Category: Buchbesprechung

Lesung: „Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“

„Ich möchte helfen, die Menschen anständig und vernünftig zu machen“ Mit seinem Roman für Erwachsene zeichnet Erich Kästner ein imposantes Sittenbild im Berlin der späten 20er Jahre. Jakob Fabian studiert seine Stadt und das Leben: möblierte Zimmer, Bars, gewisse Damen und dazugehörige Etablissements, die Liebe … Bald jedoch gerät er zwischen die Extreme seiner Zeit:




Die unglaubliche Geschichte Koreas

von Ralf Richter Anna Kims „Die große Heimkehr“ ist der erste Roman, der uns die Geschichte der Samsung-Hersteller und der Kim-Dynastie in Pjöngjang näher bringt. Mit fortgeschrittenem Alter versteht man besser, dass es Dinge gibt, die wir nicht wissen können und andere, die wir nicht wissen sollen. Das trifft für beide Koreas wie für beide




Der Janusköpfige

Richard Wagners ambivalentes Judenbild von Wulf Skaun Jour fixe ist im Januar in sein drittes Jahr gestartet. Im Leipziger Domizil der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen halten die einheimischen Historiker Klaus Kinner und Manfred Neuhaus, Begründer dieses „unkonventionellen Gesprächskreises“, eine kurze Rückschau auf 20 gut besuchte und dokumentierte Diskursabende. Ihr Zeugnis vor wiederum vollem Haus: Jour fixe übertrifft




Schwierigkeiten mit Gegensätzen

Meinung zu den Beiträgen von Jochen Mattern und Rolf Ziegenbein über Lothar Fritze von Fred Geigers Gegensätzliche Einschätzungen zum gleichen Autor in ein und derselben Zeitung, hier in der Nr. 01-02/2017 von „Sachsens Linke!“ (S. 2) und „Links!“ (S. 9)? Das kann es durchaus geben, da die Rezensenten zwei sehr unterschiedliche Veröffentlichungen von Lothar Fritze




Neue Töne im Umgang mit DDR-Geschichte

von Dr. Rolf Ziegenbein Verfolgt man den Umgang mit der DDR-Geschichte in der etablierten Geschichtsschreibung und Politik, so fällt auf, dass in letzter Zeit vor allem in Veröffentlichungen mit wissenschaftlichem Anspruch neue Töne zu hören sind, die mehr Sachlichkeit und Differenziertheit anmahnen. Fast überdeutlich meldet sich dazu der in Sachsen an der TU Chemnitz und




Stadt des Ungehorsams

von Dr. Volker Külow Für den rasanten (Wieder)Aufstieg Leipzigs in den letzten Jahren, zuletzt symbolisiert durch den Sprung vom Brauseclub RB auf einen Bundesligaspitzenplatz, sind diverse Erklärungsmuster und Bezeichnungen im Umlauf. Zu den nichtssagenden bis grässlichen zählen gewiss „Heldenstadt“ und „Hypezig“. Schon fast totzitiert ist auch Goethes Spruch aus dem Faust I „Mein Leipzig lob




Verzerrte Geschichte

von Dr. Rolf Ziegenbein Derzeit wird in der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung ein Geschichtsband unter dem Titel „Von Stalingrad zur SBZ, Sachsen 1943 – 1949“ kostenlos allen Bürgern angeboten. Das Buch ist vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der Technischen Universität Dresden erarbeitet worden und stellt gleichzeitig Bd. 60 der Schriftenreihe des Instituts dar. Das




Sozialgeschichte des „Dritten Reichs“

von Dr. Michael Eckardt Nach seiner Studie „Unterm Hakenkreuz: Arbeiter und Arbeiterbewegung 1933 bis 1939“ (1999) legt Michael Schneider, zuletzt Leiter des Historischen Forschungszentrums der Friedrich-Ebert-Stiftung und Honorarprofessor an der Universität Bonn, einen Folgeband vor, mit dem er seine Forschungen über die Arbeiter und die Arbeiterbewegung in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft abschließt. Entstanden ist




„Jetzt mehr als je kühl denken und handeln“

von Dr. Volker Külow Es ist hinlänglich bekannt, dass die aus dem sächsischen Wiederau stammende Sozialistin Clara Zetkin (1857-1933) jahrzehntelang eine treibende Kraft in der deutschen Sozialdemokratie, auf der europäischen Bühne und nicht zuletzt als Sekretärin der 1907 gegründeten Fraueninternationale war. Von ihrer württembergischen Wahlheimat Stuttgart aus redigierte sie „Die Gleichheit“ und machte sie vor




Kostenlos-Buch-Aktion zum 75. Jahrestag der Blockade Leningrads

von Ralf Richter Anlässlich des 75. Jahrestages der Blockade Leningrads erinnert das Deutsch-Russische Kulturinstitut Dresden mit einer Kostenlos-Buchaktion an das Ereignis. Ziel ist es, eines der größten Kriegsverbrechen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen: „871 Tage“ heißt das Gedenkbuch von Ninel Koribskaja. Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 – also 871 Tage