Tag: Musik

„Volkes Lied und Vater Staat“

Das erste allumfassende Buch über die DDR-Folkszene von Jens-Paul Wollenberg Wie groß war die Freude, als ich von einer guten Bekannten des Musikjournalisten Wolfgang Leyn erfuhr, dass seine Publikation über die DDR-Folkbewegung von 1976-1990 erscheinen sollte! Mir war schon damals klar, dass gerade dieser Autor kompetent genug schien, sich mit jener beinah in Vergessenheit geratenen




Richard Thompson – britischer Folkrocker mit herzzerreißendem Gesang

von Jens-Paul Wollenberg Anfang der fünfziger Jahre entwickelte sich in Großbritannien das sogenannte Folkfestival, das seinen Ursprung in der Tradition der städtischen Skifflemusik sowie durch die Wiederentdeckung alter irischer bzw. schottischer Volkslieder fand. In den Sechzigern entdeckten auch erste britische, oft linksorientierte Liedermacher den Folk für sich und es entstand, fast parallel zu den Vereinigten




J. J. Cale – Meister der unaufdringlichen Dynamik

von Jens-Paul Wollenberg Musikalische Eigenwilligkeit von Anfang an war das Markenzeichen des exzentrischen Einzelgängers J. J. Cale, dem Gitarre spielenden, singenden Gänsehauterzeuger, der mittels der mitreißenden und doch unaufdringlichen Dynamik seiner rauchigen Stimme einen unverwechselbaren Sound kreierte. John Walden Cale wurde am 5. Dezember 1938 in Oklahoma City geboren und verbrachte seine Kindheit in Tulsa,




„Nichts kann uns aufhalten!“

von Volkmar Wölk Die Kühlerhaube des Rolls Royce kennen auch alle jene, die sich die Nobelkarosse nie werden leisten können. Die Zahl von lediglich 1.300 Mitarbeitern rechtfertigt es nicht, dass das Logo der Firma, zwei ineinander verschränkte „R“, weltweit Legende sind. Und ebenfalls Legende ist die Kühlerfigur, „Spirit of Ecstasy“, natürlich gestaltet von einem Bildhauer.




Gerry Wolff, der charismatische Schauspieler und Chansonnier

von Jens-Paul Wollenberg „Zerreißt die Ketten von Sklavenzwang!“ So jedenfalls interpretiert er mit unverwechselbar intensivem Sprechgesang das Lied „Von der Arbeit aufgewacht“ des bekanntesten Poeten der 1848er Revolution, Georg Herwegh, auf einer Langspielplatte, die 1969 aufhorchen – und Gerry Wolff zum wichtigen Pionier des ostdeutschen Chansons werden ließ. Er bereicherte mit diesem Werk die bis




Marek Grechuta – Der polnische Troubadour des poetischen Gesangs

von Jens-Paul Wollenberg Marek Grechuta war mit Abstand der populärste Sänger Polens. Als er zwei Jahre alt war, kauften seine Eltern ein Klavier, für das sich der kleine junge schon bald interessierte. Der am 10. Dezember 1945 geborene Marek nahm ab seinem siebenten Lebensjahr Klavierunterricht bei einem Kirchenorganisten in seiner Heimatstadt Zamo??. Sein Abitur absolvierte




Raum für leidenschaftliche Träumerei – Bratsch

Von Jens-Paul Wollenberg Wie zu vermuten ist, beruht der Bandname auf dem typischen Begleitinstrument der Romamusik, nämlich der Bratsche. Die dreisaitige Verwandte der Violine dient dazu, schlichte Akkorde zu streichen und den jeweiligen Rhythmus eines Musikstückes zu bestimmen. Wenn beispielsweise der zu begleitende Sänger einem Musiker zuruft: „Hey, Du spielst jetzt die Bratsche!“ ist es




Urna und „Kroke“

Eine musikalische Fusion aus Fern- und NachbarOst [BU: Kroke bei einem Konzert in Mieres, Spanien, 2009.] von Jens-Paul Wollenberg Urna Charhar-Tügchi wurde als Kind einer Hirtenfamilie im Südwesten der Inneren Mongolei (die politisch zu China gehört) geboren. Schon sehr früh begann sie, die Volkslieder zu erlernen, die während des Hütens der Rinder, Schafe und Pferden




Nachwuchsprobleme? Keine Spur!

von Kevin Reißig Es ist ein unter jungen Linken gern verbreitetes Video: Am 13. April 2008 betritt einer die große Bühne bei „Volker Pispers und Gäste“, den man bis dato vor allem aus Kneipen und Bars kannte – Marc-Uwe Kling. Mit seiner grünen Gitarre schreitet der 26-Jährige zum Mikrofon. Er wirkt etwas unsicher, als er




Umdenken, Mister: und zwar schnell

Jens-Paul Wollenberg  für Links! 12/2011 In Gedenken an Franz Josef Degenhardt F.J.D. war Liedermacher, Schriftsteller und Rechtsanwalt. Seine Laufbahn als gesellschaftskritischer Chansonnier mit spitzfindigen satirischen Texten begann auf der Burg Waldeck 1964 (vgl. Links! 7-8/2011) Nach einem berauschenden Zechgelage in der Silvesternacht auf der Burg diskutierten vier Aktivisten der Waldeck, darunter auch Peter Rohland (der