Category: Kunst

Ein Sommer der Solidarität

Von Bruno Rössel und Maximilian Becker In den letzten Jahren hat sich der politische Diskurs dramatisch nach rechts verschoben. Was gestern noch als unsagbar galt, wird heute offen ausgesprochen. Rassismus und Menschenverachtung sind gesellschaftsfähig geworden. Angesichts dieses politischen Klimas kann die Bedeutung der Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen nicht hoch genug eingeschätzt werden. Vor




Keep On Singing!

Jens-Paul Wollenberg würdigt Van Morrison „You’re Driving Me Crazy“ lautet der Titel eines Albums, das Van Morrison gemeinsam mit dem Jazztrompeter und Orgelspieler Joey Defrancesco 2018 auf den Markt brachte. Im Klappcover des Albums sieht man einen offenbar sehr gut gelaunten Van Morrison, der sich schenkelklopfend im Nadelstreifenanzug präsentiert, offensichtlich wegen der gelungenen Produktion der




Kulturgeschichte der DDR in drei Bänden

Karsten Krampitz sprach mit Autor Gerd Dietrich Was waren die Beweggründe, dieses monumentale Werk zur Kulturgeschichte eines untergegangenen Landes vorzulegen? Ich fühlte gewissermaßen eine innere Verpflichtung nach drei Seiten. Erstens weiß ich als Historiker um das Desiderat: Es gibt drei umfassende Kulturgeschichten der Bundesrepublik Deutschland, die DDR kommt darin kaum vor. Es war an der




Bluesgetränkte Rockröhre

Jens-Paul Wollenberg über einen Ausnahmemusiker, der im Herbst 70 Jahre alt wird und auch politisch viel zu sagen hat: Bruce Springsteen Den meisten bekannt ist Bruce Springsteen durch das 1984er Album „Born in the USA“, das auch zu DDR-Zeiten beim staatlichen Label „AMIGA“ als Lizenzplatte erschien. Dass es dabei jedoch um eine sehr kritische Auseinandersetzung




Von Brudervölkern und Brüdern

Ralf Richter mit dem diesjährigen Leipziger Buchmessereport Alles sollte frisch sein beim diesjährigen Gastland Tschechien auf der Leipziger Buchmesse. So wie heute die Geschichte „Deutschlands“ in Politikerreden zumeist 1949 beginnt – und fast ausschließlich westdeutsche Geschichte meint – so beginnt die neue tschechische Geschichte 1990 und blendet aus, dass die Geschichte 1990 nicht als tschechische,




Die Affäre Deutsch

Leipziger Jour fixe blickt mit Burkhard List (Wien) hinter die Kulissen des NS-Raubkunstskandals. Von Wulf Skaun Jour fixe international: Die Leipziger Buchmesse und ein Arrangement mit dem Eulenspiegel-Verlag machen die Novität möglich. Im Café Kleine Träumerei begrüßt der 43. unkonventionelle Gesprächskreis der RLS Sachsen den österreichischen Journalisten und Autor Burkhard List (Jahrgang 1949). Ein Wiener




Reggae – unverwüstlich

Eine Reise vom Ska bis zu Jürgen Kerth mit Jens-Paul Wollenberg Bereits in den Sechzigern breitete sich eine bemerkenswerte Spannbreite von Musizierweisen in der populären Unterhaltungsmusik aus. Sie revolutionierte die bis dahin vertrauten Strukturen des Rock’n’Roll und des Beats. Bluesorientierte Rückbesinnung, folkige Einflüsse aus Irland, den USA und Kanada, Bluegrass oder Country sorgten auf einmal




Joni Mitchell wurde 75

Jens-Paul Wollenberg würdigt die kanadische Liedermacherin Jon Mitchell gehört neben Judy Collins, Joan Baez, Buffy Sainte Marie und Odetta zweifelsohne zu den wichtigsten Liedermacherinnen Nordamerikas. Ihr Repertoire besteht hauptsächlich aus politisch gefärbten Folksongs mit pazifistisch geprägten Textinhalten. Roberta Joan Anderson – so ihr eigentlicher Name – wurde 1943 in einem kleinen Vorort Torontos als Tochter




Neues vom Herrn b

Jour fixe 37 widmet sich Stephen Parkers neuer Brecht-Biographie. Von Wulf Skaun Haben wir mit Mittenzwei, Hecht, Schumacher und Co. nicht schon zu DDR-Zeiten alles über Bert Brecht gewusst? Die 37. Runde des Leipziger „unkonventionellen Gesprächskreises“ Jour fixe an der RLS Sachsen belehrt uns eines anderen. Im beinahe privatimen Café-Ambiente der „Kleinen Träumerei“, für den




„Die Wölfe sind zurück“

Von René Lindenau Kunst ist im besten Sinne nicht nur Genussmittel, sondern auch Mittel zum Zweck; sie soll Denkprozesse in Gang setzen, auf gesellschaftliche Missstände und Gefahren hinzuweisen sowie für deren Beseitigung zu mobilisieren. Davon lässt sich offenbar der Künstler Rainer Opolka in seinem Engagement gegen Rechtsextremismus leiten. Schon 2014 wurden er und sein Bruder