Gedanken zum Welt-Down-Syndrom-Tag

Von Kathleen Noack

Am 21. März wird der Welt-Down-Syndrom-Tag begangen. Warum ausgerechnet an diesem Tag? Es ist der 21.03. – beim Down-Syndrom, das auch Trisomie 21 genannt wird, ist das 21. Chromosom 3-fach vorhanden. Vielerorts finden an diesem Tag Veranstaltungen statt, die aufmerksam machen und aufklären sollen. Das Down-Syndrom ist eines der verbreitetsten angeborenen Syndrome. Man findet es überall auf der Welt sowie in allen ethnischen Gruppen und Bevölkerungsschichten. Insgesamt leben weltweit etwa fünf Millionen Menschen damit, und alle drei Minuten kommt ein Baby mit Down-Syndrom zur Welt.

Damit Menschen mit Down-Syndrom teilhaben können, brauchen sie andere Menschen, die ihnen etwas zutrauen, die sich trauen, sie kennenzulernen oder sie überhaupt zu bekommen. Schwangere, bei denen im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik festgestellt wird, dass ihr Baby das Down-Syndrom hat, werden häufig zu wenig darüber aufgeklärt und wenn überhaupt, dann nur an den Defiziten orientiert. Das und möglicherweise sozialer Druck aus dem Umfeld bringt Frauen häufig dazu, sich gegen ihr Baby mit Down-Syndrom zu entscheiden und die Schwangerschaft abzubrechen.

Im Jahr 1866 beschrieb der englische Arzt John Langdon Down erstmals Menschen mit den typischen Merkmalen und erkannte diese als Syndrom. Somit unterschied er diese Menschen von anderen Menschen mit geistigen Behinderungen. Auch die Lernfähigkeit von Kindern mit Down-Syndrom fiel ihm damals schon auf. Kinder mit dem Down-Syndrom wurden früher allerdings kaum gefördert und meist zu Hause „versteckt“. Man beschäftigte sie zum Beispiel mit Essen. Da sie aber einen langsameren Stoffwechsel haben, brauchen sie weniger Kalorien. Gleichzeitig haben sie kein Sättigungsgefühl, was sie schnell ein paar Kilos zu viel haben lässt. Ihre Muskeln sind schwächer ausgeprägt. Somit müssen sie sich mehr anstrengen, um körperliche Leistungen zu erbringen als ihre Mitmenschen mit 46 Chromosomen, was sie schneller erschöpft sein lässt.

Menschen mit Down-Syndrom können sehr empathisch sein. Im Unterschied zu ihrer kognitiven Intelligenz ist ihre emotionale Intelligenz häufig sogar höher als bei anderen Menschen. Jeder von uns hat bestimmt schon einmal miterleben dürfen, wie sich ein Mensch mit Down-Syndrom freuen kann. Diese Freude kommt aus tiefstem Herzen und ist absolut ehrlich. Menschen mit Down-Syndrom spüren es aber auch, wenn sie abgelehnt oder abgewertet werden, was sie zutiefst traurig macht. Egal ob es um positive oder negative Gefühle geht: Menschen mit Down-Syndrom können ihre Gefühle zeigen und fragen sich nicht, was andere davon halten und darüber denken. Wir können viel von ihnen lernen.

Egal wie Du bist: „Leave no one behind“, also „Lasst niemanden zurück“, lautete des diesjährige Motto zum Welt-Down-Syndrom-Tag. Ein Motto, dass wir jeden Tag leben sollten. Jeder Mensch, mit welcher Behinderung auch immer, gehört dazu. Jeden Tag. Immer.

Kathleen Noack ist Inklusionsbeauftragte DIE LINKE Sachsen und Landtagsdirektkandidatin für den Wahlkreis 17 ERZ 5.