Category Archives: Energie

Weil in der Herberge kein Platz für sie war …


Bild: Gertrud K., CC-License

Peter Porsch über Solidarität, christliche Nächstenliebe und Armut

Wenn die gedruckte Ausgabe der Zeitung der Linken in Sachsen (SO heißt sie doch jetzt?) in den Händen ihrer Leserinnen und Leser ist, sind die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel (fast) schon wieder vorbei. Es regieren wieder Hartz IV, die Finanzkrise oder der kalte, immer noch dunkle Winter mit teurer gewordenem Strom oder es ist für manche immer noch Weihnachten, weil der Kauf eines neuen Mercedes oder BMW Steuern sparen hilft. So (schon wieder dieses Wort?!) hat auch im Januar jeder und jede seine bzw. ihre Bescherung – immer eine „schöne Bescherung“; es können sich allerdings diese Bescherungen durch unterschiedliche Betonung und soziale Lage der Bescherten ziemlich stark voneinander unterscheiden.

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Der Gipfel steht vor der Tür

 

Foto:  Copyright Martin Liebermann

Vom 1. bis 12. Dezember 2008 wird die Welt auf die polnische Stadt Poznan richten. Die Verhandlungen über das Kyoto-Nachfolgeabkommen zur Reduktion von Treibhausgasen sind mit großen Erwartungen verknüpft. Polnische Organsiationen begleiten den UN-Klimagipfel mit eigenen Aktionen und rufen zu einem globalen Klimaaktionstag auf. Lukasz Markowski von den “Jungen Sozialdemokraten”, der Jugendorganisation der Partei “Polnische Sozialdemokratie” (SdPl) und Mitglied von attac Polen, gehört zum polnischen Vorbereitungskreis. Mit ihm sprach Juliane Nagel (lavka.info) für diese Zeitung, Ausgabe Dezember 2008.

Im Dezember wird in der westpolnischen Stadt Poznan der UN-Klimagipfel stattfinden. Gibt es einen Grund, warum die UN gerade Poznan als Ort ausgewählt hat? Was wird im Rahmen des Gipfels geschehen?

Der anstehende so genannte COP 14 (Conference of the Parties) ist die 14. der jährlich stattfindenden Vertragsstaatenkonferenzen der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC). Gleichzeitig findet das nunmehr vierte Treffen der Mitglieder des Kyoto-Protokolls – MOP-4 (Meeting of the Parties) statt.
Dieses hoch angebundene Treffen – 189 Vertragsstaaten gibt es derzeit – wird über die Weiterentwicklung des Klimaschutzes verhandeln. Auf der Agenda steht ein Resümee des bisherigen Klimaschutzabkommens, des so genannten Kyoto-Protokolls. Vor allem aber soll es um das Kyoto-Nachfolge-Protokoll gehen, das im nächsten Jahr in Kopenhagen unterzeichnet werden wird und ab 2012 in Kraft treten könnte.

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Energiewandel ist kein einfacher Umstieg

Eckehard Franz zur Debatte um die Atomkraftwerke, deren Laufzeiten und alternative Energien in der ### Ausgabe 9/2008

Kühltürme am See

„Mix“ ist das Zauberwort, das scheinbar alle Klimafreunde vereint, ein „gesunder Mix“ aus allen erneuerbaren Energien. Und dann kommt gleich: „100% Erneuerbare aus Wind und Sonne bis 2050“, möglichst noch eher. Zur Begründung kommen nur Schlagworte über mehr Windräder und mehr Solarzellen und die schlimmen Vorbehalte bei den Menschen und den Behörden gegen neue Windräder am Dorfrand. Von den jungen Leuten, die vor drei Wochen auf dem Ökofloß von Robin Wood auf der Elbe von Dresden nach Hamburg fuhren, war nur so eine Antwort zu erhalten. Keine Zahlen, nichts über Effektivität. „Grundlast, was is´n das?“ Seriöse Fachleute winken seit langem ab und lächeln über diese Unbedarftheit. Fast ohne Kenntnisse, aber voller Überzeugung standen die jungen Leute für erneuerbare und gegen die Kernenergie. Sie wollten Druck machen gegen den Stimmungsumschwung im Volk pro Kernenergie. Rundum in der Welt erwacht die Bevölkerung aus dem antiatomaren Tiefschlaf. Unter dem Druck der ungeheuren und ungeheuerlichen Preissteigerungen sind inzwischen auch in Deutschland 55% der Bevölkerung gegen den Ausstieg aus einer sicheren und preiswerten Energieform. Die Floßfahrer wollten das verhindern.

