Ach wie schön ist Olganitz – Bericht des Landesjugendplenums

Alle Jahre wieder trifft sich die sächsische Linksjugend in den halb eisigen, halb sonnigen Monaten Februar oder März in einem der zahllosen sächsischen Käffer, um ihre Vollversammlung, im Volksmund auch Landesjugendplenum genannt, abzuhalten. So waren wir auch dieses Jahr am allerersten März-Wochenende im wunderschönen und sehr abgelegenen Olganitz.

Da die Anreise dorthin für alle nicht in Olganitz wohnhaften Personen schwierig ist, begann das Landesjugendplenum erst am Samstagmorgen. So saßen um 10 Uhr etwa 60 sehr, sehr müde junge Menschen vor der nicht weniger müden Tagesleitung. Nach dem inzwischen fest eingeplanten FLTI*-Plenum (Ein Plenum für Frauen-Lesben-Trans-Inter-*-Personen, wo diese sich ohne die Anwesenheit von cis-Typen über ihre gewünschte Plenumsatmosphäre und anderes unterhalten und die Möglichkeit haben, Anträge zu formulieren) nebst Workshop für Männer wurde die erste Delegation gewählt: eine kompetente Truppe aus acht Menschen, die uns die nächsten zwei Jahre beim Landesparteitag vertreten werden.

Danach wurde es inhaltlicher: Die geballte Wucht von sechs satzungsändernden Anträgen rollte auf die Anwesenden zu. Neben der Frage nach der Verankerung unseres neuen Grundsatzprogramms oder der Möglichkeit der Abwahl von BR-Mitgliedern sollte zum Beispiel die Legislatur des Beauftragtenrates von zwei auf ein Jahr gekürzt werden. Diese Forderung stieß bei einigen Anwesenden auf Ablehnung und so wurden in einer begrenzten Debatte die Argumente ausgetauscht, bevor abgestimmt wurde.

Danach folgte mit der Wahl der Delegation zum Bundeskongress wieder eine Übung im Stillsitzen: 24 Plätze waren dort nämlich zu vergeben. Leider zeigte sich bei der Aufstellung ein bekanntes Problem unseres Jugendverbands. Schon in den letzten Jahren war es schwer gewesen, die Liste zur Sicherung der Mindestquotierung voll zu besetzen. In diesem Jahr nun wurden nur zehn der zwölf Plätze besetzt. Das zeigt uns, dass wir es nicht gut schaffen, unsere nicht-männlichen Mitglieder zu Aufgaben wie dem BuKo-Besuch zu motivieren. Ferner bedeutet es natürlich auch, dass wir nur zehn Menschen der gemischten Liste mitnehmen können.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Landesjugendwahlprogramms. Bekanntermaßen haben wir im Herbst zum Landesjugendplenum unser Grundsatzprogramm beschlossen und die Schwerpunktthemen für die Landtagswahl festgelegt. Die Texte dazu wurden in den Wintermonaten erarbeitet und am Sonntag schließlich in Workshops diskutiert. Die sechs jungen Kandidierenden leiteten jeweils einen, sie stellten sich Fragen, Kritik und Verbesserungsvorschlägen und arbeiteten mit den Teilnehmer_innen Änderungsanträge an das gesamte Plenum aus. Mit den im Voraus gestellten kamen wir letztendlich auf knapp 30 Änderungsanträge, die wir nach dem Mittagessen abstimmten. Gesättigt stimmten wir über Änderungen und Landesjugendwahlprogramm ab und konnten die Tagung beenden. Nach gemeinsamer Aufräum-Action walzte sich eine große Masse müder, junger Menschen aus dem Schullandheim Olganitz hinaus in die große weite Welt – nach Dresden, Leipzig, Chemnitz oder Bautzen.