Tag: DDR

Melodie & Rhythmus auf der Kippe

Es scheint fünf nach zwölf zu sein, aber vielleicht ist es dennoch nicht zu spät. Die 1957 gegründete Musikzeitschrift Melodie & Rhythmus sollte schon 2008 ihr Erscheinen einstellen. Seinerzeit rettete die Verlag 8. Mai GmbH die Zeitschrift, die es in der DDR einmal auf eine Auflage von 300.000 Exemplaren brachte. Unter der neuen Chefredakteurin Susann




Sexismus in der DDR?

Uta Schlegel über Verhältnisse und Verhalten Sexismus meint zunächst Formen meist der bewussten, aber auch der unbewussten Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer biologischen Geschlechtszugehörigkeit. In der gesellschaftlichen Debatte zu diesem Problem drohen mindestens zwei Irrtümer: Ganz überwiegend – so auch die weltweite Bewegung – beschränken sich die Diskussionen zum einen ausschließlich auf männliche Übergriffe gegenüber




Beitritt als Unterwerfungsakt

Von Prof. Dr. Kurt Schneider Das von Günter Benser verfasste Kompendium ist eine Bestandsaufnahme der Auswirkungen des Beitritts der DDR zum Geltungsbereich der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober 1990. Während sich die um Bundeskanzler Helmut Kohl gescharrten Akteure der Herstellung der staatlichen Einheit Deutschlands, aber auch die heutigen Tonangeber gebetbuchartig darauf berufen, dass




Kein Einheitsbrei, sondern Trennkost

Michael Zock über die Ausstellung „Formgestaltung in der DDR“ im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig Um es gleich anfangs festzustellen: Der Besuch dieser Ausstellung lohnt. Man kann sie ohne Nöte im Kalender planen, denn bis zum 14. Oktober besteht an allen Tagen (außer montags) eine Möglichkeit. Die Überschrift kam mir während des Presserundgangs in den Sinn. „Kein




„Ein Beitrag zur Befreiung aus westdeutscher Deutungshoheit und Vormundschaft“

Volker Külow im Gespräch mit dem ehemaligen DDR-Ministerpräsidenten Hans Modrow Hans Modrow, Sie verklagten die Bundesrepublik und saßen am letzten Februartag im Großen Saal des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig. Das war jener Tag, an dem vor 85 Jahren der Reichstag brannte, und in ebendiesem Saal saß der Nazistaat wenige Monate später über die vermeintlichen Brandstifter zu




Geschichtsskandal in Leipzig

Erich Zeigner gehört in Portrait-Galerie der Oberbürgermeister! Von Volker Külow An verdienstvolle Oberbürgermeister zu erinnern ist der Gedenkkultur einer Stadt grundsätzlich zuträglich. In der am 2. Februar 2018 von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) im Rathaus eröffneten Dauerpräsentation „von Portraitaufnahmen aller demokratisch gewählter Oberbürgermeister der Stadt Leipzig aus der Zeit von 1877 bis 1933 sowie von




Die Wurzeln des Rassismus

von Max Wegener Die Geschichte des Rassismus in Ostdeutschland beginnt vermeintlich erst in der Wendezeit. Damals erlangten die Pogrome von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen eine überregionale, traurige Berühmtheit. Auch die rassistisch motivierten Morde an Einzelpersonen wie Amadeu Antonio Kiowa, Jorge Gomondai, Nuno Lourenço und nicht zuletzt Oury Jalloh sind in diesem Zusammenhang zu betrachten. Jedoch ist




Die letzte (?) Melodie & Rhythmus

Von Ralf Richter Die Produktion von „Melodie & Rhythmus“ wird vorerst eingestellt – als Grund gibt der Verlag Geldmangel an. Wenn man die vorläufig letzte Ausgabe mit dem Titel-Thema Afrika in den Händen hält, stellt sich ein doppelter Schmerz ein: einerseits über den neuerlichen Verlust eines Stückes ostdeutscher Identität – und andererseits tut es auch




Vor 60 Jahren verstorben: Gerhart Ziller

Von Prof. Dr. Kurt Schneider Geboren am 19. April 1912 Dresden, absolvierte Gerhart Ziller von 1926 bis 1930 die Lehre als Elektromonteur und technischer Zeichner sowie danach in der Abendschule die Ausbildung zum Maschienenbauingenieur. Bereits während seiner Lehrzeit wurde er Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes (KJVD) und des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes (DMV). 1930 trat er in die




Ausdruck der Politik der friedlichen Koexistenz

Am 21. Dezember 1972 wurde der Grundlagen-Vertrag über die Beziehungen zwischen der BRD und der DDR besiegelt. Von Prof. Dr. Kurt Schneider Beide deutschen Staaten nahmen für sich in Anspruch, der bessere Staat zu sein. Doch im Unterschied zur DDR verstiegt sich die BRD lange Zeit darauf, der alleinige deutsche Staat zu sein, weshalb eine