Aber: wir alle müssen die Naturkonstanten ernst nehmen Get the whole story »

Wer und wo ist der Markt?

Peter Porsch

Image via Wikipedia

fragt Peter Porsch in seiner Exklusiv-Kolumne für ###. Die erste Kolumne erschien in ### 7-8 2008

In diesen Tagen kommt es schon mal vor, dass der Spritpreis über Nacht um zehn Cent steigt. Da muss gar nichts Besonderes oder Aufregendes passieren. Es braucht in dieser Nacht kein neuer Konflikt in der Welt ausbrechen. Deutschland muss deswegen kein Fußballspiel verlieren, kein Erdbeben, kein Meteoriteneinschlag, nichts dergleichen. Es ist der Markt, der das so macht und bestimmt. Aber wer ist der Markt? Er ist der Ort des Ausgleichs von Angebot und Nachfrage. Aha, denkt man und sucht den Ort und erkennt, im Grunde ist es kein Ort nirgends. Denn wird das Öl in Rotterdam mal kurzzeitig billiger, so bleibt es dennoch an der Tankstelle teuer oder der Preis steigt sogar noch. Die Ölkonzerne machen Höchst- und Rekordgewinne, nirgends aber Konkurrenz, die sich mit weniger und dennoch ausreichendem Gewinn zufrieden geben würde, und auch alle Nachfrage wird noch allemal, wenn auch immer teuerer bedient, obwohl es doch zu wenig Angebot geben müsste, wenn auf einem Markt der Preis steigt. Also nirgends Markt. Und das Gas? Davon gibt es doch genug und gar nicht so teuer. Aber der Preis ist an den Ölpreis gebunden. Wieso denn das? Nun das entspricht alten vertraglichen Regelungen, hört man. Man kann auch sagen, es folgt Absprachen zwischen Erzeugern bzw. Konzernen. Aber keine Kartellbehörde weit und breit, die das aufregen würde. Auch nirgends ein Staatsanwalt, der gegen die Öl-Konzerne einschreiten möchte, weil die Preise langsam die die freie Zufahrt zur Arbeitsstelle von z.B. Pendlern doch beschränken könnten. Irgendwann werden sich viele die notwendigen Fahrten nicht mehr leisten können. Wer denkt, das könne man einfach ändern, z.B. durch den Markt, der irrt, wie der Mensch eben irrt, so lang er lebt, und verfällt sozusagen der Milch der frommen Denkungsart. Aber halt, weil wir gerade bei der Milch sind: Da geht das doch! Wenn die Milchbauern zehn Cent mehr für den Liter Milch wollen, können sie nicht so einfach den Preis erhöhen. Und wenn sie die Zufahrt zur Molkerei blockieren, droht der Staatsanwalt wegen Beeinträchtigung der Mobilität der zwischen Molkerei und Supermärkten pendelnden Kraftwagen. Die Kartellbehörde ist auch schon auf den Plan getreten wegen der Absprachen zwischen den Milchproduzenten zum Lieferstopp. Wie sagt der Volksmund? „Die Kleinen hängt man, die Großen …“ Aber ich habe da einen Vorschlag: Man könnte doch den Benzinpreis an den Milchpreis koppeln!

Zemanta Pixie

Zukunftskonferenz

Die Grundsatzkommission lädt die landesweiten Zusammenschlüsse am 26. April nach Dresden ein. Von Annekatrin Klepsch

„So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben“ – das war ein Motto aus den Anfängen des „realen Sozialismus“, 1953 von der Zittauer Weberin Frida Hockauf geäußert. Auch wenn die Geschichte die ursprüngliche Intention der materieller-Wohlstand-für-höhere-Arbeitsleistung teilweise ad absurdum geführt hat, können wir als die LINKE.Sachsen an dem Satz anknüpfen, und zwar in doppeltem Sinne. Get the whole story »

Wir haben es in der Hand(?)

