Eine Studie untersuchte Folgen des autonomen Fahrens

Von Frederic Beck

DB AG stellt ersten autonom fahrenden Busverkehr in Deutschland

Bestimmte Rechte vorbehalten von BMVI.de

Verkehrschaos 2.0? Dieser Frage war jüngst Gegenstand eines Kommentars im WDR. Der Journalist gelangte anhand von Studienergebnissen der Technischen Universität Wien (blog.wdr.de/digitalistan/autonomfahren) zu einem eindeutigen Ergebnis: Sollte das autonome und vernetzte Fahrzeug tatsächlich in den nächsten Jahren marktbeherrschend werden, so würde sich die Situation auf Deutschlands Straßen wohl deutlich verschlechtern. Der Nahverkehr hätte das Nachsehen, schließlich ließe sich dann auch im Auto bequem Arbeit erledigen, lesen oder schlafen. Man bräuchte wohl nicht einmal einen besonderen Führerschein, um sich mit dieser Art von Transportmittel fortzubewegen. Alle, die es sich leisten können, würden dann mit Sicherheit auf lästige Fahrten in engen Bahnen oder gefährliche Touren mit dem Rad verzichten. Der finanzielle Fokus, anhand dessen die Politik ihre Infrastrukturinvestitionen festmacht, käme wohl zu einer neuerlichen Wende hin zu mehr und breiteren Straßen. Alle, die es sich nicht leisten können oder wollen, müssten dann mit wiederum veraltetem öffentlichen Personennahverkehr zurechtkommen oder sich den Platz auf der Straße mit immer mehr Autos teilen, die dem Trend zu SUVs geschuldet, auch stetig größer werden. Ein Horrorszenario auch für die Umwelt. Schließlich sind die Kraftfahrzeuge in ihrer Herstellung emissionsintensiv und auch ihr Antrieb wird wohl zunächst nicht ohne das Erzeugen schädlicher Gase auskommen.

Wissenschaftler*innen sehen es als realistisch an, dass schon in zwei Dekaden die Majorität der Fahrzeuge ohne Fahrer*in hinterm Lenkrad unterwegs sein wird. Die Ergebnisse des Kooperationsprojektes zwischen Forschungseinrichtungen in Wien und Leeds sehen aber auch Vorteile dieser „Verkehrsrevolution“. Professor Günter Emberger vom Institut für Verkehrswissenschaften sieht u.a. die Chance, dass das Unfallrisiko deutlich minimiert wird und Staus in Zukunft der Vergangenheit angehören. Jedoch gibt er zu bedenken, dass man sich Gedanken über neue Parkraumkonzepte und Lenkungssysteme machen muss. Sein Team und das der anderen beteiligten Unis erstellten bereits Computersimulationen, um mögliche Szenarien für das künftige Verkehrsaufkommen durchzuspielen. Sie kamen darauf, dass der mit Autos zurückgelegte Weg um bis zu 40 Prozent steigen, der Anteil von Rad- und Fußverkehr gleichzeitig aber um zehn Prozent sinken wird. Somit ist es unwahrscheinlich, dass die Emissionen wesentlich sinken werden. Es offenbart sich: Mit dieser Entwicklung steigen Risiken und Herausforderungen. Dabei sind sowohl die Verbraucher*innen als auch die Umwelt wichtige Faktoren, welche bei jedweden Projekten in Betrachtung gezogen werden müssen. In diesem Falle werden sie die Verlierer sein.