Konflikt geraten, aber auch Aufgaben gemeinsam lösen können, mit denen wir uns deshalb über die Regeln des Zusammenleben, in der Schule




Schaut auf diesen Staat

Leipziger Jour fixe debattiert und reflektiert die Kulturgeschichte der DDR mit dem Berliner Historiker Prof. Dr. Gerd Dietrich. Von Michael Zock Schaute man sich vor Beginn dieses nunmehr 44. unkonventionellen Gesprächskreises der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen um, dann war an diesem Abend vieles anders. Eine neue Adresse im Süden Leipzigs lud ein: die stadtbekannte Kulturlocation „Horns Erben“,




5 Tage Bildungszeit für Sachsen!

Von Christopher Colditz In 14 der 16 Bundesländer haben die Arbeitnehmer*innen einen Anspruch auf jährlich fünf Tage Freistellung für individuelle Fortbildung. Nur zwei haben dies nicht, Bayern und Sachsen – wenig überraschend, bei derart konservativen Landesregierungen. Der sächsische Bezirk des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat nun eine Kampagne gestartet, um diesen Missstand zu ändern. Die Bildungszeit beschreibt




Die demokratischen Potenzen des Grundgesetzes

Von Winfried Steffen Vom Parlamentarischen Rat in Bonn am 8. Mai 1949 mit 53 gegen zwölf Stimmen verabschiedet, am 12. Mai von den Militärgouverneuren der westlichen Besatzungsmächte gebilligt, von den westdeutschen Länderparlamenten vom 16. bis 22. Mai ratifiziert, wurde das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland vom Präsidenten des Parlamentarischen Rates, Dr. Konrad Adenauer, als rechtskräftig




Politischer Kulturschock

Jens-Paul Wollenberg über „Biermösl Blosn“, die Wiedergeburtshelfer der bayrischen Volksmusik Die Wiedergeburt des deutschen Volkslieds, beziehungsweise das deutsche Volksmusik-Revival, war von Anfang an mit linksorientierten Attributen verbunden und fand ein beachtliches Echo in der 68er Bewegung. Es waren überwiegend Jugendliche, die sich gegen Aufrüstung, Atomwaffen und drohende Notstandsgesetze öffentlich engagierten. Besonders die Liedersammlung „Deutsche Volkslieder




Mit der Kulturhauptstadt gegen den Kulturnarzissmus

Von Jochen Mattern Durch die montäglichen Aufmärsche von „Pegida“ und die fremdenfeindlichen Ausschreitungen ist Sachsen in den Blick der Öffentlichkeit geraten, und das weltweit. Den Sachsen selbst ist die Aufmerksamkeit unwillkommen. Sie klären strittige Angelegenheiten lieber unter sich; Einmischung von außen ist unerwünscht. An der öffentlichen Debatte über ihr kollektives Selbstverständnis hat der Unmut über