Tag: Russland

Brücke statt Bollwerk

von Stefan Liebich Die Bilder aus einer Villa unweit von Kiew erinnern an Bagdad nach dem Ende von Saddam Hussein. Wilde Gesellen posieren mitten in der pompösen Villa des gestürzten ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch vor Kameraleuten. Seht her, wollen sie sagen, in welchem Luxus der Mann lebte, nun gehört das alles uns. Wenn sich die




Zwischen Kiew, Sewastopol und Moskau

von Pieter Potgieter   „Willkommen in der Hölle!“ Der das sagt, ist der neue „Staatschef“ der Ukraine, der 39jährige Arseni Jazenjuk. Was die Ukraine jetzt braucht, ist Geld, hat die neue nicht demokratisch gewählte Regierung erkannt. Erst mal schnell 15 Milliarden. Und da soll sich Russland bitte beteiligen, immerhin ist man ja Russland so freundlich




Die Ukraine im geostrategischen Sandkasten

von Helmut Scholz und Dr. Norbert Hagemann Medien und Politik ringen zurzeit um die Deutungshoheit hinsichtlich der Entwicklungen in und um die Ukraine. Dabei stellen sie die seit Wochen in Kiew Protestierenden assoziativ bevorzugt in eine Reihe mit den Aufbegehrenden im arabischen Raum, um zu suggerieren, es würde um eine historische Wahl zwischen dem demokratischen




Russländischer Emigrantenfaschismus in Nazideutschland

von Karl-Heinz Gräfe Im Sog anwachsender faschistischen Bewegungen in Italien, Deutschland, Spanien formierten sich auch innerhalb der 1,6 Mio. Emigranten aus Russland in den 20er und 30er Jahren weltweit faschistische Parteien mit insgesamt 40 000 Mitgliedern – u. a. in Bulgarien und Jugoslawien (1930 Nationaler Bund der Russischen Jugend), in China einschließlich der japanisch besetzten




Freiheit für Pussy Riot!

Am Ende waren es zwei Jahre. Zwei Jahre Strafkolonie, und damit zumindest ein Jahr unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Berufung seitens der Verteidigung ist dabei noch möglich. Die Tatsache, dass einige von ihnen Kinder haben, ein gutes Führungszeugnis und eine positive Sozialprognose, soll zu diesem vergleichsweise milden Urteil geführt haben. Schließlich ist die ausführende Richterin




Der neue russische Faschismus – ein Phönix aus der Asche?

Von Karl-Heinz Gräfe Neofaschismus und extremer Nationalismus in Russland und ihre historischen Wurzeln Es passt nicht zusammen: Die sozialistische Sowjetunion, die mit ihren Verbündeten die faschistische Weltallianz zerschlug und Osteuropa von deutscher Naziokkupation befreite – deren Nachfolgestaat Russland soll zu Ländern wie Deutschland, Italien oder Frankreich gehören, in denen der Faschismus heute zu einer realen




Rußland nach den Wahlen: Aufstand der Mittelklasse?

Von Kai Ehlers Wollte man dem Mainstream der westlichen Medien glauben, dann begänne in Rußland jetzt die Hohe Zeit der Diebe, Spekulanten und notorischen politischen Fälscher – dazu noch die Alleinherrschaft Wladimir Putins als „strongman“, wie Teile der US-Presse den zukünftigen Präsidenten Rußlands während der Vorwahlzeit zu nennen beliebten. „Strongman“ war übrigens auch der Name,




»Von der Parteien Hass und Gunst verwirrt«

Eine Rezension von Theodor Bergmann (Neues Deutschland) Über Michail Gorbatschow gehen die Meinungen weit auseinander. Manche meinen zu wissen, dass er sich bereits in seiner Jugend geschworen habe, den Sozialismus abzuschaffen. Nicht wenige, die vor über 20 Jahren noch begeistert »Gorbi, Gorbi« riefen, sind enttäuscht und verbittert, fühlen sich von ihm verraten und verkauft. Die




Der erste Eindruck … ist der des Gespenstischen

Von Dr. Stefan Bollinger 1952 bot Moskau die deutsche Einheit an Paul Sethe, konservativer Herausgeber der FAZ am 12. März 1952: „Der erste Eindruck bei der Lektüre der sowjetischen Dokumente… ist der des Gespenstischen. Dies also ist möglich? Ist es wirklich noch nicht acht Jahre her, dass das Reich völlig zu Boden geworfen wurde …?




Egon Bahr: Architekt und Urgestein

11. Dezember 1971: Bahr ((BRD) und Kohl (DDR) unterzeichnen das Transitabkommen Von Paul Kühn Die Ostpolitik der BRD war bis zum Ende der 1960er Jahre konsequent hart. Unter den CDU-Kanzlern Adenauer, Erhard und Kiesinger verhinderten der Alleinvertretungsanspruch der BRD und die darauf aufbauende Hallstein-Doktrin, die andere Staaten von der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR abhalten