Category: Kultur

Das sächsische Manchester

Zur Bewerbung der Stadt Chemnitz als europäische Kulturhauptstadt 2025 von Tim Detzner und Mike Melzer „Was ist das schon wieder für eine Idee aus dem Rathaus?“, oder „Totaler Nonsens“, oder „Wieder ein flacher und teurer Versuch des Stadtmarketings, sich bundesweit zu blamieren“. So haben sicherlich viele gedacht, als bekannt wurde, dass Chemnitz sich um den




„Am Anfang war der Tango“

von Jens-Paul Wollenberg So beginnt der Leipziger Sänger Peter Wassiljewski über die Gründung und Entwicklung seines „Leschenko-Orchesters“ zu erzählen. Es war seine Lebensgefährtin, die zufällig auf einen Zeitungsartikel über den sowjetischen Chansonnier Pjotr Leschenko stieß. Leschenko wurde als König des russischen Tango bezeichnet. Als sich das Paar eine CD mit authentischen Aufnahmen aus den 30er




Die akademische Rechte

von Jochen Mattern Nur wenige Tage nach der Wahl des Wortes „Volksverräter“ zum Unwort des Jahres 2016 konnten die Leser der Sächsischen Zeitung entnehmen, weshalb das Unwort, ungeachtet seiner zweifelhaften historischen Herkunft, in den öffentlichen Sprachgebrauch zurückgekehrt ist. In einer als Essay bezeichneten Anklageschrift mit dem Titel „Der böse gute Wille“ bezichtigt deren Autor die




Grandola – ein Lied für die Nelkenrevolution

von Jens-Paul Wollenberg Am 25. April im Jahre 1974 machte ein Lied von sich reden, das von einem Lissaboner Privatrundfunksender ausgestrahlt wurde. Es bestätigte symbolisch den Sieg der sogenannten Nelkenrevolution. Ein Militärputsch stürzte unblutig das faschistische Regime, die Soldaten steckten Nelken in ihre Gewehrläufe. Trotz seiner Funktion als revolutionärer Aufruf beinhaltete der Text des Liedes




Mähliche Transformation in den Sozialismus?

Michael Brie lotet Bedingungen für einen gesellschaftlichen Richtungswechsel aus von Wulf Skaun Die Linke sucht jenseits gescheiterter „Jakobiner“-Modelle eine tragfähige Konzeption für einen Weg aus entfesseltem Kapitalismus mit allen seinen unseligen Facetten in eine friedliche, freiheitlich-demokratische, solidarisch-ökologische Gesellschaft. Transformation heißt für einen Teil ihrer akademischen Vordenker der für Systembruch wie für Reformbestrebungen innerhalb des Kapitalismus




Zwei CDs von und mit Uwe Steimle

von Ralf Richter Bodenständig, „interkulturell“ und lehrreich, so lässt sich die CD „Mir san mir“ von Uwe Steimle und Helmut Schleich charakterisieren. Die Unterzeile „Ein Bayerisch-sächsischer Freundschaftsabend“ verdeutlicht, dass es den beiden Vollblutkabarettisten um das Verbindende zwischen Bayern und Sachsen geht – wobei es ja darum nicht immer gut bestellt war. Bevor Napoleons Franzosen Dresden




Silly auf „Wutfänger-Tour“

von René Lindenau Im Rahmen ihrer „Wutfänger“-Tour machte die Rockgruppe Silly auch Station in der Lausitzmetropole Cottbus. Dank eines Tickets konnte ich in der hiesigen Stadthalle als Tour-Gast einchecken. Es war ein in vielerlei Hinsicht tolles Erlebnis! Altersbedingt krochen mal mehr, mal weniger Erinnerungen hoch, suchten ihren Ausgang und fanden ihn in Emotionen. So ging




Merkwürdige Nachrufe auf Manfred Krug

von Ralf Richter Im Deutschlandradio Kultur erklärte ein junger Moderator, womit Manfred Krug seinen großen Durchbruch als Schauspieler in der DDR gehabt habe: mit dem Film „Spur der Steine“. Der MDR bezeichnet „Spur der Steine“ als bedeutendsten Manfred-Krug-Film in der DDR. Was? „Spur der Steine“ kannte man in der DDR praktisch nicht. Der Film lief




„Volkes Lied und Vater Staat“

Das erste allumfassende Buch über die DDR-Folkszene von Jens-Paul Wollenberg Wie groß war die Freude, als ich von einer guten Bekannten des Musikjournalisten Wolfgang Leyn erfuhr, dass seine Publikation über die DDR-Folkbewegung von 1976-1990 erscheinen sollte! Mir war schon damals klar, dass gerade dieser Autor kompetent genug schien, sich mit jener beinah in Vergessenheit geratenen




Pokégutmensch Go!

von Sahin Karanlik Es schien tagelang weit und breit kein anderes Thema mehr zu geben: Pokémon Go. Kleine Monster suchen, sie fangen, und sammeln. Was viele begeistert, fällt anderen nach einer Woche schon ziemlich auf die Nerven. Wir waren im Sommer an einem See, um Enten füttern. Eine Gruppe von Jugendlichen kam uns entgegen. Mit