Die neue Kreisstruktur kontra Parteistruktur in Torgau-Oschatz

Michael Sehrt plädiert für einen „Kreisverbund“

LINKS! 3/2007
Vorausstellen möchte ich das ich erst im gemeinsamen Landkreis Torgau und Oschatz politisch aktiv geworden bin. In meiner täglichen Arbeit im Kreisverband (KV) Torgau-Oschatz habe ich festgestellt – und muß es immer noch feststellen – dass der Kreisverband bei vielen GenossInnen noch nicht zusammengewachsen ist. Dies spiegelt sich in den unterschiedlichsten Veranstaltungen und Thematiken wieder.

Der KV Torgau-Oschatz hat rund 300 Mitglieder bei 95.000 Einwohner im Landkreis der sehr stark durch einen ländlichen Raum geprägt ist. Weite Fahrstrecken um Basisarbeit durchzuführen sind an der Tagesordnung.

Grundvoraussetzung bei der Bildung einer neuen Parteistruktur, den staatlich Kreisstrukturen angepasst, ist die Basisarbeit in den einzelnen kleinen Regionen (Gemeinden bzw. Ortschaften) nicht zu vergessen. Dazu benötigen wir aktive Akteure vor Ort, die selbstständig politische Meinungsbildung und Veranstaltungen organisieren. Da unsere Partei im ländlichen Raum von ehrenamtlichen GenossInnen getragen wird, dürfen wir diese nicht überfordern. Kaum eine Genosse der Arbeit hat kann auch noch zwei oder drei ehrenamtliche Posten übernehmen – BO-Vorsitzender und Kreisvorstand z.B. Parteigestaltung nur durch hauptamtliche Mitarbeiter halte ich für falsch. Dann besteht die Gefahr das wir uns von den Bürgern immer weiter entfernen um eine Partei für und mit den Bürgern zu sein. Bei noch größeren Kreisverbänden müssen wir in andere Arbeitsstrukturen das Parteileben gestalten.

Um eine konstruktive und qualitative gute Parteiarbeit auch im ländlichen Raum zu gewährleisten sollten wir die „Altregionen“ stärken und nicht die Arbeit weiter zentralisieren.

Ein neuer Kreisvorstand sollte die Zusammenarbeit mit der Kreistagsfraktion koordinieren, die finanzielle Seite absichern. Eine Koordinierungsstelle und Ansprechpartner sein die den GenossInnen vor Ort bei der Arbeit unterstützen bei der Öffentlichkeitsarbeit, Infoständen und Veranstaltungen und vieles mehr.

Unsere Genossinnen und Genossen müssen sich mit einem neuen Kreisverband identifizieren können und ihre gewachsenen örtlichen Verbindungen stärken. Ein Kreisverbund kann dieses übernehmen. Der in einer Übergangszeit von 2-3 Jahren die neuen Arbeitsstrukturen testen und negativen Entwicklungen, durch die Akteure dann vor Ort, besser entgegenwirken kann. Die Arbeitsweise der verschiedenen Kreisverbände kann angeglichen werden ohne das die aktiven GenossInnen vor Ort zentral zusammengezogen werden.

Lernen wir aus den Fehlern der letzten Kreisfusion und stärken wir die Gemeinsamkeiten bei unsere Arbeit um eine bürgernahe Partei zu bleiben und eine große Wählerschaft zu erreichen.