Tag: Kapitalismus

Die Blauäugigkeit des Neokeynesianismus

von Bernd Czorny Die Debatte um die theoretischen Grundlagen linker Politik, ausgelöst von Axel Troost, hat offensichtlich Fahrt aufgenommen. Jürgen Leibiger und Ronald Blaschke erwiderten das Diskussionsangebot. Diese hier angelaufene Diskussion ist in jedem Falle zu begrüßen, da linke Politik theoretischer Grundlagen und Begründungen bedarf. Während Troost und Leibiger davon ausgehen, dass das von Keynes




Keynesianismus – Theorie-Fundament für linke Wirtschaftstheorie?

von Ronald Blaschke Rudolf Hickel, führender Linkskeynesianer und Mitglied der Memorandum-Gruppe, stellt klar: Keynes hat mit seiner Marktregulationstheorie nicht für die Abschaffung kapitalistischer Marktwirtschaft plädiert. Es geht um einen „klug geleiteten Kapitalismus“ (John Maynard Keynes). „Klug geleitet“ meint eine kapitalistische Marktwirtschaft, die durch staatliche Interventionen reguliert und stabilisiert wird. Das soll das Theorie-Fundament für linke




Linke Wirtschaftspolitik ohne marxistische Wirtschaftstheorie?

von Dr. Jürgen Leibiger Wie Axel Troost neulich in dieser Zeitschrift schrieb, gehören viele Erkenntnisse des Keynesianismus, insbesondere seiner linken Variante, zum theoretischen Werkzeugkasten einer „pragmatischen und anschlussfähigen linken Wirtschaftspolitik“. Dem ist unbedingt zuzustimmen und die jährlichen, auch von mir unterstützten Memoranden der Arbeitsgruppe „Alternative Wirtschaftspolitik“, zu deren Fundament der Linkskeynesianismus gehört, sind geradezu ein




Warum braucht linke Wirtschaftspolitik ein theoretisches Fundament?

von Axel Troost Die meisten Mitglieder der LINKEN in Sachsen haben, sei es in Auszügen oder als ganze Bände, Texte von Marx und Engels gelesen oder studiert. Die von Marx begründete historisch-kritische Analyse der kapitalistischen Verhältnisse hat auch heute, über eineinhalb Jahrhunderte später, noch große Aktualität und bietet weiterhin viele Erkenntnisse. Für viele Fragen der




Grundeinkommen – linkes Projekt für heute und die Zukunft?

von Ronald Blaschke Das Grundeinkommen ist eine bedingungslose materielle Absicherung der Existenz und gesellschaftlichen Teilhabe eines jeden Menschen – ohne Bedürftigkeitsprüfungen durch Sozialämter oder Jobcenter, ohne einen Zwang zur Erwerbsarbeit oder zu einer Gegenleistung, individuell garantiert. Im Gegensatz dazu stehen Grund- und Mindestsicherungen, bei denen man sich öffentlich als arm outen muss, und die regelmäßig




Frankfurt am Main, 18. März 2015

von Peter Porsch Im Internet finde ich bei t-online.de ein Video mit dem Titel „Autos und Barrikaden brannten“. Sie brannten in Frankfurt am Main. Anlass war die Eröffnung des neuen Hauptquartiers der EZB, das mehr als eine Milliarde Euro gekostet hat. Demonstriert sollte werden. Ein internationales Bündnis von Parteien, Gewerkschaften, Initiativen unter Führung von Blockupy




No Future war gestern

von Katja Kipping Die Woche der linken Zukunft im April ist die Chance, für DIE LINKE ihre Antworten für ein besseres Morgen zu diskutieren An die Zukunft denken viele Menschen in politischen Begriffen momentan lieber nicht. Wer kann es ihnen verdenken? Grund für schlechte Laune gibt es schließlich, wohin man schaut: Krieg in der Ukraine,




Postkapitalistische Ökonomie

von Ralf Becker Das „Ende des Wachstums“ beschäftigt uns seit dem gleichnamigen Bericht des Club of Rome von 1992. Alternativen gibt es sowohl theoretisch wie als Lebensgemeinschaften. Gemeinwirtschaft, sozial-ökologischer Umbau, „nachhaltige Entwicklung“, Permakultur sind Stichworte alternativer Ökonomie. Die AG Offene Kirche Chemnitz hatte am 25.10.2014 eine Konferenz zum obigen Thema ausgerichtet. Hauptreferent war Bernd Winkelmann,




Kleinanlegerschutzgesetz schützt kaum die „Kleinen“

von Susanna Karawanskij „Kleinanlegerschutzgesetz“ – das klingt zunächst wunderbar. Das Wörtchen „Schutz“ lässt das ja auch vermuten. Endlich wird die nette Großmutter vor gierigen Vertretern geschützt, die ihr unpassende, hochriskante Finanzprodukte andrehen und dabei hohe Provisionen kassieren wollen. Grundsätzlich ist es auch gut, dass nun der allererste Entwurf für ein solches Gesetz vorliegt. Hintergrund ist




Ökonomischer Schwachsinn

von Ralf Becker Eine Studie der Commerzbank hat herausgefunden, dass sächsische mittelständische Unternehmen gar nicht so schlecht mit der Eigenkapitalausstattung dastehen, im Ost-West-Vergleich auch mitunter besser. Investitionen würden deshalb vorwiegend auch aus Eigenkapital finanziert. Außerdem gehe es den Unternehmen vorwiegend um Substanzerhalt und zu wenig um Wachstum. Dabei bestehe doch in Maschinen- und Werkzeugbau, Nanotechnologie