Vor 25 Jahren verstorben: Maria Krollmann

Von Prof. Dr. Kurt Schneider

Geboren am 15. Januar 1904 in Wanne-Eickel unter dem Mädchennamen Maria Burbaum, arbeitete sie nach einer kaufmännischen Lehre als Kontoristin und Stenotopistin. Bereits als 16-jährige trat sie der USPD und Ende 1920 der KPD bei. 1926 heiratete sie den KPD-Funktionär Erich Krollmann. Zeitweise gehörte sie dem Sekretariat der BL-Wasserkante an. 1929 wurde sie Abgeordnete der Hamburger Bürgerschaft.

Von Januar 1933 bis Februar 1934 besuchte sie die Internationale Leninschule in Moskau. Danach kehrte sie unter dem Decknamen „Hertha“ über Prag nach Deutschland zurück und übernahm wichtige Funktionen in der illegalen antifaschistischen Widerstandsarbeit, zunächst ab Juni 1934 als Instrukteurin bzw. Oberberaterin und Leiterin der KPD-Bezirksorganisation Leipzig, die sieben Unterbezirke umfasste. In dieser Zeit ging es im wesentlichen darum, die Parteiorganisationen im Bezirk weiter zu festigen, neue Zellen in den Betrieben zu schaffen, sozialdemokratische und parteilose Arbeiter für den gemeinsamen Kampf gegen den Faschismus zu gewinnen und die propagandistische und agitatorische Arbeit zu verstärken. Als jedoch ein Führungsmitglied den Misshandlungen der Gestapo nicht standgehalten hatte, kam es in Leipzig innerhalb weniger Monate zu zahlreichen Verhaftungen.

Danach war „Hertha“ als Oberberaterin für die Anleitung der illegalen KPD-Bezirksleitungen in Stuttgart, Frankfurt/M. und Mannheim tätig. Im Januar 1935 wurde sie in Mannheim verhaftet, am 4. Oktober 1935 in Leipzig vom 1. Senat des „Volksgerichtshofs“ zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt und ins Zuchthaus Jauer eingeliefert. Als Ende April 1945 die Befreiung der Inhaftierten erfolgte, kehrte sie nach Lübeck zurück.
Hier, in Schleswig-Holstein, gehörte Maria Krollmann bald zu den Spitzenfunktionären der KPD. Als sie jedoch Anfang der 50er Jahre die nunmehr totale Unterordnung der KPD unter die SED kritisierte, wurde sie daraufhin 1952 wegen „parteischädigendes Verhalten“ aus der KPD ausgeschlossen. Zugleich wurde sie als langjährige Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in Lübeck abgelöst. 1956 wurde sie in die SPD aufgenommen. Bis 1973 war sie ehrenamtliche Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt in Lübeck, wo sie am 13. Mai 1994 verstarb.