Christliche Märtyrer der Nazizeit geehrt

Von Gregor Janik

Am Samstag, dem 5. Februar 2011, fand in Dresden die Ehrung dreier katholischer Priester, Alojs Andritzki, Aloys Scholze, Bernhard Wensch statt, die wegen ihres Widerstands gegen die Nazis im KZ Dachau umkamen.
Alojs Andritzki, ein gebürtiger Sorbe und in den 40er Jahren Jugendkaplan in Dresden, wies seinen Jugendlichen die Menschenfeindlichkeit des NS nach und verurteilte den Antisemitismus der Nazis. Das brachte ihm erst eine Gefängnisstrafe und dann die Verbringung in das KZ Dachau ein. Schwer erkrankt verlangte er dort geistlichen Beistand, erhielt aber als Antwort die Giftspritze durch die KZ-Wärter.
Aloys Scholze war Pfarrer in Leutersdorf, half bereits 1933 politisch Verfolgten zur Flucht und nahm in seinen Predigten kein Blatt vor den Mund, um die Nazis zu entlarven. Er kam 1942 im KZ Dachau um.
Bernhard Wensch verbreitete aufklärende Rundbriefe an Jugendliche, auch er kam 1942 in Dachau um.
Nachdem vor einiger Zeit die Urnen der drei Priester geborgen werden konnten, wurden diese am 5.2.2011 nach einer kurzen Zeremonie vor dem Polizeipräsidium, dem Ort, wo der Leidensweg des Alojs Andrizki 1941 begann, in die Kathedrale überführt.
An der Frauenkirche war ein Halt; hier sprach der evangelische Landesbischof Jochen Bohl einige Worte, wobei er auch auf die Aufmärsche der Nazis am 13. und 19. Februar 2011 einging. Er rief in diesem Zusammenhang zu bürgerschaftlichem Engagement und Protest sowie zur Wachsamkeit gegen alle Ansätze braunen Unwesens auf.
Erfreulich ist, das zu dieser Feierlichkeit auch Politiker der LINKEN eingeladen waren.

Quelle Flickr Autor Alexander Steinhof CC-Lizenz