Tag: DDR

Das Beste vom Herrn Wollenberg

von Reinhard Ständer Es gibt bedeutende Künstler, die kaum jemand kennt – „dank“ unserer Medien, die dem Mainstream zuliebe immer mehr große Kunst ignorieren und nur senden bzw. drucken, was angeblich massentauglich ist. Zu diesen Künstlern gehört seit Jahrzehnten der Folk- und Chanson-Poet Jens-Paul Wollenberg, ein Wahl-Leipziger, von dem kürzlich das Doppelalbum „Die Loewenzahnjahre 1990




„Jetzt reden wir weiter – Die Kombinatsdirektoren“

von Ralf Richter Die Autorin Katrin Rohnstock verfolgt ein interessantes Geschäftsmodell: Sie ist Geschäftsführerin des Unternehmens Rohnstock Biografien und konzentriert sich dabei ganz – der Name sagt es – auf das Schreiben von Biografien. Seit 2012 hat sie den Fokus auf DDR-Wirtschaftsgeschichte gelegt. Mit ihrem aktuellen Buch kann man als Leser glücklich und unglücklich zugleich




Rentengerechtigkeit jetzt – auch für in der DDR Geschiedene!

Trennungen sind eine schwierige, oft schmerzhafte Angelegenheit. So mancher Mensch hat noch Jahre danach Schwierigkeiten, damit umzugehen. von Katja Kipping Oft sind es aber nicht nur der Schmerz im Herzen, die Enttäuschung, der gefühlte Verlust, sondern handfeste existenzielle Folgen, die aus einer Trennung oder Scheidung erwachsen. Das kann Menschen ein Leben lang begleiten. So ergeht




Mehr Raum für offene politische Auseinandersetzungen

Zu einer umstrittenen Studie über Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Ostdeutschland von Jochen Mattern Mit dem Eingeständnis eines Fehlers überraschte die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke, Ende Juli die interessierte Öffentlichkeit. Die SPD-Politikerin distanzierte sich von einer Studie, die sie selbst in Auftrag gegeben und erst Anfang Mai vorgestellt hatte. Bei der Präsentation hatte sie die




Es gilt noch immer, Wolfgang Harich zu entdecken

von Prof. Dr. Kurt Schneider Wolfgang Harich, geboren am 9. Dezember 1923 in Königsberg, war der bedeutendste Vertreter der marxistisch geprägten intellektuellen sozialistischen Opposition in der DDR. Davon zeugt auch der jüngst erschienene, von Andreas Heyer herausgegebene Band „Wolfgang Harich: Frühe Schriften“. Dieselben sollen in insgesamt drei Bänden veröffentlicht werden. Im vorliegenden ersten Teilband behandelt




Marxistischer Historiker aus Leidenschaft

Zum Tod von Werner Berthold von Prof. Dr. Mario Keßler Sauberkeit in der Wissenschaft, im persönlichen Auftreten und in der politischen Haltung – diese Trias war wohl das, was den Leipziger Historiker Werner Berthold vor allem ausmachte. Den ersten Nachweis dieser Sauberkeit musste er schon – höchst unfreiwillig – als Heranwachsender erbringen: Der 1923 in




Die Märznote von 1952

von Prof. Dr. Kurt Schneider Am 10. März 1952 unterbreitete die Sowjetunion in einer Note an die Westmächte den Entwurf eines Friedensvertrages mit Deutschland, das als einheitlicher Staat wiederhergestellt werden sollte. Nationale Streitkräfte wurden zugestanden, die Neutralisierung Deutschlands war die Forderung. Das geeinte Deutschland in den auf der Potsdamer Konferenz (Juli 1945) festgelegten Grenzen sollte




Erasmus, Europa und linker Internationalismus

Vergangenheit prägt. Wir waren damals „späte Studenten“, vielleicht die älteste Studentengeneration, die bis dato je den Weg zur Uni fand. „Die Wende“ schwemmte tausende nicht mehr ganz so junge Leute ins Direktstudium – auch ich, der ich mich längst auf ein Fernstudium eingestellt hatte, freundete mich kurzfristig mit der Idee eines Direktstudiums an. Das Abi




Die Entnazifizierung in den Köpfen stand noch bevor

von Prof. Dr. Kurt Schneider Mit dem militärischen Sieg am 8. Mai 1945 war Deutschland zwar von der 12-jährigen Herrschaft des Faschismus befreit worden, aber noch nicht von dessen Ideologie. Diese Aufgabe, die Entnazifizierung in den Köpfen, stand noch bevor und war letztlich von den Deutschen selbst zu bewältigen. „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen




Er hat seine linke Überzeugung gelebt – In memoriam Dr. Edmund Schulz

von Wulf Skaun „Mein Freund Eckard Spoo ist gestorben“, sagte Eddi mit belegter Stimme. Ich sah, der Tod des linken Journalistenkollegen, der 1997 die Zeitschrift „Ossietzky“ gegründet hatte, ging ihm sehr nahe. Als Autor hatte er, Edmund Schulz, den in der Tradition der „Weltbühne“ stehenden Heften die Treue gehalten. Nun ist er selbst, ein gutes