Tag: DDR

Erasmus, Europa und linker Internationalismus

Vergangenheit prägt. Wir waren damals „späte Studenten“, vielleicht die älteste Studentengeneration, die bis dato je den Weg zur Uni fand. „Die Wende“ schwemmte tausende nicht mehr ganz so junge Leute ins Direktstudium – auch ich, der ich mich längst auf ein Fernstudium eingestellt hatte, freundete mich kurzfristig mit der Idee eines Direktstudiums an. Das Abi




Die Entnazifizierung in den Köpfen stand noch bevor

von Prof. Dr. Kurt Schneider Mit dem militärischen Sieg am 8. Mai 1945 war Deutschland zwar von der 12-jährigen Herrschaft des Faschismus befreit worden, aber noch nicht von dessen Ideologie. Diese Aufgabe, die Entnazifizierung in den Köpfen, stand noch bevor und war letztlich von den Deutschen selbst zu bewältigen. „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen




Er hat seine linke Überzeugung gelebt – In memoriam Dr. Edmund Schulz

von Wulf Skaun „Mein Freund Eckard Spoo ist gestorben“, sagte Eddi mit belegter Stimme. Ich sah, der Tod des linken Journalistenkollegen, der 1997 die Zeitschrift „Ossietzky“ gegründet hatte, ging ihm sehr nahe. Als Autor hatte er, Edmund Schulz, den in der Tradition der „Weltbühne“ stehenden Heften die Treue gehalten. Nun ist er selbst, ein gutes




„Die DDR hat’s nie gegeben“

von Prof. Dr. Kurt Schneider Als in Berlin der Palast der Republik abgerissen worden war, prangte unterhalb des Tatortes an einer Mauer entlang der Spree ein Graffito „Die DDR hat’s nie gegeben“. Es drückte aus, was so manchem Akteur der „friedlichen Revolution“ bewusst geworden war: Der Abriss des Palastes der Republik sollte den Abriss der




Messen mit zweierlei Maß beim Thema Doping

von André Hahn Am 27. April 2017 nahm sich der Sportausschuss des Bundestages gleich vier Stunden Zeit, um in einer öffentlichen Anhörung den McLaren-Report zum Doping in Russland mit prominenten Gästen zu diskutieren. Sonst tagt der Ausschuss fast durchgängig hinter verschlossenen Türen. Ziel der Koalition war es ganz offenkundig, den russischen Sport, seine Repräsentanten und




Als Täve Wurzener Mekorna schluckte

Besuch beim größten Sportidol der DDR Gustav-Adolf Schur von Wulf Skaun Als Junge, Jahrgang 1945, hing ich am Radio, wenn die Friedensfahrtfanfare ertönte und der großartige Täve unsere Herzen höherschlagen ließ. Jahrzehnte später stieß ich als Zeitungsredakteur in Wurzen auch hier auf seine Spuren. Als Ruheständler machte ich mich auf, den Helden meiner Kindheit persönlich




Die Märznote von 1952

von Prof. Dr. Kurt Schneider Am 10. März 1952 unterbreitete die Sowjetunion in einer Note an die Westmächte den Entwurf eines Friedensvertrages mit Deutschland, das als einheitlicher Staat wiederhergestellt werden sollte. Nationale Streitkräfte wurden zugestanden, die Neutralisierung Deutschlands war die Forderung. Das geeinte Deutschland in den auf der Potsdamer Konferenz (Juli 1945) festgelegten Grenzen sollte




„Du hattest so gar nichts von einer ,großen Wissenschaftlerin‘ an Dir und bist es doch gewesen“

von M. N. Mit einer anrührenden Hommage würdigten Stiftungsvorstand Peter Porsch, Freunde und Schüler am 1. April Werk und Wirken der am 9. Februar verstorbenen Leipziger Historikerin und aufrechten Sozialistin Jutta Seidel. Als gelernte Stenotypistin, Tochter eines Zimmermanns und einer Buchbindereiarbeiterin aus dem Leipziger Osten, gehörte sie zu jener legendären ABF-Absolventen-Generation, die ihre akademischen Sporen




Gereimtes und Ungereimtes zur Arbeit

von Jens Matthis „Wer Arbeit kennt und sich nicht drückt, ist verrückt.“ Diesen Spruch lernte ich vor vielen Jahren in meiner Lehrzeit, natürlich nur inoffiziell von den Kolleginnen und Kollegen. Die offizielle DDR-Losung an der Wandzeitung hieß dagegen damals: „Arbeite mit! Plane mit! Regiere mit!“. So unterschiedlich waren schon vor weit über dreißig Jahren in




70 Jahre Junge Welt

Geschmäht, ignoriert, fast vernichtet, doch einfach nicht tot zu kriegen – die junge welt hält Kurs von Ralf Richter Doch: Es ist schön, dass es sie noch gibt. Petra Pau, Gregor Gysi und Katja Kipping lieben sie nicht gerade – andere hassen sie gar. Der Umgang mit ihr ist ein Sinnbild für die innere Zerrissenheit