Tag: Moskau

„Knallt die tollen Hunde nieder“

René Lindenau erinnert an die Worte und Taten von Andrej Wyschinski (1883-1954) Welche Wirkungen es haben kann, wenn das Recht politisch instrumentalisiert wird und Juristen bereit sind, sich zum Büttel ihrer Herren zu machen – das hat der Generalstaatsanwalt der UdSSR in den Jahren der Moskauer Schauprozesse demonstriert. Viele schmutzige Seiten hat Andrej Wyschinsky hinterlassen,




Die Märznote von 1952

von Prof. Dr. Kurt Schneider Am 10. März 1952 unterbreitete die Sowjetunion in einer Note an die Westmächte den Entwurf eines Friedensvertrages mit Deutschland, das als einheitlicher Staat wiederhergestellt werden sollte. Nationale Streitkräfte wurden zugestanden, die Neutralisierung Deutschlands war die Forderung. Das geeinte Deutschland in den auf der Potsdamer Konferenz (Juli 1945) festgelegten Grenzen sollte




Wenn die Welt sich ändert – 1985 und 2017

von Ralf Richter Erinnern Sie sich noch daran, was Sie am 11. März 1985 gemacht haben? Nicht? Es war ein scheinbar unwichtiger Tag. In Moskau war gerade innerhalb von wenigen Jahren der dritte Generalsekretär und Staatschef gewählt worden. Nachdem das langjährige Staatsoberhaupt Leonid Breshnew 1982 gestorben war, agierten seine beiden Nachfolger Andropow und Tschernjenkow nur




Die fleischgewordene Vision Dostojewskis

von Andreas Haupt Im Mai 1925 meldet der Draht aus Moskau, dass Boris Sawinkow, ein Träger des revolutionären Gedankens in Russland, verstorben sei. Und die Kölnische Zeitung vom 16. Mai desselben Jahres verabschiedet Boris Sawinkow mit den Worten: „Immer stand er in der vordersten Front der Revolution, immer bereit, seinen Kopf der revolutionären Sache zur




Duma-Wahlen in Russland

von René Lindenau Nicht nur in Berlin, sondern auch in Moskau wurde am 18.09.2016 gewählt. So wichtig die Abgeordnetenhauswahlen auch gewesen sein mögen: dass die Moskauer Duma-Wahlen in den deutschen Medien zum Randthema gerieten, haben sie nicht verdient. Circa 111 Millionen Bürger entschieden an diesem Tag über 40.000 Mandate. Im Mittelpunkt dürfte die Entscheidung über




Wlassow – Diener zweier Herren

von René Lindenau Zur Geschichte des Großen Vaterländischen Krieges gehört auch die Geschichte des Verrats – dem des sowjetischen Generals Andrej A. Wlassow. Geboren wurde Wlassow im September 1901 in Nishnij-Nowgorod. Zunächst besuchte er, ebenso wie Stalin, ein Priesterseminar. Im März 1919 zog es ihn in die Roten Garden, 1930 wurde Wlassow Mitglied der KPdSU.




Fritz Heckert, eine Chemnitzer Persönlichkeit

von Raimon Brete Chemnitz, Mühlenstraße 9, Dachgeschoss: Fritz Heckert wurde am 28. März 1884 geboren. Seine Entwicklung vom Chemnitzer Arbeiterjungen zu einer führenden Persönlichkeit der Gewerkschaftsbewegung endete vor 80 Jahren am 7. März mit seiner Zuversicht: „Ihr werdet‘s weiterführen“. Fritz Heckert begann nach dem Besuch der Volksschule eine Lehre als Maurer bei Meister Viertel in




Vor 60 Jahren: XX. Parteitag der KPdSU – Zwischen Hoffnung und Verzweiflung

von Dr. Hartmut Kästner / Prof. Dr. Klaus Kinner Wahrscheinlich waren viele Delegierte des XX. Parteitages der KPdSU in freudiger Stimmung, als sie sich am letzten Tagungstag zum Kreml begaben. Es war der 25. Februar 1956, und am Nachmittag würde der Parteitag enden. Wenn es auch der erste Parteitag nach Stalins Tod war, so waren




Linke Perspektiven in Russland, 1. Teil

Ein Bericht von Katja Kipping/ Boris Krumnow Rodina heißt übersetzt „Heimat“. Die Partei bezeichnet sich in ihrem 2002 beschlossenen Programm unter anderem als „patriotische Partei des multinationalen Volkes der Russländischen Föderation“. Bei den Wahlen zur Moskauer Duma engte sich ihre Vorstellung von der „Multinationalität“ offenbar auf den hellhäutigen und -haarigen Teil der Moskauer Bevölkerung ein.