Tag: Rezension

Auf Nahrungs- und Sprachbeschaffung

von Andreas Haupt Der Künstler und Dichter Schuldt hat mal wieder publiziert. Da er dies nur sehr gelegentlich tut, ist der erneut erschienene Band In Togo, dunkel eine wunderbare Gelegenheit, den originellen Autor kennenzulernen. Schuldt, der seinen Vornamen gerne verschwinden lässt, beschäftigt sich in seinen Texten mit Inhalt und Form von Sprache, für ihn ein




Der Lumpenhund in der Revolution

von Andreas Haupt Das Experiment einer besseren Gesellschaft begann mit einer Revolution, deren weitere Entwicklungen in den frühen 20er Jahren von der Gruppe der Poputschiki begleitet wurden. Aus der Position des Beobachters kommentierten die „literarischen Weggenossen“ die Versuche und Irrtümer jener frühen Jahre durchaus bissig und attackierten die Verfehlungen scharfzüngig. Sehr pointiert geschieht dies in




„Akademisierungswahn“ – Nida-Rümelin rechnet ab

von Ralf Richter Julian Nida-Rümelin meldet sich zu Wort. Der Kulturstaatsminister der Schröder-Fischer-Regierung hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben, das in der edition Körber-Stiftung erschienen ist. Auf 256 Seiten analysiert Rümelin die Kursrichtung aktueller Bildungspolitik. Dabei sagt der Titel „Der Akademisierungswahn – Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung“ schon viel aus. Freilich, der aus einer Künstlerfamilie




Sitzen zwei auf dem Blauen Sofa

Eine Rückschau auf die Leipziger Buchmesse mit Hör-, Seh- und Lesetipps von Ralf Richter Wer reinkommt in die Glashalle bei der Leipziger Buchmesse, steuert unweigerlich auf „Das Blaue Sofa“ zu. Hier werden von ZDF und Deutschlandradio Kultur die renommiertesten Autoren interviewt. Am „Messe-Freitag“ waren es u. a. Gysi und Schorlemmer. Bei der Vorstellung ihres gemeinsamen




Nicht utopisch: Ein Buch des Netzwerkes der Weltreporter

von Ralf Richter „Völlig utopisch – 17 Beispiele einer besseren Welt“ steht auf dem blau-weiß-orangenen Cover, auf dem ein Radler oder eine Radlerin mit einem speziellen Dänen-Rad im Transportkasten eine Ziege mit Grünzeug kutschiert, während hinten auf dem Gepäckträger Bücher gestapelt sind, auf denen eine Vase mit Blume umher schwankt – dazu gibt es ein




Marxsche Abgründe – Szenische Lesung über ein Leben in Briefen

von René Lindenau Marx und Engels galten als eifrige Briefschreiber. Über viertausend Briefe sind von ihnen überliefert. Der Marx-Biograph Francis Wheen meinte dazu: „Ihre umfangreiche Korrespondenz ist ein tolles Gemisch von Geschichte und Klatsch, Politökonomie und Lausbubenzoten, hohen Idealen und äußersten Intimitäten“ (Karl Marx, München 1999, S. 105). Doch um diese beiden Herren soll es




Graue Traumfabrik

von Rico Schubert Nathanael West zeigt bereits 1939 die hässliche Seite Hollywoods 1965, zur deutschen Erstveröffentlichung des Werks, urteilte der SPIEGEL euphorisch: „Das vierte und letzte Buch des zu Lebzeiten verkannten misanthropischen US-Roman- und Drehbuchautors West (1940 tödlich verunglückt) ist sein bestes und der bisher bestgelungene literarische Racheakt an Hollywood und seinen Kunden“. Dem kann




Am Rande der Wahrnehmung

von Jayne-Ann Igel Der jüngst im Gutleut Verlag Frankfurt/Main erschienene Sammelband „Grenzlinien. Von Grenzen, Grenzüberschreitungen und Migration“ gibt nicht nur einen kritischen Abriss der restriktiven EU-Flüchtlingspolitik des letzten Jahrzehnts und ihrer Umsetzung in den einzelnen Mitgliedsstaaten. Er zeichnet auch den Weg der Flüchtlinge Richtung Europa nach, schildert anschaulich, auf welche Bedingungen die Migrantinnen und Migranten




…und morgen das ganze Land

Das neue Buch von Michael Kraske und Christian Werner kurz rezensiert von Rico Schubert in ### 7-8 2008 „Anti-Nazi-Pochoir“ Bild: No Pants Day ;-), bestimmte Rechte vorbehalten Die beiden Autoren Michael Kraske und Christian Werner bringen harte Fakten anschaulich illustriert anhand zahlreicher Interviews – mit Opfern und Streetworkern, mit Aussteige-Helfern und Verfassungsschützern. Anschaulich ist hier




„Nachdenken über Deutschland“

Erstmals seit Bestehen des Internetprojekts NachDenkSeiten haben dessen Initiatoren Wolfgang Lieb und Albrecht Müller eine Sammlung der im letzten Jahr dort publizierten Beiträge in Buchform herausgegeben. „Das kritische Jahrbuch 2007“, Anfang Februar 2008 erschienen, macht nun wesentliche Inhalte auch jenen Lesern zugänglich, die über keinen Internetanschluss verfügen oder ein Druckerzeugnis bevorzugen. Das Jahrbuch bietet mit