Tag: DDR

Neue Töne im Umgang mit DDR-Geschichte

von Dr. Rolf Ziegenbein Verfolgt man den Umgang mit der DDR-Geschichte in der etablierten Geschichtsschreibung und Politik, so fällt auf, dass in letzter Zeit vor allem in Veröffentlichungen mit wissenschaftlichem Anspruch neue Töne zu hören sind, die mehr Sachlichkeit und Differenziertheit anmahnen. Fast überdeutlich meldet sich dazu der in Sachsen an der TU Chemnitz und




Vom Palast bis zur Platte

von Wulf Skaun Architektur und Architekturgeschichte in der DDR „Mutter aller Künste“ pries der alte Römer Vitruv die Architektur. Caesars und Augustus’ Baumeister, Architekt und erster Architekturtheoretiker der Geschichte formulierte drei noch heute gültige Tugenden, die Architektur zu beherzigen habe: Firmitas (Festigkeit), Utilitas (Nützlichkeit) und Venustas (Schönheit). Ob und in welchem Grade die Baukunst der




Ein sächsischer Innenminister als Rufmörder

von Dr. Horst Schneider Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen (8. Gebot). Am 18. Januar 1992, vor 25 Jahren, hatte der sächsische Innenminister Heinz Eggert seinen großen Tag. Er durfte in der ARD-Sendung „Brennpunkt“ seine Gruselgeschichte erzählen, die er „in seiner Akte“ gefunden haben wollte. Zur Erinnerung: Ab dem 1. Januar 1992 durften




Ein Lebensweg, der in Sibirien im Kriegsgefangenenlager begann

von Prof. Dr. Kurt Schneider Der Text des Buches „Ich und die Russen“ sind die persönlichen Erlebnisse, Erfahrungen und Einsichten von Alfons Lehnert, geprägt im Verlaufe von Jahrzehnten. Lehnert, geboren 1928 in einer schlesischen Arbeiterfamilie, hatte das Glück, nicht durch unmittelbare Ereignisse und Erinnerungen an direkte Kriegskampfhandlungen mit all ihren Grausamkeiten belastet gewesen zu sein.




Die Kraft einer Utopie

von Prof. Dr. Kurt Schneider Es ist ein erstaunliches Buch. Sein Autor, Manfred Lütz, ist kein Historiker und kein Politologe, sondern ein Mann der Wirtschaft, wie er sich selbst bezeichnet. Heute ist er als Rentner noch mit einigen einstigen beruflichen Aufgaben befasst. Sein Buch ist kein Schnellschuss, kein Resultat flüchtiger Überlegungen, sondern das Ergebnis einer




„Höchste Akribie und Ernsthaftigkeit“: Das MfS im Kampf gegen Nazi- und Kriegsverbrecher

von Prof. Dr. Kurt Schneider Alle Nazi- und Kriegsverbrecher, die den vom faschistischen Deutschland geführten Raub-, Eroberungs- und Vernichtungskrieg zu verantworten hatten, sollten gemäß der Schwere ihrer Verbrechen verurteilt werden. Auf der 3. Interalliierten-Konferenz am 13. Januar 1941 in London hatten die bis dahin von Deutschland besetzten Länder bekundet: „Zu den Hauptzielen der Alliierten gehört




„Der Osten darf keine Einöde der Armut werden“

Die sächsische Bundestagsabgeordnete der LINKEN, Susanna Karawanskij hat von Roland Claus die Rolle als Ost-Koordinatorin der Linksfraktion übernommen. „SachsensLinke“ hat mit ihr darüber gesprochen. Susanna, wie kommt es, dass Du Dich für Ostdeutschland-Politik interessierst und Dich für die Belange der ostdeutschen Bevölkerung stark machen willst? Ich wurde 1980 in Leipzig geboren. Dadurch habe ich zumindest




„Volkes Lied und Vater Staat“

Das erste allumfassende Buch über die DDR-Folkszene von Jens-Paul Wollenberg Wie groß war die Freude, als ich von einer guten Bekannten des Musikjournalisten Wolfgang Leyn erfuhr, dass seine Publikation über die DDR-Folkbewegung von 1976-1990 erscheinen sollte! Mir war schon damals klar, dass gerade dieser Autor kompetent genug schien, sich mit jener beinah in Vergessenheit geratenen




Genosse, wo bist Du heute? Wie die DDR-Jugendhochschule eine Finnin nicht loslässt

Obwohl es viele FDJ-Blauhemden in der Einrichtung gab, war sie in der DDR fast unbekannter als im Ausland: Die Rede ist von der Jugendhochschule Wilhelm Pieck in Bogensee bei Berlin. Ende der 80er Jahre studierte an der wichtigsten Kaderschmiede der Freien Deutschen Jugend auch eine junge Finnin das Fach Marxismus-Leninismus. Kirsi Marie Liimatainen hat unter




„Souverän und ursprünglich – von Blues aus Polen bis Diestelmann“

von Jens-Paul Wollenberg Wie kam es eigentlich dazu, dass gerade in der DDR und Volksrepublik Polen unabhängig voneinander Blues eine nicht unbedeutende Rolle in der modernen Musikszene spielte? Der Auslöser für diese Entwicklung könnten die Gastspiele des Ensembles „American Folk Blues Festival“ sein, das 1964 und 1966 in beiden Staaten auftrat. Diese Gruppierung aus namhaften