Tag: Leipzig

Vor 100 Jahren: Der Streik der Leipziger Arbeiter im April 1917

von Prof. Dr. Kurt Schneider Die Auswirkungen des Kohlrübenwinters, der schreckliche Hunger und die durch den Krieg verursachte allgemeine Not hatten breiteste Teile der Bevölkerung an den Rand der Verzweiflung gebracht, als nunmehr die deutsche Regierung verkündete, am 15. April 1917 erneut die Brotration zu kürzen. Daraufhin traten vor allem in Berlin, Leipzig, Braunschweig, Hannover,




Gastland Litauen auf der Leipziger Buchmesse

von Ralf Richter Es gibt eine Münchhausen-Geschichte, die mich als Kind tief beeindruckt hat. Mitten im klirrend kalten Winter überfällt Münchhausen in einer tief verschneiten Gegend, wo er nur eine weiße Wüste um sich sieht, die Müdigkeit. Rasch bereitet er sich ein warmes Lager, auf dem er sich ausbreiten kann, und macht sein Pferd an




LAG selbstbestimmte Behindertenpolitik

Die LAG selbstbestimmte Behindertenpolitik DIE LINKE Sachsen hat einen neu gewählten Sprecher*inrat und hat der Sächsischen Staatsregierung Hausaufgaben mitgegeben. Am Samstag, dem 18.März 2017, haben wir uns in Leipzig zu unserer jährlichen Mitgliederversammlung getroffen. Als Gast konnten wir Horst Wehner begrüßen, der uns über behindertenpolitische Initiativen der Landtagsfraktion informierte. Das wichtigste Anliegen ist es, unsere




Sachsen ist Schlusslicht beim Sozialwohnungsbau

von Caren Lay Wohnen ist auch in Sachsen zu einer der zentralen sozialen Fragen geworden. Auch im Freistaat steigen die Mieten, besonders in den größeren Städten und deren Umland. Dresden und Leipzig verzeichneten zwischen 2010 und 2015 einen Anstieg der Mieten um durchschnittlich 20 Prozent, die Neubaumieten in Dresden stiegen in dieser Zeit sogar um




„Am Anfang war der Tango“

von Jens-Paul Wollenberg So beginnt der Leipziger Sänger Peter Wassiljewski über die Gründung und Entwicklung seines „Leschenko-Orchesters“ zu erzählen. Es war seine Lebensgefährtin, die zufällig auf einen Zeitungsartikel über den sowjetischen Chansonnier Pjotr Leschenko stieß. Leschenko wurde als König des russischen Tango bezeichnet. Als sich das Paar eine CD mit authentischen Aufnahmen aus den 30er




The Offer – Das Angebot

von Hector Das Weihnachtsgeschäft liegt nun hinter den Beschäftigten von Amazon. Man sollte erwarten, dass jetzt alles etwas ruhiger abläuft. Aber von Ruhe sind die Beschäftigten weit entfernt. Das Bestellvolumen ist im Vergleich zum Vorweihnachtsgeschäft deutlich zurückgegangen und von den über 2.000 Weihnachtsaushilfen wurden ca. 200 in befristeten und unbefristeten Arbeitsverhältnissen weiterbeschäftigt. Eigentlich eine gute




Vom Palast bis zur Platte

von Wulf Skaun Architektur und Architekturgeschichte in der DDR „Mutter aller Künste“ pries der alte Römer Vitruv die Architektur. Caesars und Augustus’ Baumeister, Architekt und erster Architekturtheoretiker der Geschichte formulierte drei noch heute gültige Tugenden, die Architektur zu beherzigen habe: Firmitas (Festigkeit), Utilitas (Nützlichkeit) und Venustas (Schönheit). Ob und in welchem Grade die Baukunst der




Stadt des Ungehorsams

von Dr. Volker Külow Für den rasanten (Wieder)Aufstieg Leipzigs in den letzten Jahren, zuletzt symbolisiert durch den Sprung vom Brauseclub RB auf einen Bundesligaspitzenplatz, sind diverse Erklärungsmuster und Bezeichnungen im Umlauf. Zu den nichtssagenden bis grässlichen zählen gewiss „Heldenstadt“ und „Hypezig“. Schon fast totzitiert ist auch Goethes Spruch aus dem Faust I „Mein Leipzig lob




Wohnen in Sachsen muss bezahlbar bleiben

von Caren Lay Beim sozialen Wohnungsbau herrscht in Sachsen seit Jahren Stillstand. Der unschöne Trend der Vorjahre setzte sich fort. Wie eine schriftliche Frage von mir an die Bundesregierung zu Tage förderte, wurde auch 2015 im Freistaat keine einzige Sozialwohnung gefördert. Das sächsische Innenministerium behauptete, dass es zwischen 2000 und 2015 schlicht „keine Notwendigkeit“ gab,




Ein Zwischenruf – Revoluzzer gegen Revoluzzer

von MIZO Jede Szene sucht sich über die Zeiten ihre Etiketten. Wo obiges R-Wort, das aus dem Italienischen abgeleitet ist, derzeit in Mode ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Der Duden behauptet „abwertend für Revolutionär“. Nur, wer richtet sich schon nach dem? In Leipzig verpasste eine Zeitung mal Mike Nagler aus Connewitz dieses R-Etikett,