G8: Auf in die letzte Runde

Die Vorbereitungen der Proteste gegen den G8-Gipfel in Deutschland gehen in die letzte Phase. Fakten, Dokumente, Links – Jule Nagel berichtet

LINKS! 5/2007
Die 3. Aktionskonferenz des internationalen Bündnisses fand im April mit dem nachdrücklichen Aufruf „basta! Es reicht! Eine andere Welt ist möglich!“ statt. Inzwischen streiten NGO’s darüber, ob sie dem Schaulaufen der acht mächtigen Wirtschaftsnationen eine grundsätzliche Absage erteilen, was ein Konsens des erwähnten Bündnisses ist, oder ob sie sich als untergebene Bittsteller an sie wenden.

Die Themen der offiziellen G8-Gipfel-Agenda „Energiesicherheit, Klimaschutz, die Rolle der aufstrebenden Schwellenländer oder der geistigen Eigentumsrechte und deren internationaleDurchsetzung“ finden sich mehr und mehr im medialen Diskurs. Allerdings werden für die Proteste vehement die gewohnten Schreckensszenarien von „links- und rechtsextremistischen“ Protesten und natürlich „islamistischen Terroranschlägen“ forciert, die die heilige, abgeschottete Ruhe der acht Staats- und Regierungschef/innen und des 20.000 köpfigen Begleitungstrosses stören wollen.

16.000 Polizist/innen, 2.000 Mitglieder der Bundespolizei und nicht zuletzt der 13 Kilometer und 2,5 Meter hohe Sicherheitszaun werden die von den Verhandlungen fernhalten, die von möglichen Ergebnissen direkt betroffen sind. Auch die hoffnungsvollen linken und zivilgesellschaftlichen Bündnisprozesse gegen die G8 bleiben von dieser Gewalt- und Extremismusdebatte nicht unbeeinflusst, schwarz-weiß als „böse versus gut“-Kategorien tauchen auf und zeigen bestehende Brüche.

Dass der am 2. Juni 2007 – parallel zur Internationalen, die linken Proteste einleitenden Auftaktdemonstration „Another world is possible“ in Rostock – stattfindende Naziaufmarsch in Schwerin Widerstand erfährt, dürfte Allgemeingut sein: schließlich setzt die rechte Globalisierungskritik auf eine völkische, rassistische Alternative. Das Ja! zu einer sozialen und solidarischen Globalisierung jenseits des kapitalistischen Marktes steht dem entgegen. Die G8-kritische Aktionswoche vom 2. bis 8. Juni wird neben der unmittelbaren Protestpraxis auch Raum für grenz- und spektrenübergreifende Kommunikation und Vernetzung bieten.

Nutzt die Gelegenheit zu Aktionen: 2. Juni ab 13 Uhr – Internationale Auftaktdemo in Rostock, 4. bis 7. Juni zivilgesellschaftliche Massenblockaden – www.block-g8.org, 7. Juni: Sternmarsch Heiligendamm  und natürlich lokale Solidaritätsaktionen. Für Camping, Infos unter www.camping-07.de und Diskutieren: 5. bis 7. Juni: Alternativgipfel in Rostock www.g8-alternative-summit.org

Die ersten Busse ab Dresden/ Leipzig/ Chemnitz stehen fest. Die Abfahrtszeiten sind online unter www.linkspartei-sachsen.de/blog einzusehen, in den Kreisgeschäftsstellen zu erfragen bzw. in der kommenden LINKS! veröffentlicht.

Ein Newsletter der Linkspartei und WASG in Sachsen bietet darüber hinaus regelmäßige Informationen: www.linkspartei-sachsen.de/mailman/listinfo/g8-info.


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