Tag: Liedermacher

Seiltänzer auf den Buchstaben

Jens-Paul Wollenberg mit einer Hommage an Hans-Eckardt Wenzel „Schreib Lieder, sagen die Gedichtemacher, schreib Gedichte, sagen die Liedermacher, schreib Prosa, fordern die Essayisten … eine Mixtur der Genres, fließende Grenzen.“ Mit diesen Worten leitete Steffen Mensching sehr zutreffend im Schutzumschlag den ersten Gedichtband Wenzels „Lied vom wilden Mohn“ aus dem Jahr 1984 ein. Denn Hans-Eckardt




Sag, wolltest Du nicht noch …

Von Michael Grunst Es war ein trauriger Juni, Sommeranfang 1998: Überall die Meldung, dass der Liedermacher Gerhard Gundermann tot ist. Gundi ist tot? Warum gerade er, ging es mir durch den Kopf. Warum schon wieder ein Guter? Hatten wir nicht im August 1998 noch eine Konzertverabredung auf der Freilichtbühne Weißensee? Zur Verabredung kamen dann viele,




Ein seltener Einblick!

Von Jens-Paul Wollenberg Am 2. Februar 2018 fand in dem im Leipziger Stadtbezirk Connewitz gelegenen „Werk 2“ eine bemerkenswerte musikalische Veranstaltung statt. Sie widmete sich dem Genre Liedermacher und Chanson. Das mehr als dreistündige Konzert unter dem Titel „Leipziger Liederszene der 80er Jahre“, das anlässlich des Erscheinens der DVD gleichen Namens vom Label-Chef des Musikverlages




Venceremos! Inti-Illimani und Victor Jara

von Jens-Paul Wollenberg Der 11. September, ein ganz gewöhnlicher Spätsommertag, wird heute oft als schwarzer Tag bezeichnet. Er erinnert an die Terroranschläge in New York im Jahr 2001 – dabei wird allerdings in der Regel außer Acht gelassen, dass sich schon einmal ein einem 11. September ein blutiges Ereignis ereignete, das hiesige Medien allerdings kaum




Wieder da! Chansontage im Kloster Michaelstein

von Jens-Paul Wollenberg Pfingsten 1975: In der Kultur- und Forschungsstätte Kloster Michaelstein bei Blankenburg am Harz fanden die ersten DDR-offenen Chansontage statt. Die Idee für diese Initiative kam aus den Reihen des im Kloster ansässigen Telemannkammerorchesters unter Leitung eines gewissen Dr. Eithel Friedrich Thom, und zwar vom jungen Orchestermitglied Wolfgang Schlemminger, der in seiner Freizeit




Eric Bogle – australischer Songpoet mit schottischen Wurzeln

von Jens-Paul Wollenberg Anfang der achtziger Jahre fiel mir während einer Liedermacherveranstaltung im Rahmen der Blankenburger Chansontage im Kloster Michaelstein, an der ich mitwirkte, ein junger Sänger auf. Er trug ein Lied vor, dessen pazifistischer Text mich tief berührte, ebenso wie dessen musikalische Umsetzung. Es thematisierte Fragen eines Beobachters an einen Soldaten aus dem Ersten




Mut zu leisten Tönen – Reinhold Andert zum Siebzigsten

von Jens-Paul Wollenberg Das Weltmusikmagazin „Folker“ bezeichnet ihn in der Ausgabe 3.14 als bemerkenswertesten Liedermacher aus der DDR, als leisen Poeten mit ganz eigenem Stil; „seine satirischen Liedtexte von scharfem Verstand stecken voller Parabeln und feiner Ironie“. Reinhold Adert lernte ich anlässlich eines Musikprojektes im Herbst 1988 in Berlin kennen. Die ostberliner Klezmerband „Aufwind“, der




Zeit: kurz, doch gut genutzt

von Kevin Reißig Manch großes musikalisches Talent hat die Welt viel zu früh verloren. Das gilt nicht nur für Künstler, die noch heute mehr oder weniger fest im kollektiven Bewusstsein unserer westlich geprägten Kulturwelt verankert sind – wie Buddy Holly, John Lennon, Otis Redding, Elvis Presley, Keith Moon, Bob Marley, Freddie Mercury oder den „Klub