Tag: Rezension

Der Janusköpfige

Richard Wagners ambivalentes Judenbild von Wulf Skaun Jour fixe ist im Januar in sein drittes Jahr gestartet. Im Leipziger Domizil der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen halten die einheimischen Historiker Klaus Kinner und Manfred Neuhaus, Begründer dieses „unkonventionellen Gesprächskreises“, eine kurze Rückschau auf 20 gut besuchte und dokumentierte Diskursabende. Ihr Zeugnis vor wiederum vollem Haus: Jour fixe übertrifft




„Kritik der Grünen Ökonomie“

von René Lindenau Ich war mal wieder „stiften“. Wieder ging es nach Berlin zu einer Veranstaltung im Roten Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung. An diesem Sommerabend brachte das Thema Umwelt bzw. Ökologie Publikum und Podium zusammen. Ein Buch, das Barbara Unmüßig (Heinrich-Böll-Stiftung) mit anderen Autoren vorlegte, wurde gemeinsam mit Dr. Dagmar Enkelmann (Rosa-Luxemburg-Stiftung) und Prof. Michael Brie




Brennendes Geheimnis

von Volker Külow Zahlreiche Historiker, insbesondere solche westdeutscher Herkunft, hielten das Thema für abgehakt. Doch jetzt bekommt einer der wichtigsten politischen Kriminalfälle des 20. Jahrhunderts wieder erhöhten Aufmerksamkeitswert. Es geht um die Brandstiftung im Berliner Reichstag am 27. Februar 1933, die von den Nazis zum Vorwand genommen wurde, die verfassungsmäßigen Grundrechte per Notverordnung außer Kraft




Ruandas Sturz in den Genozid

von Andreas Haupt Im eben erst vergangenen Jahr 2014 dominierte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren unseren Erinnerungshorizont. Der rwandische Genozid, der vor 20 Jahren stattfand und bei dem fast eine Million Menschen binnen 100 Tagen getötet wurde, blieb dagegen weitgehend unbeachtet. Dieser Lücke des Gedenkens hat sich der Verlag Das Wunderhorn mit




Die schützende Hand

Die Realität als Stoff für die Fiktion: wenn der NSU-Komplex zum Krimi wird von Volkmar Wölk Es ist bei mir geradezu zum Ritual geworden. Greife ich zu einem neu eingetroffenen Buch, dann fällt der Blick – genau in dieser Reihenfolge – zunächst auf das Inhaltsverzeichnis, dann auf die Liste der verwendeten Literatur und dann folgt




Odyssee zu den Quellen der Bucharin-Forschung

von Wulf Skaun Wladislaw Hedeler legt einzigartige Biographie des kommunistischen Revolutionärs und Theoretikers vor Jour fixe, der unkonventionelle Gesprächskreis am Leipziger Sitz der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, ist binnen weniger Monate zu einer angesagten Adresse geworden. Mit brennend oder latent aktuellen Themen locken seine Begründer, die einheimischen Historiker Klaus Kinner und Manfred Neuhaus, Debattierfreudige scharenweise in die




Eine Kritik der Zeitverhältnisse

von Andreas Haupt Diese Besprechung bemüht sich um den Essayband „Beschleunigung und Entfremdung“ des Jenaer Soziologen Hartmut Rosa, der auf der Basis seiner intensiven Beschäftigung mit dem Phänomen der Beschleunigung in der Moderne einen neuen Zugang zum Konzept der Entfremdung entwickelt. Dabei geht es dem Autor, wie schon der Untertitel „Entwurf einer kritischen Theorie spätmoderner




Griechenlandkrise: Kapitalismus und Krimi

von Volkmar Wölk „Bei einem Treffen, das ich mit Herrn Schäuble hatte, sagte er mir, ich hätte das Vertrauen der deutschen Regierung verloren. Und ich sagte ihm: Ich hatte es nie, ich bin Mitglied einer Regierung der radikalen Linken“. Für ihn, Yanis Varoufakis, sei etwas anderes wichtiger: „Aber ich habe das Vertrauen des griechischen Volkes“.




Auf Nahrungs- und Sprachbeschaffung

von Andreas Haupt Der Künstler und Dichter Schuldt hat mal wieder publiziert. Da er dies nur sehr gelegentlich tut, ist der erneut erschienene Band In Togo, dunkel eine wunderbare Gelegenheit, den originellen Autor kennenzulernen. Schuldt, der seinen Vornamen gerne verschwinden lässt, beschäftigt sich in seinen Texten mit Inhalt und Form von Sprache, für ihn ein




Der Lumpenhund in der Revolution

von Andreas Haupt Das Experiment einer besseren Gesellschaft begann mit einer Revolution, deren weitere Entwicklungen in den frühen 20er Jahren von der Gruppe der Poputschiki begleitet wurden. Aus der Position des Beobachters kommentierten die „literarischen Weggenossen“ die Versuche und Irrtümer jener frühen Jahre durchaus bissig und attackierten die Verfehlungen scharfzüngig. Sehr pointiert geschieht dies in