Tag: DDR

Immer wieder wächst das Gras…

Ein Beitrag von Uwe Schaarschmidt zur Premiere des Gundermann-Films bei den Filmnächten am Elbufer Irgendwann im Herbst 1994, hinter der Bühne des Studentenclubs Bärenzwinger in Dresden. Wir stehen vor Gundermann, nach dem Konzert. Schwitzend kaut der schlaksige Liedermacher an einer Körnersemmel und hört sich an, was wir wollen: Ihn, als Musiker, im nächsten Frühjahr, für




Seiltänzer auf den Buchstaben

Jens-Paul Wollenberg mit einer Hommage an Hans-Eckardt Wenzel „Schreib Lieder, sagen die Gedichtemacher, schreib Gedichte, sagen die Liedermacher, schreib Prosa, fordern die Essayisten … eine Mixtur der Genres, fließende Grenzen.“ Mit diesen Worten leitete Steffen Mensching sehr zutreffend im Schutzumschlag den ersten Gedichtband Wenzels „Lied vom wilden Mohn“ aus dem Jahr 1984 ein. Denn Hans-Eckardt




Willkommen und Abschied

Staatsministerin Petra Köpping bei Jour fixe: Letzte Debatte an langjährigem Veranstaltungsort zum Thema Treuhandtrauma. Von Wulf Skaun 28. August, Goethes Geburtstag. Des Dichterfürsten „Willkommen und Abschied“ steht sinnbildlich auch für zwei disparate Momente bei Jour fixe 36. Erstmals wird im „unkonventionellen Gesprächskreis“ an der Leipziger Dependance der RLS Sachsen mit Petra Köpping (SPD) ministerialer Besuch




„Angetreten, die Welt zu verbessern“

Wie Jour-fixe-Teilnehmer die 68er Bewegung erlebt haben. Von Wulf Skaun Aufrührerische Studentendemos. Ho, Ho, Ho Chi Minh-Sprechchöre. Polizei und Wasserwerfer. Flower-Power der Hippies: „Make love, not war!“ Nackte Ärsche der Kommune 1. Des niedergeschossenen Rudi Dutschkes Fahrrad. Beate Klarsfelds Kanzler-Ohrfeige. Bilder wie diese entschlüsseln eine Chiffre: 1968. Peter Porsch ruft sie auf, die jener Bewegung




Sag, wolltest Du nicht noch …

Von Michael Grunst Es war ein trauriger Juni, Sommeranfang 1998: Überall die Meldung, dass der Liedermacher Gerhard Gundermann tot ist. Gundi ist tot? Warum gerade er, ging es mir durch den Kopf. Warum schon wieder ein Guter? Hatten wir nicht im August 1998 noch eine Konzertverabredung auf der Freilichtbühne Weißensee? Zur Verabredung kamen dann viele,




Ein Besuch beim Bücher-Retter Peter Sodann

Das goldene Schild neben dem Eingang zur Peter-Sodann-Bibliothek auf dem Rittergut Staucha trägt einen etwas sperrigen Vereinsnamen: „Verein zur Förderung, Erhaltung und Erweiterung einer Sammlung von 1945 bis 1990 im Osten Deutschlands erschienener Literatur (Peter-Sodann-Bibliothek) e.V.“ Anspruch und Formulierung scheinen manch einen zu überfordern, auch Spender: In einem Büro hängt eine Spendenurkunde vom Freundeskreis Miniaturbuch




Der Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles andere nichts (Willy Brandt)

Anmerkungen zur Krieg-Frieden-Problematik im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD. Von Prof. Dr. Horst Schneider Am 12. März 2018 verabschiedeten die Vertreter der drei Parteien den Koalitionsvertrag „Ein neuer Anfang für Europa. Eine neue Dynamik für Deutschland. Ein neuer Zusammenhalt für unser Land“. Dieses 175-seitige Dokument ist die Frucht eines halbjährigen Marionettentheaters nach dem desaströsen




Die Homosexuellenverfolgung im Nachkriegsdeutschland

Von Doris Achelwilm Ende 2017 verstarb Wolfgang Lauinger im Alter von 99 Jahren. Er saß während der Nazi-Zeit für einige Monate im Gefängnis, weil er mit Freunden Swingplatten hörte und verdächtigt wurde, homosexuell zu sein. In den 1950er Jahren wurde er abermals verhaftet. Mit Glück entging er einer Verurteilung. Anklage und Untersuchungshaft nach dem sogenannten




Sport für den Frieden – im Frieden

Vor 70 Jahren startete die erste Internationale Friedensfahrt. Ein Rückblick von Ralf Fiebelkorn Wie kam es zur Friedensfahrt? Die Geschichte ist relativ schnell erzählt. Kurz nach dem Krieg, 1947, wollte der Chefredakteur der polnischen Zeitung „Glos Ludu“ die freundschaftlichen Verbindungen zwischen Polen und der Tschechoslowakei durch einen Sportwettkampf verbessern. Ein damals erst angedachtes Motorradrennen zwischen




Charlys Blick

Von Klaus Müller aus Chemnitz Fast die ganze Welt kennt Karl Marx. Aber keiner, ausgenommen seine Verwandten und Freunde, hat ihn jemals lächelnd oder gar lachend gesehen. Und höchstens Karikaturisten haben sich getraut, ihn auf diese menschenfreundliche Art darzustellen. Als ich 1979 nach Karl-Marx-Stadt kam, um hier bei der DDR-Nachrichtenagentur ADN zu arbeiten, fiel mir