Tag: Literatur

Wir, die Kinder der Utopie

von Wulf Skaun Adelheid Latchinian porträtiert im elften Jour fixe am Leipziger Sitz der Rosa-Luxemburg-Stiftung Leben und Werk der weißrussischen Nobelpreisträgerin 2015, Swetlana Alexijewitsch Die Bibliothek der Leipziger Rosa-Luxemburg-Stiftung platzt aus allen Nähten. Jour fixe, der „unkonventionelle Gesprächskreis“, startet vor Rekordkulisse in sein zweites Jahr. Die elfte Auflage Ende Januar 2016 folgt dem Erfolgsrezept: Mit




„Akademisierungswahn“ – Nida-Rümelin rechnet ab

von Ralf Richter Julian Nida-Rümelin meldet sich zu Wort. Der Kulturstaatsminister der Schröder-Fischer-Regierung hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben, das in der edition Körber-Stiftung erschienen ist. Auf 256 Seiten analysiert Rümelin die Kursrichtung aktueller Bildungspolitik. Dabei sagt der Titel „Der Akademisierungswahn – Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung“ schon viel aus. Freilich, der aus einer Künstlerfamilie




Sitzen zwei auf dem Blauen Sofa

Eine Rückschau auf die Leipziger Buchmesse mit Hör-, Seh- und Lesetipps von Ralf Richter Wer reinkommt in die Glashalle bei der Leipziger Buchmesse, steuert unweigerlich auf „Das Blaue Sofa“ zu. Hier werden von ZDF und Deutschlandradio Kultur die renommiertesten Autoren interviewt. Am „Messe-Freitag“ waren es u. a. Gysi und Schorlemmer. Bei der Vorstellung ihres gemeinsamen




Wiederauferstehung der Volkseigenen Betriebe?

von Ralf Richter In der Unterzeile des bei Campus erschienenen, etwa 500 Seiten starken Buches heißt es „Das Internet der Dinge, Kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus“. Bei manchen Büchern macht der Titel neugierig, bei anderen sind es die Untertitel, die einen „ins Boot holen“. Für mich waren es die letzten drei Wörter des




Buchtipp: Kulturgeschichte des Ersten Weltkrieges von Ernst Piper

von Pieter Potgieter Bei einem großen Jubiläum erscheinen meist mehrere, um das Leser-Interesse konkurrierende Werke – so ist es natürlich auch in diesem Jahr, in dem sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum einhundertsten Mal jährt. Die „Leit-Medien“ legen sich in solchen Fällen immer rasch auf ihre Favoriten fest: Bereits im Vorjahr wurde die Werbetrommel




Krieg dem Krieg bei der XIX. Rosa-Luxemburg-Konferenz

von Ralf Richter Was vom Krieg bleibt, im Gedächtnis der Menschheit, sind die Werke der Kunst. Es gibt riesige Gedenkmonumente zur Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg (wie er in Russland genannt wird) insbesondere auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion – auf einer riesigen breiten Treppe steigt man in Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad, den Mamajew-Hügel




Glosse: Schluss mit wichsen!

Von Uwe Schaarschmidt Nein – wir sagen nicht mehr Neger, schon lange nicht mehr. Auch nicht Negerlein. Wir reden nicht mehr von Schwarzen, Gelben, Roten, Braunen und von Rassen auch nicht. Das alles ist auch gut so. Es war geklärt, zumindest im öffentlichen Diskurs, in den Medien, in der Literatur, der Musik. Und über die




Alt, aber nicht veraltet: „Kuhle Wampe“

  Von Kevin Reißig Die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden ohne Furcht vor ihren Resultaten oder den herrschenden Mächten sei die gegenwärtige Aufgabe, schrieb Karl Marx 1844. Die Mittel, um diese Kritik auszudrücken und zu verbreiten, sind vielfältig – Filme gehören seit langem dazu. Neben Fritz Langs monumentalem Meisterwerk „Metropolis“ (1926), das mit einigem Recht als




Besessen von der Liebe zur russischen Literatur

Von Rico Schubert Ist es ein Liebesroman, ein Campus-Roman, ein langer Essay über das Lesen klassischer russischer Autoren wie Tolstoi, Dostojewski, Babel? Egal, denn selten wurde wohl so erfrischend darüber geschrieben, was es „bringen“ könnte, sich mit den Klassikern der russischen Literatur zu beschäftigen. Heutzutage verlangt es schon eine gehörige Portion Hartnäckigkeit, sich den 1000




Buchtipp: „My Song“ von Harry Belafonte

Buchtipp: „My Song“ von Harry Belafonte erzählt acht Jahrzehnte Bügerrechtsgeschichte von Ralf Richter Harry Belafontes Autobiographie „My Song“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Journalisten Michael Shnayerson und ich habe sie verschlungen, wie sonst nur die Biographie von Jack London von Rolf Recknagel – denn diese Lebensgeschichte liest sich eher wie ein Roman, denn wie eine