Tag: Geschichte

Reisende kommt Ihr …

… zum Beispiel nach Malbork, dann befindet Ihr Euch heute in Polen und in der Nähe von Gdansk. Deutsche sagen meistens Danzig und nicht alle Polinnen und Polen hören es gerne. Eigentlich sollte nichts dabei sein. In Österreich spricht man von der Hauptstadt Wien, englischsprachige Menschen nennen die Stadt aber Vienna, wer tschechisch als Muttersprache




Es muss mal gut sein!?

von Simone Hock Vor 79 Jahren ereignete sich die „Reichspogromnacht“. Nicht erst seit Gaulands Aufforderung, stolz zu sein auf die „Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen“, hört man es immer wieder: Was geht uns das an? Wir sind nicht verantwortlich! Es muss mal gut sein mit dem Schuldkomplex der Deutschen! Wirklich? Richtig ist: Wir sind




Bundespräsident Joachim Gauck geht – eine Bilanz

von René Lindenau Nach anfänglicher Verlegenheit wurde 2012 mit Joachim Gauck ein neuer Bewohner für das Bundespräsidentenamt gefunden. Zuvor hatte man es sozusagen mit zwei Teilzeit-Präsidenten zu tun. Erst musste Horst Köhler die Umzugskisten packen, nachdem er aussprach, was eigentlich alle schon wussten, „in Afghanistan sei Krieg“. Und der andere, Christian Wulff – von dem




Verpflichtende Geschichte

von Jochen Mattern Geschichte ist in Sachsen seit dem Beginn des Schuljahres 2016/2017 wieder ein „verpflichtendes“ Unterrichtsfach für alle Schülerinnen und Schüler. Bislang hatten die Zehntklässler in der Oberschule, der vormaligen Mittelschule, zwischen Geografie und Geschichte wählen können. Die Regelung stammte aus dem Jahr 2006. Von der Möglichkeit zur Abwahl eines Unterrichtsfaches versprach sich die




Weggucken, Wegdrücken, Verharmlosen

von Caren Lay Die gescheiterte Strategie der CDU gegen rechts In Sachsen ist das Problem rechte Gewalt besonders groß. Das ist angesichts zahlreicher Statistiken, auch der ganz offiziellen des Bundeskriminalamtes, völlig unstrittig: Gemessen an der Bevölkerungszahl gibt es in Sachsen die meisten Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte. Wenn hier noch von Einzelfällen spricht, der hat wirklich den




Vom Kalten Krieger zum pragmatischen Visionär

Dietmar Bartsch erinnert an Egon Bahr Das erste Mal traf ich Egon Bahr in der „Wendezeit“ 1989/90. Am Rande eines Moskau-Aufenthaltes besuchte er Aspiranten aus der DDR an der Akademie für Gesellschaftswissenschaften. Wir begegneten dem SPD-Politiker freundlich und zurückhaltend. Einerseits imponierte uns seine Aufgeschlossenheit gegenüber Gorbatschows Politik von Glasnost und Perestroika, in die auch wir




Krieg zu Ende und doch noch weitere Tote?

Eine etwas andere Geschichte zum Jubiläum der Befreiung vom Faschismus von Siegfried Gläß, Dr. Reinhold Gläß Wenige Tage nach der Befreiung vom Faschismus, am frühen Nachmittag des 13. Mai 1945, zerbarst ein gewaltiger Detonationsknall unvermittelt die durch Anwesenheit von US-Truppen ohnehin ungewöhnlich geschäftige und laute Szenerie im sonst eher beschaulichen obervogtländischen Dorf Muldenberg. Kurz zuvor,




Forschungsstandort Dresden

Von Uwe Schaarschmidt 25 Jahre Zeit hatten die christlichen Großkirchen in Dresden, um die Stadt zu christianisieren. Enorme finanzielle Mittel, Medien und sogar eine durchregierende, sich christlich nennende Staatspartei standen ihnen dafür zur Verfügung. Das hat bislang keinen Erfolg gehabt: Die Kirchenaustritte steigen auch hier, 70 % der Bevölkerung sind schlicht Ungläubige geblieben. Daran wird




Die Geschichte von der Geschichte

von Peter Porsch Manchmal dümpelt Geschichte vor sich hin, über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende oder wenigstens 40 Jahre, und manchmal legt sie ein Tempo vor, dass Du mit dem Moped nicht hinterher kommst. Da verlässt man z. B. am Montagabend der Herbstmessewoche 1989 das Uni-Hochhaus in Leipzig gegen sechs und bis nach Hause ist schon




„Er hat immer gesagt „Die Lichte bei Torgau“ …

von Jens Thöricht Mit diesen Worten beginnt die Löbauer Landtagsabgeordnete Heiderose Gläß ihren Vortrag über einen aus Schlesien stammenden Antifaschisten, der während der faschistischen Diktatur unter anderem im Konzentrationslager Lichtenburg eingesperrt war. Es handelt sich um ihren Vater, Alfred Schneider. Wir sitzen im Seminarraum der KZ-Gedenkstätte Lichtenburg Prettin, die Stimmung ist bedrückend. Heiderose Gläß lässt