Tag: UdSSR

Die Märznote von 1952

von Prof. Dr. Kurt Schneider Am 10. März 1952 unterbreitete die Sowjetunion in einer Note an die Westmächte den Entwurf eines Friedensvertrages mit Deutschland, das als einheitlicher Staat wiederhergestellt werden sollte. Nationale Streitkräfte wurden zugestanden, die Neutralisierung Deutschlands war die Forderung. Das geeinte Deutschland in den auf der Potsdamer Konferenz (Juli 1945) festgelegten Grenzen sollte




Vor 80 Jahren erschossen: Franz Stephan

von Prof. Dr. Kurt Schneider Franz Stephan war ein Todesopfer des stalinistischen Terrors in den dreißiger Jahren. Geboren am 5. Mai 1894 in Habelschwerdt/Schlesien, kam er nach seiner Schriftsetzerlehre nach Gera, wo Ende 1914 seine Einberufung zum militärischen Kriegsdienst erfolgte. Durch einen Lungenschuss schwer verwundet, wurde er schließlich im Frühjahr 1916 in den Zivildienst entlassen.




Ein Lebensweg, der in Sibirien im Kriegsgefangenenlager begann

von Prof. Dr. Kurt Schneider Der Text des Buches „Ich und die Russen“ sind die persönlichen Erlebnisse, Erfahrungen und Einsichten von Alfons Lehnert, geprägt im Verlaufe von Jahrzehnten. Lehnert, geboren 1928 in einer schlesischen Arbeiterfamilie, hatte das Glück, nicht durch unmittelbare Ereignisse und Erinnerungen an direkte Kriegskampfhandlungen mit all ihren Grausamkeiten belastet gewesen zu sein.




Wlassow – Diener zweier Herren

von René Lindenau Zur Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges gehört auch die Geschichte des Verrats – dem des sowjetischen Generals Andrej A. Wlassow. Geboren wurde Wlassow im September 1901 in Nishnij-Nowgorod. Zunächst besuchte er, ebenso wie Stalin, ein Priesterseminar. Im März 1919 zog es ihn in die Roten Garden, 1930 wurde Wlassow Mitglied der KPdSU.




Quo vadis, Ukraine?

von Dr. Reinhold Gläß Wenn ich an dieser Stelle erneut aktuelle Eindrücke zur Situation in der Ukraine äußere, dann in der Überzeugung, dass die meisten Menschen derzeit eher nicht so oft in dieses Land reisen, um sich selbst ein Bild machen zu können. Außerdem wird das Thema trotz weiterhin bestehenden Interesses in den Medien gegenwärtig




Vor 90 Jahren: Der XIV. Parteitag der KPdSU(B), 18.-31. Dezember 1925

von Hartmut Kästner Historische Prozesse aus der Sicht der Gegenwart zu betrachten, ist immer interessant und aufschlussreich. Das trifft insbesondere für die 83 Jahre dauernde Geschichte der UdSSR zu. Die auf dem Boden des sogenannten Marxismus-Leninismus stehenden Historiker – zu dem der Verfasser des Artikels auch gehörte – haben diese Geschichte als einen stetig aufsteigenden




Bulat Okudshawa – politischer Sänger und Poet des Arbat

von Jens-Paul Wollenberg Unweit vom Zentrum Moskaus gelegen befindet sich der Stadtteil Arbat, benannt nach dessen Hauptstraße. Er galt als das Wahrzeichen der Moskauer Intelligenz und war Mittelpunkt der sowjetischen Kunstszene. Zahlreiche Dichter, Musiker und darstellende Künstler fanden in seiner Atmosphäre ihr Domizil. In diesem Milieu wurde Bulat Okudshawa am 9. Mai 1924 geboren und




Anmerkungen zur Chruschtschow-Ära 1953-1964

von Karl-Heinz Gräfe Der Bergmannssohn und gelernte Maschinenschlosser Nikita Chruschtschow (1894-1971) kämpfte seit 1918 als junger Kommunist gegen weiße Konterrevolutionäre und ausländischen Interventen. Erst nach seinem Studium an der Arbeiterfakultät in Juzowka [1924 Stalino, seit 1961 Donezk] und an der Moskauer Industrieakademie machte er eine steile politische Karriere. Als Parteichef der sowjetischen Hauptstadt (1935-1938, 1949-1953)




Worum es in der „Ukraine-Krise“ geht

von Karl-Heinz Gräfe USA und EU machten zu ihrer Strategie, was US-Präsidentenberater Zbigniew Brzezinski 1997 auf den Punkt brachte: „Die Ukraine, ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Russlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich




Vor 90 Jahren: Gründung der UdSSR

von Harmut Kästner Am Vormittag des 30. Dezember 1922 strömten viele Menschen, meist Männer in dicken Sachen, sich so vor der Kälte schützend, in das Bolschoi-Theater. Die meisten von ihnen hatten bereits einen Sitzungsmarathon seit dem 23. Dezember hinter sich (X. Gesamtrussischer Sowjetkongress). Nun sollte das seit längeren angedachte und angestrebte Werk, das mit dem