Tag: Literatur

Buchtipp: Kulturgeschichte des Ersten Weltkrieges von Ernst Piper

von Pieter Potgieter Bei einem großen Jubiläum erscheinen meist mehrere, um das Leser-Interesse konkurrierende Werke – so ist es natürlich auch in diesem Jahr, in dem sich der Ausbruch des Ersten Weltkrieges zum einhundertsten Mal jährt. Die „Leit-Medien“ legen sich in solchen Fällen immer rasch auf ihre Favoriten fest: Bereits im Vorjahr wurde die Werbetrommel




Krieg dem Krieg bei der XIX. Rosa-Luxemburg-Konferenz

von Ralf Richter Was vom Krieg bleibt, im Gedächtnis der Menschheit, sind die Werke der Kunst. Es gibt riesige Gedenkmonumente zur Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg (wie er in Russland genannt wird) insbesondere auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion – auf einer riesigen breiten Treppe steigt man in Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad, den Mamajew-Hügel




Glosse: Schluss mit wichsen!

Von Uwe Schaarschmidt Nein – wir sagen nicht mehr Neger, schon lange nicht mehr. Auch nicht Negerlein. Wir reden nicht mehr von Schwarzen, Gelben, Roten, Braunen und von Rassen auch nicht. Das alles ist auch gut so. Es war geklärt, zumindest im öffentlichen Diskurs, in den Medien, in der Literatur, der Musik. Und über die




Alt, aber nicht veraltet: „Kuhle Wampe“

  Von Kevin Reißig Die rücksichtslose Kritik alles Bestehenden ohne Furcht vor ihren Resultaten oder den herrschenden Mächten sei die gegenwärtige Aufgabe, schrieb Karl Marx 1844. Die Mittel, um diese Kritik auszudrücken und zu verbreiten, sind vielfältig – Filme gehören seit langem dazu. Neben Fritz Langs monumentalem Meisterwerk „Metropolis“ (1926), das mit einigem Recht als




Besessen von der Liebe zur russischen Literatur

Von Rico Schubert Ist es ein Liebesroman, ein Campus-Roman, ein langer Essay über das Lesen klassischer russischer Autoren wie Tolstoi, Dostojewski, Babel? Egal, denn selten wurde wohl so erfrischend darüber geschrieben, was es „bringen“ könnte, sich mit den Klassikern der russischen Literatur zu beschäftigen. Heutzutage verlangt es schon eine gehörige Portion Hartnäckigkeit, sich den 1000




Buchtipp: „My Song“ von Harry Belafonte

Buchtipp: „My Song“ von Harry Belafonte erzählt acht Jahrzehnte Bügerrechtsgeschichte von Ralf Richter Harry Belafontes Autobiographie „My Song“ entstand in Zusammenarbeit mit dem Journalisten Michael Shnayerson und ich habe sie verschlungen, wie sonst nur die Biographie von Jack London von Rolf Recknagel – denn diese Lebensgeschichte liest sich eher wie ein Roman, denn wie eine




Vom Tauchen in den Satztiefen

Von Peter Porsch Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain stand Zeit seines Lebens auf liebevollem Kriegsfuß mit der deutschen Sprache – wenn es denn einen solchen geben kann. Er schrieb einen langen Essay über „Die schreckliche deutsche Sprache“. „Wer nie Deutsch gelernt hat, kann sich gar keine Vorstellung davon machen, was das für eine komplizierte Sprache




Rehabilitation der „Verräter“

Eine Rezension von Torsten Haselbauer „Kriegsverrat. Vergangenheitspolitik in Deutschland“ ist der Titel einer kürzlich im Dietz-Verlag erschienen Dokumentation des Bundestagsabgeordneten Jan Korte und seines Ko-Herausgeber Dominic Heilig. Sogenannte Kriegsverräter und deren Rehabilitierung waren das Thema vieler Debatten der letzten Legislaturperiode im Deutschen Bundestag. Dabei verweigerten sich zu Beginn nicht nur klassische Konservative, die deutsche Militärgerichtsbarkeit




»Von der Parteien Hass und Gunst verwirrt«

Eine Rezension von Theodor Bergmann (Neues Deutschland) Über Michail Gorbatschow gehen die Meinungen weit auseinander. Manche meinen zu wissen, dass er sich bereits in seiner Jugend geschworen habe, den Sozialismus abzuschaffen. Nicht wenige, die vor über 20 Jahren noch begeistert »Gorbi, Gorbi« riefen, sind enttäuscht und verbittert, fühlen sich von ihm verraten und verkauft. Die




Einer der Großen

Der Schriftsteller Stefan Heym Von Jayne-Ann Igel Der Schatten der Großen, die Ende letzten Jahres uns verlassen, droht all jene vergessen zu machen, die schon früher diesen Weg gegangen – zu denken wäre beispielsweise an den 1913 in Chemnitz geborenen Schriftsteller Stefan Heym, der vor reichlich zehn Jahren, am 16. Dezember 2001, starb. Von Anfang