Tag: Leipzig

Gelebte Solidarität im Betrieb: Ein Dank an die Amazon-Vertrauensleute

von Christian Rother Gewerkschaftliche Arbeit innerhalb eines Betriebes läuft über das Ehrenamt der Vertrauensleute. Diese organisieren Aktionen innerhalb und außerhalb des Betriebes und sind zusammen mit hauptamtlichen Gewerkschaftssekretären verantwortlich für die Planung und Durchführung von Streiks. Die Motivation, dieses Ehrenamt auszuüben, ist oft die Gleiche: Der Wille, etwas zu verändern und Einfluss auf eine positive




Linke Rebellen, Galli und Hochhuth in Leipzig

Buchmesse-Nachtrag von Ralf Richter Wenn zwei das Gleiche erleben, erlebt es doch jeder anders – ja, es gab in der letzten Ausgabe einen Buchmesse-Beitrag, aber hier folgt ein weiterer aus anderer Sicht. Als ich früh morgens, bevor es mit dem Bus zur Messe ging, MDR Figaro einschaltete, hörte ich Überraschendes: Ein Autor, Thomas Galli war




Lehrreiche, anregende Deutschstunden

von Klaus Pezold Der Literaturbetrieb lebt von Neuigkeiten. Sie werden besprochen, häufig in eine Höhe gelobt, die ihnen nicht unbedingt gut tut – und oft schnell wieder vergessen. Eine Chance gegenüber diesem Aktualitätsdrang haben meist nur Autorinnen und Autoren, bei denen ein runder Geburts- oder Todestag für indirekte Aktualität sorgt. Da fällt das Feuilleton des




Gewalt von links – Zeit zur Positionierung und Differenzierung

von Juliane Nagel Noch nie so oft wie im letzten Jahr musste ich mich zum Thema Gewalt von links äußern. Noch nie habe ich so oft meine gewaltfreie Grundhaltung kommuniziert. Trotzdem werde ich weiterhin zur Anführerin fiktiver linksautonomer Horden stilisiert. Doch: Auch noch nie habe ich so viel verbale Gewalt erlebt wie im letzten Jahr,




Der Extremist ist raus!

Peer Pasternack analysiert Abwicklung vor 25 Jahren bei Jour fixe von Wulf Skaun Bewegende Themen oder namhafte Referenten bescherten Jour fixe, dem von Klaus Kinner und Manfred Neuhaus vor Jahresfrist gegründeten „unkonventionellen Gesprächskreis“ an der Leipziger Dependance der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, stets die höchsten Teilnehmerzahlen. Für das zehnte Diskussionsforum am 17. Dezember 2015 traf beides zu:




Prekarität & Alltag

von Steffen Juhran Mehrtägiger Kongress zu prekären Arbeits- und Lebensverhältnissen im Leipziger Westen Kein Begriff scheint dieses Jahr so omnipräsent zu sein wie Prekarität. Egal ob die Rede ist von Sanktionen gegenüber Hartz-IV-Empfänger_innen, von Streiks bei Amazon oder von Stadtentwicklung und Verdrängung: In all diesen Bereichen spielt der Begriff eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig meint er




Der heiße Herbst – ver.di präsentiert sich bunt

Eine Nachbetrachtung zum 4. ver.di-Bundeskongress in Leipzig von Heiderose Gläß 1009 Delegierte sowie viele BeraterInnen und Gäste trafen sich von 20. bis 26. September in Leipzig zum 4. Bundeskongress der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. Kanzlerin Angela Merkel, die an der Eröffnung des Kongresses teilnahm, wurde zunächst mit freundlichen Gesten empfangen. Sie würdigte ver.di in ihrer Rede als




Sachsen schafft den sozialen Wohnungsbau ab

von Caren Lay Es sind alarmierende Zahlen: Binnen nur eines Jahres ist der Bestand der Sozialwohnungen in Sachsen fast auf ein Sechstel geschrumpft. Von über 42.000 Wohnungen im Jahr 2012 sind ein Jahr später gerade einmal 7.000 übrig geblieben. Das ist ein Kahlschlag auf dem sozialen Wohnungsmarkt. Damit liegt Sachsen im Bundestrend. Fast überall gehen




Schlag nach bei Rosa – Ständiges Rosa-Luxemburg-Seminar in der RLS Leipzig eröffnet

von Wulf Skaun „Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.“ Rosa Luxemburgs Demokratieverständnis, pointiert in dieser Sentenz, hat weder Lenin, dessen Revolutionstheorie sie kritisch beurteilte, noch seinen realsozialistischen Erben in der DDR geschmeckt. Allgemeiner: Zu allen Zeiten bemächtigten sich Freund und Feind dieses Zitats, wenn sie glaubten, daraus Kapital für ihre Zwecke schlagen zu können. Doch




Die Leipziger Bismarck-Fahrt

Eine kultur- und mentalitätsgeschichtliche Miniatur zum 200. Geburtstag des eisernen Kanzlers von Daniel Sieben Obwohl sich Otto von Bismarck während einer langen und außergewöhnlichen politischen Karriere nie allgemeiner Beliebtheit erfreuen konnte, avancierte er nach seinem Sturz 1890 binnen weniger Jahre zum populärsten deutschen Staatsmann. Nicht nur von konservativen Deutungseliten als »Reichsgründer« glorifiziert, wurde Bismarck in