Tag: Geschichte

Von Damaskus über Bagdad nach Teheran – wenn Grenzen fallen

Die „Sykes-Picot-Ordnung“ hat ausgedient, eine Region im Umbruch von Ralf Richter Wozu gibt es Grenzen? Sie sollen Herrschaftsbereiche definieren. Wir sollten es hier in Europa und insbesondere in Deutschland besonders gut wissen – denn Kleinstaaterei ist zumindest in Mitteleuropa eine „Spezialität“ der Deutschen bis 1871 gewesen. Lange dauerte es danach noch, bis mit der Gründung




Der 22. Juni 1941: Verdammt lang her – doch nicht vergessen

von René Lindenau Für den preußischen Kriegsphilosophen General Carl von Clausewitz (1780-1831) war der Krieg ein Akt der Gewalt, um dem Gegner zur Erfüllung (unseres) Willens zu zwingen (siehe in „Vom Kriege“). Doch jener Krieg war anders und sollte alles bisher gewesene Kriegsgeschehen in seiner Grausamkeit und Heftigkeit in den Schatten stellen. Der Krieg Hitlerdeutschlands




Vor 100 Jahren starb Bertha von Suttner

von Una Giesecke Rolf Hoppe hat einmal bekannt, welche drei Bücher ihn geprägt haben: die Bibel, der Bauernkalender und die von Bertha von Suttner. Die ersten beiden kennt man, aber Bertha von Suttner? Schon mal gehört, bloß wer war das gleich noch mal? So reagierten selbst Vorsitzende von Parteien, die zur vorigen Europawahl angetreten waren,




Ukrainische Linke – gibt’s da was?

von Nelia Vakhovska Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 tut sich die Ukraine mit dem Begriff der Linken schwer. Trotz permanent steigender Arbeitslosigkeit, Armut und Korruption ist das Land nur bedingt für linke Kritik offen. Dafür gibt es zwei Ursachen: Die Geschichte der ukrainischen Spaltung und das Agieren der Kommunistischen Partei (KPU). In den jetzigen




Nicht utopisch: Ein Buch des Netzwerkes der Weltreporter

von Ralf Richter „Völlig utopisch – 17 Beispiele einer besseren Welt“ steht auf dem blau-weiß-orangenen Cover, auf dem ein Radler oder eine Radlerin mit einem speziellen Dänen-Rad im Transportkasten eine Ziege mit Grünzeug kutschiert, während hinten auf dem Gepäckträger Bücher gestapelt sind, auf denen eine Vase mit Blume umher schwankt – dazu gibt es ein




Der 1. Weltkrieg – Ein Krieg in Briefen

von René Lindenau Jedes geschichtliche Ereignis lässt Fragen zurück. Bei der „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts, wie der US-Diplomat und Historiker George F. Kennan den Ersten Weltkrieg nannte, ist das nicht anders. Eine wichtige Quelle, um sich ein Bild von dessen Verlauf und von seinen Gräueln zu machen – oder auch, um Antworten zu ergründen, ist




Zwei Weltkriege – eine Katastrophe – ein Jahrhundert

von René Lindenau Das zwanzigste Jahrhundert war noch minderjährig, als aus ihm ein Weltkrieg erwuchs. Achtzehn sollte es werden, bevor jener Wachstumsprozess in den Blutmühlen und auf den Schlachtfeldern zum Stehen kam. Dazu meinte der englische Schriftsteller D. H. Lawrence: Der Krieg habe „die lang gewachsene europäische Zivilisation zerstört“. Der damalige britische Kriegskorrespondent Philip Gibbs




Im zweiten Anlauf

von Holger Politt Im Sommer 1988 wurde Polen von einer Streikwelle erschüttert, die allerdings bei weitem nicht an die Wucht und die Kraft der Streiks vom Sommer 1980 herankam. Dennoch warf die Regierungsseite nun ihr letztes Angebot in die Waagschale: soziale Marktwirtschaft und umfassende Demokratisierung der Gesellschaft. Bereits im Herbst 1988 erlebten die staunenden Fernsehzuschauer




10 Jahre Aufruf der Initiative Arbeit & soziale Gerechtigkeit IASG

von Tilo Wirtz Im März 2004, also vor genau zehn Jahren, verweigerten einige bayrische SPD-Genossinnen und -Genossen um den Schweinfurter Gewerkschaftssekretär Klaus Ernst dem Basta-, Hartz- und Kriegskanzler Gerhard Schröder den Gehorsam und gingen mit ihrem Aufruf „Initiative Arbeit und soziale Gerechtigkeit“ an die Öffentlichkeit. Sie stellten fest, dass sich die SPD von ihren Grundsätzen




LEIPZIGS NEUES DENKMAL

Nach Robert Musil ist „das Auffallendste an Denkmälern …, dass man sie nicht bemerkt“. Nicht so in Leipzig, und Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) kann davon nur träumen. An der Pleiße werden Denkmäler wahrgenommen und diskutiert, bevor sie überhaupt Gestalt annehmen. Prominentestes historisches Beispiel ist das Völkerschlachtdenkmal, von der Idee über die Finanzierung bis zur Vollendung