#BreakingBeck: Der „Skandal“

von Moritz Thielicke

Der Fall Volker Beck und sein augenscheinlicher Drogenkonsum ist eines der Top-Themen der Republik. Die Kommentare reichen von Verachtung bis Glorifizierung, die Fakten wirken nebensächlich und die Debatte reichlich emotional.

Ein Drogen konsumierender Bundestagsabgeordneter scheint mit der Vorstellung vieler Menschen nicht konform zu gehen. Grundsätzlich kann dies auch nicht übel genommen werden. Dennoch ist das reflexartige Gerieren von Laien als Experten mehr als fragwürdig. Das Strafrecht und dessen Bewertung ist Aufgabe der Justiz. Sollte diese einen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz feststellen, wird der Gerechtigkeit genüge getan.

Statt unsinniger Ereiferungen über das Strafmaß scheint eine Fokussierung auf die eigentliche Problematik notwendig. Sollte der selbstschädigende und eigenverantwortliche Drogenkonsum strafbewehrt sein, und wie verhält es sich mit unserem Verständnis zu anderen legalen Drogen?

Dabei hilft ein Blick auf die Fakten. Der Drogenbericht 2015 weist rund 200 Tote pro Tag an den Folgen von Alkohol und 300 Menschen pro Tag an den Folgen des Tabakkonsums aus. Auf das Konto der illegalen Drogen gehen gesamt 1032 Tote (Quelle: DIE ZEIT).

Drogen bieten immer Gefahren auf. Es gibt Drogen wie Crystal, die erhebliche Gesundheitsschädigungen mit sich bringen, und eher weiche wie Cannabis, die ab einem gewissen Alter keine nennenswerten durch klinische Studien belegten Auswirkungen haben.

Eine Änderung der Drogenpolitik ist längst überfällig. Lediglich die Details müssen diskutiert werden. Wir sollten überlegen, ob wir nicht grundsätzlich die Altersgrenze für Drogen, inklusive Alkohol und Tabak, auf 21 Jahre anheben und dafür die Palette der legalen Drogen erweitern. Unter staatlicher Aufsicht können Qualität, Herkunft und die Abgabe überprüft und reglementiert werden. Neben zusätzlichen Steuereinnahmen könnte man die Strafverfolgungsbehörden auf diesem Gebiet entlasten und zeitgleich den Fokus auf die Prävention und den verantwortlichen Konsum legen. Schwarzmarkt und Drogenküchen, bei denen man nie weiß, was gepanscht wird, würde somit ein Riegel vorgeschoben werden. Kriminalisierung funktioniert nicht, das ist weltweit zu sehen. Die ersten Länder haben angefangen, umzudenken. Probleme müssen thematisiert und sachorientiert behandelt werden. Stigmatisierung verursacht nur weitere Probleme.

Eine Gesellschaft, die sich die Gesundheit zur Maxime gesetzt hat, kann die Kranken nicht als Aussätzige behandeln. Daher #RethinkLaw statt #BreakingBeck!