Tag: Jour fixe

Brennpunkt Seidenstraße

Jour fixe diskutiert aktuellen Mythos und orienthistorische Realitäten. Von Wulf Skaun Xi Jinping hat einen Traum. Als nunmehriger Präsident von eigenen Gnaden hat Pekings mächtigster Mann noch bessere Karten, seine Vision von der „großen Wiederauferstehung der chinesischen Nation“ wahrzumachen. Ein Weg dorthin heißt „Neue Seidenstraße“. Als „Jahrhundertprojekt“ geplant, möchte Xi entlang der Routen vorneuzeitlicher „Seidenstraßen“




Was ein Parfüm erzählt

Jour fixe 30 erkundet Karl Schlögels „Das sowjetische Jahrhundert“. Von Wulf Skaun „,Das Rote Moskau? in der Flasche“. So ist eine kurze Geschichte in meinem Buch „Lauter Leben“ überschrieben. Die 92-jährige Elsa Wolf aus Wurzen hat sie mir 2012 erzählt. Ein dankbarer Rotarmist hatte der Geschäftsfrau 1945 ein kleines Parfümfläschchen geschenkt. Wie ein Juwel rettete




„Ich kann nicht aus Hass schreiben“

Der Leipziger Schriftsteller Norbert Marohn war zu Gast bei Jour fixe. Von Wulf Skaun Jour fixe einmal anders: Für die 29. Auflage wagten Manfred Neuhaus und Michael Zock ein Experiment. Und so kam der unkonventionelle Gesprächskreis in der Leipziger Dependance der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen Mitte Dezember als gestaltetes Interview daher. Mikrofon-Profi Michael Zock befragte den einheimischen




Freiheit und Einheit

Jour fixe spécial: Peter Brandt erzählt, liest und diskutiert über sein geschichtspolitisches Lebensthema. Von Wulf Skaun Doppelter Jour-fixe im November. Bereits eine Woche nach der turnusmäßigen 27. Runde, über die in dieser Ausgabe ebenfalls berichtet wird, ging Nummer 28 als Spécial über die Leipziger Bühne der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen. Das Besondere hat einen Namen: Peter Brandt




Hommage an Ernst Werner

23. Jour fixe erinnert an den großen Leipziger Mediävisten von Wulf Skaun Das Sto lat-Gedenkjubiläum muss noch warten. Ernst Werner, der 1993 verstorbene große Leipziger Mediävist, war Jahrgang 1920. Dennoch stand er im März beim 23. Jour fixe im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Den auch international hochgeschätzten Historiker zu würdigen, war seinen Schülern, Mitarbeitern und Nachfolgern




„… so hette ich das maul gehalten“

von Wulf Skaun Jour fixe diskutierte Lebens- und Wirkungsgeschichte Martin Luthers Man müsse einen Arsch in der Hose haben, hieß einer von Martin Luthers derb-deftigen Sinnsprüchen. Er selbst hielt sich daran, bot sogar Papst und Kaiser die Stirn. Seine gesellschaftlichen und theologischen Leistungen, im Reformationswerk manifestiert, machten ihn zu einem Geistesriesen, dem höchste Bewunderung zufloss.




Reiche Ernte der zweiten Schicht

Nikolaus Wachsmann liefert monumentale Gesamtdarstellung der NS-Konzentrationslager aus historischer Distanz von Wulf Skaun KZ oder KL: Seit Bruno Apitz’ „Nackt unter Wölfen“ wähnte man alles zu wissen und zu erfühlen, was diese Akronyme ausdrücken. Wie es auch Auschwitz oder Buchenwald als Symbolnamen mit empathischer Bedeutung suggerieren. Doch existierte weder das eine noch das andere faschistische




Der Janusköpfige

Richard Wagners ambivalentes Judenbild von Wulf Skaun Jour fixe ist im Januar in sein drittes Jahr gestartet. Im Leipziger Domizil der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen halten die einheimischen Historiker Klaus Kinner und Manfred Neuhaus, Begründer dieses „unkonventionellen Gesprächskreises“, eine kurze Rückschau auf 20 gut besuchte und dokumentierte Diskursabende. Ihr Zeugnis vor wiederum vollem Haus: Jour fixe übertrifft




Genosse Sokrates und Don Manfredo

Schüler und Mitstreiter erinnern an zwei große Leipziger Gelehrte von Wolf Skaun An der Wiege ist ihnen eine akademische Karriere nicht gesungen worden. Der eine, Jahrgang 1929, kommt als Sohn eines Zimmerers über die Lehre als Verwaltungsangestellter und die Vorstudienanstalt ABF in die Gelehrtenwelt. Der andere, ein Jahr jünger, Sprössling eines Hilfsmaschinisten, erlernt das Schuhmacherhandwerk,




„Lenin ist alles andere als ein toter Hund“

von Wulf Skaun Wladislaw Hedeler und Volker Külow plädieren für eine Reaktualisierung seiner Imperialismusanalyse „Er rührte an den Schlaf der Welt – Lenin“ (Becher/Eisler/Busch). Verblichene Hommage auf einen „großen Mann“ der Geschichte (Plechanow). Mit dem Scheitern seines praktizierten Sozialismusmodells „im Sinne der Jakobiner-Herrschaft“ (Luxemburg) hat ihn politischer Mainstream linker und rechter Provenienz auch als Gesellschaftstheoretiker