Category: Buchbesprechung

„Ein wahrer Freund spricht auch bittere Worte aus.“

Ralf Richter hat „Die Eingewanderten“ von Paul Scheffer gelesen Der niederländische Migrationsforscher beginnt mit einer Parteienkritik. Gerade eine umfangreiche Wanderungsbewegung würde doch die Bevölkerung eines jeden Landes vor große Herausforderungen stellen: „Ich hätte es begrüßt, wenn die etablierten Parteien sich dieser Themen angenommen und nicht in die andere Richtung geschaut hätten, bis ein beträchtlicher Teil




Über die Relativität der Wahrheit

Von Andreas Haupt Das monumentale Werk Rotes Licht des russischen Schriftstellers Maxim Kantor ist nun auf Deutsch erschienen. Den Autor kennt man aus der Welt der Kunst, wo er internationale Bekanntheit spätestens mit seiner Einzelausstellung auf der Biennale in Venedig 1997 erlangte. Er wurde 1957 in Moskau geboren und studierte dort am Polygraphischen Institut. 1983




Gralshüter proletarischen Schrifttums

Eine neue Publikation würdigt Archivare, Bibliothekare und Sammler deutschsprachiger Quellen der Arbeiterbewegung. Von Wulf Skaun „Die alte Welt erneuern ? das ist der tiefste Trieb im Wunsch des Sammlers, Neues zu erwerben …“ Was Walter Benjamin in seinem Essay „Ich packe meine Bibliothek aus“ als allgemeines Credo jener Spezies formuliert hat, trifft auf Archivare, Bibliothekare




Alte Wunden, die langsam heilen könnten?

Von Prof. Dr. Kurt Schneider Der von Uli Schöler und Thilo Scholle herausgegebene Sammelband umfasst Beiträge von 33 Autorinnen und Autoren, die an dieser Stelle nicht im Einzelnen erwähnt werden können. Vielmehr soll das konzeptionelle Anliegen der Publikation besprochen werden, die Überlegungen sozialdemokratischer Historiker enthält, die nicht unbeachtet ausklingen sollten, sondern Aufmerksamkeit und sorgfältige Prüfung




„Die Farbe Rot“ ? nur eine verfehlte Metapher?

Streitbare Debatte bei Jour fixe über Gerd Koenens Geschichte des Weltkommunismus. Von Wulf Skaun Gerd Koenens „Farbe Rot“ ist zweifellos eine brillante Erzählung über ein vielgesichtiges gesellschaftliches Phänomen: die kommunistische Weltbewegung. Das dickleibige Buch des Historikers und Publizisten ist zugleich eine opulente Bildungsreise durch Jahrtausende menschheitlicher Kulturgeschichte. Für den Autor eine unabdingbare Konsequenz ganzheitlicher Geschichtsschreibung,




Von Sachsen in finnischen Wäldern bis zur ersten Arabischen Republik

Ralf Richter mit Randentdeckungen auf der Leipziger Buchmesse Ein Dichterstreit hat in diesem Jahr noch vor der Buchmesse die Literaturfreunde aufgeschreckt. Wenn das nicht für Sachsen und seine Landeshauptstadt spricht: Eintausend Menschen kommen, um einem Dichterstreit zu lauschen, dem zwischen Durs Grünbein und Uwe Tellkamp – am Ende steht ein Verlierer fest: Es ist weder




Der Reisende – ein Hörbuch

Von Ralf Richter Das Hörbuch „Der Reisende“ über die Bahnreise des Berliner Kaufmanns Otto Silbermann quer durch Deutschland unmittelbar nach dem Novemberpogrom wird auf der Rückseite des Covers als „Wiederentdeckung“ bezeichnet. Sein Autor Ulrich Alexander Boschwitz starb 1942. Man könnte glauben, seine Werke seien in den 50er Jahren vielleicht in Westdeutschland oder im Exil gedruckt




Annotiert: MARX-Handbuch

Von Prof. Dr. Kurt Schneider Nach dem Kant-Handbuch von Gerd Irrlitz und dem Habermas-Handbuch von Hauke Brunkhorst u.a. (Hrsg.) hat der J. B. Metzler Verlag bereits vor einiger Zeit das von 33 Autoren verfasste und von Michael Quante sowie David P. Schweikard herausgegebene „Marx-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung“ verlegt. Die Herausgeber betonen, dass die




Echt jetzt? Lifestylefokussierung?

Von Katja Kipping Peer Steinbrück hat ein Buch geschrieben. Erinnern wir uns: Eben jener Peer Steinbrück, der zusammen mit Gerhard Schröder in der SPD die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze durchgedrückt hat; eben jener Mann, der als Kanzlerkandidat 2013 seine Partei zu damals historischen Tiefen führte (wohlgemerkt DAMALS historisch.) Das Buch trägt den Titel „Das




Mit Marx den Aufstieg von Trump und Co. verstehen

Dr. Volker Külow empfiehlt einen aktuellen Sammelband über „Die neuen Bonapartisten“ Die 1852 erstmals veröffentlichte Schrift „Der 18. Brumaire des Louis Bonaparte“ nimmt in Marx’ Schaffen eine Schlüsselstellung ein. Aus heutiger Perspektive liefert der Autor nicht nur eine brillante Darstellung und Interpretation der Ereignisse in Frankreich seit der Februarrevolution 1848, die schließlich zum Staatstreich durch