Tag: Antifa

Gewalt von links – Zeit zur Positionierung und Differenzierung

von Juliane Nagel Noch nie so oft wie im letzten Jahr musste ich mich zum Thema Gewalt von links äußern. Noch nie habe ich so oft meine gewaltfreie Grundhaltung kommuniziert. Trotzdem werde ich weiterhin zur Anführerin fiktiver linksautonomer Horden stilisiert. Doch: Auch noch nie habe ich so viel verbale Gewalt erlebt wie im letzten Jahr,




Immer wieder Sachsen

von Kerstin Köditz Die Old Skool Hooligans vertreiben T-Shirts. Nein, keine T-Hemden. Das wäre Sache der ewig deutschtümelnden Nazis. Sondern solche mit dem Konterfei von Frank Zappa oder des Avantgarde-Jazzers Sun Ra. Beide völlig inkompatibel mit der Gedankenwelt und den kulturellen Idealen der Neonazis. Oldschool Records dagegen zeigen bereits in ihrer Eigenwerbung deutlich, was bei




Stellungnahme der Courage-Preisträger_innen

Wir Preisträger_innen des Courage-Preises beobachten mit großer Besorgnis, dass seit über einem Jahr neurechte Ideolog_innen, Querfrontler_innen und politische Esoteriker_innen verschiedener Art mit Akteur_innen der etablierten Leipziger Friedensbewegung gemeinsame Aktionen durchführen. Mit dem Kalkül, mehr Menschen mit ihren „friedensbewegten“ Inhalten zu erreichen, nahmen diese Friedensaktivist_innen es in Kauf, sich Montag für Montag im Rahmen der sogenannten




Die Angst ist greifbar

von Rico Gebhardt Bürgerinnen und Bürger greifen unter anfeuerndem Gejohle und mit Parolen wie „Deutschland den Deutschen“, „Ausländer raus“ oder „Räumen, räumen“ Geflüchtete an. Nein, ich schreibe nicht von Rostock-Lichtenhagen oder von Hoyerswerda Anfang der 90er. Wir alle haben diese Bilder noch im Kopf. Ich schreibe von Dresden. Im Jahr 2015. Die Bilder ähneln sich




Vor Ort bei der Regiestelle des Bundesprogramms ‚Demokratie leben!’

von Michael Leutert Die Gemeinde Schleife liegt in einer fast idyllisch zu nennenden Ecke der sächsischen Lausitz. Viel Wald gibt es hier, den Halbendorfer See, das Naturschutzgebiet Altes Schleifer Teichgelände und so einiges mehr. Doch galt mein Besuch nicht den Schönheiten der Gegend, sondern dem der Regiestelle Schleife im dortigen Bildungszentrum. Im ehemaligen Zivildienstzentrum werden




Forschungsstandort Dresden

Von Uwe Schaarschmidt 25 Jahre Zeit hatten die christlichen Großkirchen in Dresden, um die Stadt zu christianisieren. Enorme finanzielle Mittel, Medien und sogar eine durchregierende, sich christlich nennende Staatspartei standen ihnen dafür zur Verfügung. Das hat bislang keinen Erfolg gehabt: Die Kirchenaustritte steigen auch hier, 70 % der Bevölkerung sind schlicht Ungläubige geblieben. Daran wird




„Nicht in Gänze rechtsextremistisch“

von Volkmar Wölk Laborplatz Sachsen: Die LINKE und die AfD „Die AfD könnte auch AfN heißen, Alternative für Nazis“, schreibt die liberale Zeitung „Tagesspiegel“ und zitiert den jeglicher Linkstendenzen unverdächtigen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Die AfD sei „hemmungslos und demagogisch“, propagiere „Fremdenfeindlichkeit, instrumentalisiere Ausländerkriminalität und erinnere ihn an die Republikaner, einst vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft“.




Sächsisches Demokratie(un)verständnis – Blockadeprozess gegen Falk Neubert

von Sabine Pester Am 19. Februar 2011 demonstrierten zehntausende Menschen in Dresden gegen den Missbrauch des Gedenkens durch die Nazis. Anschließend überzog die Staatsanwaltschaft Dresden hunderte friedlicher Demonstranten mit Ermittlungsverfahren. Auch gegen Falk Neubert, Landtagsabgeordneter der LINKEN im Sächsischen Landtag, wurde ein Verfahren wegen angeblicher „Störung von Versammlungen und Aufzügen” eingeleitet und seine Immunität aufgehoben.




Wider die deutsche Zukunft

von Silvio Lang Am 07. Juni war Dresden zum wiederholten Male in diesem Jahr Zentrum des antifaschistischen Widerstandes in der Auseinandersetzung mit braunem Ungeist. Unter dem Label „Tag der deutschen Zukunft“ wollten, nach Anmeldung durch den vom Februar hinlänglich bekannten NPD- und Freie Kameradschaftsmann Maik Müller, Nazis marschieren. Die geplante „Marschroute“ sollte vom S-Bahnhaltepunkt Pieschen




Der 22. Juni 1941: Verdammt lang her – doch nicht vergessen

von René Lindenau Für den preußischen Kriegsphilosophen General Carl von Clausewitz (1780-1831) war der Krieg ein Akt der Gewalt, um dem Gegner zur Erfüllung (unseres) Willens zu zwingen (siehe in „Vom Kriege“). Doch jener Krieg war anders und sollte alles bisher gewesene Kriegsgeschehen in seiner Grausamkeit und Heftigkeit in den Schatten stellen. Der Krieg Hitlerdeutschlands