Sächsische Schüler- und Studentendemo am 10. Mai in Dresden

Die Bedingung an den von Sachsens Landesregierung hoch gelobten  Schulen, Hochschulen und Universitäten sind immer öfter desaströs, dagegen unternehmen sowohl der Sächsische Landesschülerrat als auch die Studentenräte am 10. Mai etwas: Eine Massendemo gegen Strellenstreichungen und für Neueinstellungen ist an diesem Tag in Dresden geplant. In der Demostadt Dresden selbst sind kaum Plakate zu sehen und wenn, dann wirken sie bedauerlicherweise kaum ansprechend: In düsterem grün-weiß-grau und textlich schwer überladen. Tritt man näher und liest die Forderungen, so sind sie in einem Sprachstil abgefasst, der fern der Lebenswirklichkeit der Schüler und Studenten ist: “ Im Namen des Landesschülerrates fordern wir die Staatsregierung auf, Unterrichtsausfall so zu dokumentieren, wie er an den Schulen vorzufinden ist,  Sanierungsstau an Sachsens Schulen beheben …“

 

Das ist sicher nicht die Sprache der 6 bis 16 jährigen. Das ist sächsischer Politiker-Behörden-Sprech, so spricht das Volk, so reden Kinder und Jugendliche nicht. Die Forderungen sind vernünftig auch wenn der Stil nicht so klingt, als käme er aus dem tiefsten Herzen der Mädchen und Jungen von Sachsen. Fakt ist aber: Von 30.000 werden 26.000 Lehrerinnen und Lehrer bis 2030 in Rente gehen. Jeder der Lehramt studiert, wird eine Forderung vermissen: Es muss  mindestens genauso attraktiv sein Lehrerin oder Lehrer in Sachsen zu sein, wie in Brandenburg.  Der sächsische Kirchturmblick auf die hiesige Bildungslandschaft vernachlässt die Anstrengungen in den Nachbar- und Westländern.  Forderungen im Bildungsbereich auf lokaler – selbst sächsischer Ebene – verpuffen, wenn sie nicht bundesweit koordiniert vorgetragen und erhoben werden. Junge Lehrerinnen und Lehrer werden weiterhin nach Abschluss ihrs Studiums in Sachsen ihre Koffer packen und nach Brandenburg oder Hamburg gehen, so lange man in Sachsen nicht zur Kenntnis nimmt, was jenseits des Freistaates passiert. Es geht auch nicht um ein sich gegenseitiges Wegnehmen von Studenten oder Lehrern, wie es derzeit von den Kultusministerien frohlockend praktiziert wird – sondern um eine Kooperation frei nach dem Zukunftsmodell:  „Von den Besten lernen!“ Es muss Schluss sein mit der Kleinstaaterei.  Eine Volksbildung, die ihren Namen verdient muss auch für das ganze Land gelten,  eine Bildungspolitik vom Bodensee bis zur Flensburger Förde, vom Erzgebirge bis Rügen. Auch die Kinder sächischer Eltern ziehen um, darum braucht es eine einheitliche Bildungspolitik im ganzen Land – vielleicht stimmen sich beim nächsten Aktionstag einmal die Schüler und Studenten mit Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg. Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ab. Dieser Protest wird dann garantiert nicht nur in den sächischen Medien Anklang finden.