Tag: Geschichte

Weggucken, Wegdrücken, Verharmlosen

von Caren Lay Die gescheiterte Strategie der CDU gegen rechts In Sachsen ist das Problem rechte Gewalt besonders groß. Das ist angesichts zahlreicher Statistiken, auch der ganz offiziellen des Bundeskriminalamtes, völlig unstrittig: Gemessen an der Bevölkerungszahl gibt es in Sachsen die meisten Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Wenn hier noch von Einzelfällen spricht, der hat wirklich den




Vom Kalten Krieger zum pragmatischen Visionär

Dietmar Bartsch erinnert an Egon Bahr Das erste Mal traf ich Egon Bahr in der „Wendezeit“ 1989/90. Am Rande eines Moskau-Aufenthaltes besuchte er Aspiranten aus der DDR an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften. Wir begegneten dem SPD-Politiker freundlich und zurückhaltend. Einerseits imponierte uns seine Aufgeschlossenheit gegenüber Gorbatschows Politik von Glasnost und Perestroika, in die auch wir




Krieg zu Ende und doch noch weitere Tote?

Eine etwas andere Geschichte zum Jubiläum der Befreiung vom Faschismus von Siegfried Gläß, Dr. Reinhold Gläß Wenige Tage nach der Befreiung vom Faschismus, am frühen Nachmittag des 13. Mai 1945, zerbarst ein gewaltiger Detonationsknall unvermittelt die durch Anwesenheit von US-Truppen ohnehin ungewöhnlich geschäftige und laute Szenerie im sonst eher beschaulichen obervogtländischen Dorf Muldenberg. Kurz zuvor,




Forschungsstandort Dresden

Von Uwe Schaarschmidt 25 Jahre Zeit hatten die christlichen Großkirchen in Dresden, um die Stadt zu christianisieren. Enorme finanzielle Mittel, Medien und sogar eine durchregierende, sich christlich nennende Staatspartei standen ihnen dafür zur Verfügung. Das hat bislang keinen Erfolg gehabt: Die Kirchenaustritte steigen auch hier, 70 % der Bevölkerung sind schlicht Ungläubige geblieben. Daran wird




Die Geschichte von der Geschichte

von Peter Porsch Manchmal dümpelt Geschichte vor sich hin, über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende oder wenigstens 40 Jahre, und manchmal legt sie ein Tempo vor, dass Du mit dem Moped nicht hinterher kommst. Da verlässt man z. B. am Montagabend der Herbstmessewoche 1989 das Uni-Hochhaus in Leipzig gegen sechs und bis nach Hause ist schon




„Er hat immer gesagt „Die Lichte bei Torgau“ …

von Jens Thöricht Mit diesen Worten beginnt die Löbauer Landtagsabgeordnete Heiderose Gläß ihren Vortrag über einen aus Schlesien stammenden Antifaschisten, der während der faschistischen Diktatur unter anderem im Konzentrationslager Lichtenburg eingesperrt war. Es handelt sich um ihren Vater, Alfred Schneider. Wir sitzen im Seminarraum der KZ-Gedenkstätte Lichtenburg Prettin, die Stimmung ist bedrückend. Heiderose Gläß lässt




Von Damaskus über Bagdad nach Teheran – wenn Grenzen fallen

Die „Sykes-Picot-Ordnung“ hat ausgedient, eine Region im Umbruch von Ralf Richter Wozu gibt es Grenzen? Sie sollen Herrschaftsbereiche definieren. Wir sollten es hier in Europa und insbesondere in Deutschland besonders gut wissen – denn Kleinstaaterei ist zumindest in Mitteleuropa eine „Spezialität“ der Deutschen bis 1871 gewesen. Lange dauerte es danach noch, bis mit der Gründung




Der 22. Juni 1941: Verdammt lang her – doch nicht vergessen

von René Lindenau Für den preußischen Kriegsphilosophen General Carl von Clausewitz (1780-1831) war der Krieg ein Akt der Gewalt, um dem Gegner zur Erfüllung (unseres) Willens zu zwingen (siehe in „Vom Kriege“). Doch jener Krieg war anders und sollte alles bisher gewesene Kriegsgeschehen in seiner Grausamkeit und Heftigkeit in den Schatten stellen. Der Krieg Hitlerdeutschlands




Vor 100 Jahren starb Bertha von Suttner

von Una Giesecke Rolf Hoppe hat einmal bekannt, welche drei Bücher ihn geprägt haben: die Bibel, der Bauernkalender und die von Bertha von Suttner. Die ersten beiden kennt man, aber Bertha von Suttner? Schon mal gehört, bloß wer war das gleich noch mal? So reagierten selbst Vorsitzende von Parteien, die zur vorigen Europawahl angetreten waren,




Ukrainische Linke – gibt’s da was?

von Nelia Vakhovska Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 tut sich die Ukraine mit dem Begriff der Linken schwer. Trotz permanent steigender Arbeitslosigkeit, Armut und Korruption ist das Land nur bedingt für linke Kritik offen. Dafür gibt es zwei Ursachen: Die Geschichte der ukrainischen Spaltung und das Agieren der Kommunistischen Partei (KPU). In den jetzigen