Tag: Sowjetunion

„Du hattest so gar nichts von einer ,großen Wissenschaftlerin‘ an Dir und bist es doch gewesen“

von M. N. Mit einer anrührenden Hommage würdigten Stiftungsvorstand Peter Porsch, Freunde und Schüler am 1. April Werk und Wirken der am 9. Februar verstorbenen Leipziger Historikerin und aufrechten Sozialistin Jutta Seidel. Als gelernte Stenotypistin, Tochter eines Zimmermanns und einer Buchbindereiarbeiterin aus dem Leipziger Osten, gehörte sie zu jener legendären ABF-Absolventen-Generation, die ihre akademischen Sporen




Vor 80 Jahren erschossen: Franz Stephan

von Prof. Dr. Kurt Schneider Franz Stephan war ein Todesopfer des stalinistischen Terrors in den dreißiger Jahren. Geboren am 5. Mai 1894 in Habelschwerdt/Schlesien, kam er nach seiner Schriftsetzerlehre nach Gera, wo Ende 1914 seine Einberufung zum militärischen Kriegsdienst erfolgte. Durch einen Lungenschuss schwer verwundet, wurde er schließlich im Frühjahr 1916 in den Zivildienst entlassen.




Beharrlichkeit zahlt sich aus: Sowjetische Kriegsgefangene werden entschädigt

Links! befragte den LINKEN Bundestagsabgeordneten Jan Korte zu einem bemerkenswerten geschichtspolitischen Erfolg seiner Fraktion. Der Einsatz für die Erinnerung an die NS-Vergangenheit und die Anerkennung, Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer des Faschismus ist für Linke selbstverständlich. Und er ist nicht vergebens. In dieser Wahlperiode konnte die Fraktion DIE LINKE im Bundestag auf dem Gebiet der




Verzerrte Geschichte

von Dr. Rolf Ziegenbein Derzeit wird in der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung ein Geschichtsband unter dem Titel „Von Stalingrad zur SBZ, Sachsen 1943 – 1949“ kostenlos allen Bürgern angeboten. Das Buch ist vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der Technischen Universität Dresden erarbeitet worden und stellt gleichzeitig Bd. 60 der Schriftenreihe des Instituts dar. Das




„Der rote Napoleon“

von René Lindenau Michail Tuchatschewski (1893-1937) Jede Revolution hat ihre Kinder. Wenn sie Ärger machen, werden sie mancherorts aufgefressen. Zurück bleibt eine Gesellschaft, der es zunehmend am revolutionären Nachwuchs fehlt. Irgendwann ist sie ganz kinderlos und dem Untergang geweiht. So ist es geschehen – in und mit der Sowjetunion. Man denke an die Moskauer Schauprozesse




Austausch über den Gräbern

Seit 1985 gibt es in Zeithain bei Riesa eine Gedenkstätte für 35.000 im sogenannten „Russenlager“ verstorbene Menschen. Es war die erste Gedenkstätte für sowjetische Kriegsgefangene auf deutschem Boden überhaupt. Dass es sie gibt, ist im Wesentlichen der Forschungsarbeit eines Mannes zu verdanken: Egon Förster, Geschichtslehrer und ehemaliger Schuldirektor von Wülknitz, Jahrgang 1928. Er war sowjetischer




Falschmeldung eines „verlogenen Arschlochs“?

von Dr. Hartmut Kästner Alle freuten sich auf den Sommer. Der Frühling des Jahres 1941 war vielversprechend; es war angenehm warm, die Natur erblühte und die Aussicht auf eine gute Ernte ließ die positive Stimmung unter der Sowjetbevölkerung wachsen. Auch hoffte man – nach den Prozessen der Jahre 1936–38 und den von den Menschen mit




Tillichs seltsame Feier am „Todesort“

von Ralf Richter Das Wetter hätte nicht besser sein können. Strahlend blauer Frühlingshimmel über der Gohrischheide, einem Gebiet bei Riesa gelegen, fünf Kilometer entfernt von der ehemaligen „Stahlstadt“. Sachsens blitzende Landtagskarossen sind schon lange vor dem Beginn der offiziellen Feierlichkeiten in den „Ehrenhain Zeithain“ eingebogen, durch die einige hundert Meter lange blühende Kirschbaumallee gefahren. Hinter




Zum Geschichtsbild des ukrainischen Ministerpräsidenten Jazenjuk

von Dr. Reinhold Gläß Am 7. Januar 2015 hat der ukrainische Premier Arsenij Jazenjuk den „Tagesthemen“ der ARD folgenden interessanten Einblick in sein Verständnis geschichtlicher Zusammenhänge gewährt – Zitat: „Wir können uns alle sehr gut an die sowjetische Invasion sowohl in die Ukraine als auch in Deutschland erinnern“. „Spiegel Online“ hat diese Sentenz am 8.




Notiz zu Lenin

von Olaf Mimiec In diesen Tagen nähert sich der 90. Todestag von Wladimir I. Lenin. Vielleicht eine kleine Notiz in den hinteren Seiten einer Zeitung – das wird es gewesen sein. Und dennoch meine ich, dass es etwas mehr über ihn zu sagen gibt. Ironischerweise geht auch das nur im Rahmen einer Notiz. So ziemlich