Tag: Sozialismus

Optimistische Vision eines linken Weltbürgers

Der chinesische Weg. Theodor Bergmanns Versuch, eine ferne Entwicklung zu verstehen. Von Wulf Skaun Dies ist ein außergewöhnlich inspirierendes Buch. Es könnte all jenen Mut machen und Argumente liefern, die eine gerechtere Welt jenseits kapitalistischer Profitmaximierung und gescheitertem Staatssozialismus anstreben. Außergewöhnlich ist es auch, weil sich sein Autor (1916?2017) noch als Hundertjähriger als „kritischer Kommunist“




Rosa Luxemburg ? die Philosophin

von Annelies Laschitza Unter diesem Titel ist soeben Heft 13 der Rosa-Luxemburg-Forschungsberichte erschie­nen. Es enthält drei Essays von Volker Casa: Die Parrhesiastin, die Lebens­künstlerin und die Analytikerin des Empire. In ihnen unterbreitet der Autor sehr interessante Anregungen für neue Sichten auf Rosa Luxemburg, vor allem mit Freiheit, Demokratie, Frieden und Sozialismus verbundenes Hauptanliegen und die verschiedenen




Die Oktoberrevolution 1917 in zeitgenössischer linker Sicht

Der vorliegende Band enthält 113 Texte, die einen detaillierten Einblick in die im heftigen Widerstreit ausgetragenen Auffassungen der deutschen Linken zum Verlauf und Charakter der russischen Oktoberrevolution 1917 geben. Knapp 20 Texte können als bekannt gelten, während der weitaus größere Teil zu den vergessenen zeitgenössischen Quellen gehört. Komplett unbekannt sind jene Texte, die dem Jahrgang




Wenn die Welt sich ändert – 1985 und 2017

von Ralf Richter Erinnern Sie sich noch daran, was Sie am 11. März 1985 gemacht haben? Nicht? Es war ein scheinbar unwichtiger Tag. In Moskau war gerade innerhalb von wenigen Jahren der dritte Generalsekretär und Staatschef gewählt worden. Nachdem das langjährige Staatsoberhaupt Leonid Breshnew 1982 gestorben war, agierten seine beiden Nachfolger Andropow und Tschernjenkow nur




Not macht erfinderisch

von Peter Porsch Das weiß das einfache Volk im Vertrauen auf die eigene Kraft. Dass es oft so ist, kann man am Einzelfall belegen, und dass es dazu manchmal mehr der Not als technischer Raffinesse bedarf, auch. So wurde zum Beispiel vor gerade 200 Jahren etwas erfunden, was – glaubt man wieder dem Volk und




Rosa Luxemburg als Philosophin

von Wulf Skaun Volker Caysa will das theoretische Gebäude der linken Denkerin systematisch diskutieren Der Leipziger Philosoph Volker Caysa gilt als einer der derzeit kühnsten und produktivsten Vor- und Querdenker der demokratischen Linken. Mag sein, dass seine Affinität für Rosa Luxemburg in ihrer analogen, für ihn vorbildhaften Wesensverwandtschaft begründet liegt. So zielt seine wissenschaftliche Beschäftigung




Vor 175 Jahren geboren – Minna Cauer

von Prof. Dr. Kurt Schneider Geboren am 1. November 1841 als drittältestes von vier Kindern in einem Pfarrhaus in Freyenstein, gehörte Minna Cauer zu den äußersten Linken der bürgerlichen Frauenbewegung, die, wie die sozialistische Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“ zu ihrem 71. Geburtstag schrieb, „ihr wertvolle Anregungen, manche kräftige Impulse verdankte”. Sie war frühzeitig verheiratet; 1865 verstarben




Sommer, Sonne, Sozialismus …

von Rico Gebhardt Neulich wurde ich gefragt, wie meine Parteitagsrede denn nun einzuordnen sei, ob ich mich vom rot-rot-grünen Projekt verabschiedet hätte. Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach: Wir brauchen in naher Zukunft nicht über Bündnisse zu sprechen, über unsere Gestaltungsoptionen. Die Debatte steht einfach nicht an. Die SPD steckt in der Koalition mit




Die PCP und die Diktatur des Estado Novo

von L. Rosa Portugal ist eine alte Nation und seit dem 12. Jahrhundert ein unabhängiger Staat. Das Land lebte unter vier Dynastien der Monarchie, bis zum 5. Oktober 1910. An diesem Tag wurde nach einer erfolgreichen bürgerlichen Revolution die Portugiesische Republik ausgerufen. Zwischen 1910 und 1926 erlebte das Land eine sehr unstabile Lage: monarchistische Verschwörungen




Wolfgang Harich: 1923-1995

von René Lindenau Im gewissen Sinne könnte man sagen: Jetzt wird es „haarig“. Gemeint ist Wolfgang Harich, seiner soll hier gedacht werden. Streitbar und umstritten war er ja, als Theaterkritiker und als Philosoph. Eine harsche Kritik brachte ihm 1946 gleich eine Ohrfeige durch die Schauspielerin Käthe Dorsch ein, während die DDR ihn 1956 direkt verhaften