Ernst Thälmann – ein Vermächtnis

Gedenken zum 133. Geburtstag von Ernst Thälmann am 17. April 2019 in Chemnitz
Von Raimon Brete

Mit den prophetisch zu nennenden Worten „Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“ appellierte Ernst Thälmann bereits 1932 an die Deutschen, mit Bedacht Entscheidungen zur Reichstagswahl zu treffen. Vergebens! Der erste Mann der Kommunistischen Partei Deutschlands sah mit klarem Blick und gestützt auf eine marxistische Analyse der Machtverhältnisse in Deutschland, wie das Unheil heraufzog. Es kostete 60 Millionen Menschen das Leben, zerstörte Städte und Dörfer, vernichtete ganze Landstriche.

Thälmann, erbitterter Gegner der Faschisten und leidenschaftlicher Kämpfer für eine antifaschistische Einheitsfront, wurde unmittelbar nach dem Machtantritt der schwarzen und braunen Banden 1933 verhaftet, in Bautzen eingekerkert und 1944 im Konzentrationslager Buchenwald erschossen. Seine Mörder lebten unbehelligt in der Bundesrepublik.

Heute wird öffentlich vor allem derer gedacht, die erst zum Ende des mörderischen Zweiten Weltkrieges über ein gewaltsames Ende Adolf Hitlers nachdachten und leider erfolglos handelten. Hitlers Generäle, Ministerialräte, Blutrichter und Staatsanwälte blieben in der Bundesrepublik weitgehend in Amt und Würden. Globke und Lübke sind nur ein Synonym dafür. Nach 1989 wurden viele Denkmäler und Erinnerungsstätten von Antifaschisten geschleift, Straßen und Plätze sowie Schulen, die ihren Namen trugen, unbenannt. Auch damit wurde der Kampf gegen den Faschismus mit seinen heutigen Folgen infrage gestellt.