Tag: Literatur

Ein Besuch beim Bücher-Retter Peter Sodann

Das goldene Schild neben dem Eingang zur Peter-Sodann-Bibliothek auf dem Rittergut Staucha trägt einen etwas sperrigen Vereinsnamen: „Verein zur Förderung, Erhaltung und Erweiterung einer Sammlung von 1945 bis 1990 im Osten Deutschlands erschienener Literatur (Peter-Sodann-Bibliothek) e.V.“ Anspruch und Formulierung scheinen manch einen zu überfordern, auch Spender: In einem Büro hängt eine Spendenurkunde vom Freundeskreis Miniaturbuch




„Marx bleibt für mich aktuell“

Wulf Skaun sprach mit dem Marx-Forscher Manfred Neuhaus über das Marx-Jubiläum Professor Dr. sc. phil. Manfred Neuhaus (71) war als Historiker viele Jahre an der Karl-Marx-Universität Leipzig in Lehre und Forschung tätig. Er hat sich dort und nach dem Epochenbruch an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften als Arbeitsstellenleiter der Marx-Engels-Gesamtausgabe (MEGA) einen Namen gemacht. Das




Von Sachsen in finnischen Wäldern bis zur ersten Arabischen Republik

Ralf Richter mit Randentdeckungen auf der Leipziger Buchmesse Ein Dichterstreit hat in diesem Jahr noch vor der Buchmesse die Literaturfreunde aufgeschreckt. Wenn das nicht für Sachsen und seine Landeshauptstadt spricht: Eintausend Menschen kommen, um einem Dichterstreit zu lauschen, dem zwischen Durs Grünbein und Uwe Tellkamp – am Ende steht ein Verlierer fest: Es ist weder




Nicht nur Bücher gesucht

Eine Bilanz zu fünf Monaten LINKE Leseratte – Hilfe ist erwünscht! Von S. Schenck und S. Soult Seit dem Start des Projektes „LINKE Leseratte“ im Mai 2017 melden sich immer mehr Menschen, die ihre Bücher oft aus Platzgründen, aber auch Mangels eigenem Interesse der Leseratte übergeben. Auch für die Anschaffung neuer Bücher braucht man Platz




Der Ungeist der Evaluierung

Leipziger Dingsda-Verlag bringt die konfliktreiche Geschichte der Familie von Sarah und Rainer Kirsch heraus. Von Rudolf Scholz Es ist keine Seltenheit, dass Verleger zu Autoren ihres eigenen Verlages werden. Das trifft auch auf den Leipziger Verleger Joachim Jahns zu, der sich mit dem Dingsda-Verlag für ostdeutsche Literatur engagiert. Welche Risiken sich damit verbanden, zeigte sich




„Uninformierter Optimismus“

Die Korea-Krise gilt derzeit als Bedrohung des Friedens. Ralf Richter hat mit der in Südkorea geborenen Autorin Anna Kim korrespondiert. In den Neunzigern gab es kaum ein Buch koreanischer Autoren in Deutschland. Heute ist die Lage wenig besser. Sie sind als Kind koreanischer Eltern in Wien aufgewachsen und haben Koreanisch gelernt. Wie alt waren Sie,




„Das linke Dresden“: Eine herbe Enttäuschung

von Ralf Richter Im letzten Jahr kam es zu einer Staffelstabübergabe: Hans-Peter Lühr, der langjährige Redakteur der Dresdner Hefte, die vom Dresdner Geschichtsverein e.V herausgegeben werden, übertrug seine Aufgabe auf den aus Coburg stammenden Historiker Justus H. Ulbricht. Dessen Spezialgebiet ist eigentlich die „Völkische Bewegung“: Er hat 1996 gemeinsam mit Uwe Schmitz und Uwe von




Unendliche Wende

Ein Streitgespräch vor zwanzig Jahren – aktuell wie einst von Rüdiger Bernhardt Viele Menschen sorgen sich um die gegenwärtige Gesprächs- und Diskussionskultur und die zunehmenden Hass-Kommentare, die nicht nur das Gesprächsklima vergiften, sondern auch die Schwelle für Aggressionen sinken lassen. Da ist es gut und orientierend, sich an Beispiele zu erinnern, in denen politische Gegner respektvoll




Dresdner Arbeiterdichter

von Marcel Braumann Meine Handy-Nummer steht im Internet und natürlich (!) ist man als Öffentlichkeitsarbeiter der größten Oppositionsfraktion des Landtags prinzipiell irgendwie immer für den Rest der Welt erreichbar. Aber, nun ja, es gibt Besucher des Parlaments, für die von den am Empfang Tätigen verzweifelt Kontaktpersonen der Fraktionen gesucht werden, weil – man nicht am




„Die DDR hat’s nie gegeben“

von Prof. Dr. Kurt Schneider Als in Berlin der Palast der Republik abgerissen worden war, prangte unterhalb des Tatortes an einer Mauer entlang der Spree ein Graffito „Die DDR hat’s nie gegeben“. Es drückte aus, was so manchem Akteur der „friedlichen Revolution“ bewusst geworden war: Der Abriss des Palastes der Republik sollte den Abriss der