Offener Brief der umweltpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, Kathrin Kagelmann, an Eckehard Franz

Braunkohlebagger

Lieber Genosse Dr. Eckehard Franz,

zunächst freue ich mich, dass sowohl die Umweltkonferenz der Landespartei als auch das Diskussionspapier der ökologischen Landesarbeitsgemeinschaft „Adele“ offensichtlich dein besonderes Interesse auch und gerade als „Nichtfachmann“ geweckt haben. Und ich begrüße außerdem, dass du sehr deutlich Widerspruch zu verschiedenen inhaltlichen Positionen anmeldest, denn: Widerspruch ist die Triebkraft der Entwicklung, in diesem Fall der Entwicklung von linken sozial-ökologischen Grundüberzeugungen. Dabei geht es auch schon mal etwas hitziger zu Gange, dafür habe ich Verständnis.

Ich habe aus deinem Text zwar nicht herauslesen können, mit welchen Leuten sich welche Fachprobleme nicht mehr zu diskutieren lohnen, wer behauptet haben will, dass Grundlast Teufelszeug der Konzerne sein soll und wer sich beständig mit ideologischen Allgemeinplätzen selbst betrügt. Aber da es das eigentliche Thema auch nicht wirklich tangiert, ignoriere ich diese unpräzisen Verbalinjurien als ideologische Füllmasse. Get the whole story »

Umwelt & Linke 5: Klimawandel…

BILD… und keine neuen Energieträger in Sicht. Eckehard Franz zur Klimadebatte

### 9/2007
Wenn man den Umfragen glauben kann, hat die Mehrheit der Deutschen „verstanden“. Es gibt den Klimawandel, auch wenn sich Konzerne und Konservative via RTL Mühe geben, alles als „Klimaschwindel“ abzutun. Verzweifelt versuchen die Akteure da – entgegen allen wissenschaftlichen Aussagen – mit natürlichen Faktoren wie Sonnenflecken, Periodizität der Kaltzeiten oder dem Pendeln der Erdachse die menschliche Produktions- und Lebensweise als Ursache hinwegzureden.

Die Wetterkapriolen auf engstem europäischen Raum, vom überfluteten Mittelengland bis zu verheerenden Hitze- und Brandwellen in Südeuropa geben doch zum Nachdenken Anlass. Für viele wird es nun unmittelbar fühlbar, was für Folgen es hat, wenn die Wärmebilanz der Erde durcheinander gebracht wird Get the whole story »

Umwelt & Linke 3: Klimawandel – was tun, um eine Katastrophe zu verhindern?

BILDSind alternative Energien die Lösung? Was vermag Windkraft? Eckehard Franz* zu Auswegen aus den Gefahren des »Klimawandels«

### 6/2007
Auch der gerade erschienene dritte Teil des UNO-Klimaberichtes[1] bestätigt: Der Klimawandel hat begonnen. Es fiel sogar das Wort, dass sich die Menschheit auf einer Autobahn in Richtung Selbstauslöschung befinde … wenn wir nichts dagegen tun. Eine der Ausfahrten aus der abschüssigen Autobahn heißt: Energieeinsparung in Größenordnungen, Abkehr von der verschwenderischen Lebensweise durch „Befreiung von der Überflussgesellschaft“ (Herbert Marcuse bereits 1969).[2] Eine zweite Ausfahrt heißt: dritte industrielle Revolution. Nach der ersten industriellen Revolution, dem Übergang von der Handarbeit zur Maschine, der zweiten, dem Übergang von der Handsteuerung zur Automatisierung geht es jetzt um eine energetische Revolution, den Übergang von den fossilen zu den erneuerbaren Energieträgern Get the whole story »

Umwelt & Linke 2: Die Akzeptanz wächst

BILDDie Dokumente der Dortmunder Parteitage von Linkspartei.PDS und WASG bedeuten beim Thema Umwelt eine völlig neue Situation. Jetzt ist der neueste Stand der Klimaanalyse und -politik eingearbeitet. Und: Es ist 5 nach 12. Von Eckehard Franz*

### 5/2007
Noch nie war ein rotes Programm so qualifiziert grün [DOWNLOAD ECKPUNKTE →]. Vom Programm her ist die Zeit des Ignorierens oder Nein-Sagens beendet. Aber das muss jetzt auch „unten“ akzeptiert und umgesetzt werden. Das Neue Deutschland der letzten Wochen enthält schon neue Stimmungen und Meinungen zum Thema. Aber eben auch die, die da meinen, dass Klimawandel nicht für grundlegende und gefährliche Veränderungen in unserer Gesellschaft steht. Vor zwanzig Jahren stand es bei den Klimaforschern noch halbe-halbe in Bezug auf den Ernst der Lage und die Anteile der natürlichen oder der vom Menschen gemachten Ursachen des Wandels Get the whole story »