Category: Buchbesprechung

Leipziger politische Opfer (1933-1945)

von Kurt Schneider Als der Leipziger Historiker Dr. Dieter Kürschner 2013 verstarb, befand sich in seinem Nachlass ein Arbeitsmanuskript mit dem Thema „Leipziger politische Opfer des Nationalsozialismus 1933 – 1945“. Es war ein Fundus, der nicht nur für die regionale Geschichtsschreibung von Bedeutung ist. Indem Dr. Manfred Hötzel und Frank Kümmerle, unterstützt von fünf Leipziger




Geschichte der Kaderschmiede für DDR-Grenztruppen

von Dr. Michael Eckardt Auf einem schmalen Grat zwischen Fach- und Sachbuch balanciert die von dem Publizisten Peter Lapp als gleichermaßen kritische wie subjektive Sicht eines Westdeutschen „mit Osterfahrung“ auf die Ausbildung und Erziehung „sozialistischer Grenzoffiziere“ an der Offiziershochschule „Rosa Luxemburg“ angelegte Schrift. Neben offiziellen Veröffentlichungen der DDR-Grenztruppen oder Dokumenten des Bundesarchivs wurden auch Arbeiten




Buchtipp: Feindbild Russland – Geschichte einer Dämonisierung

von Ralf Richter Nicht genug Sitzplätze gab es in der Halle der internationalen Bücher auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse, als der Österreicher Hannes Hofbauer sein neuestes Werk vorstellte: „Feindbild Russland – Geschichte einer Dämonisierung“ heißt es, und erschienen ist es beim Promedia Verlag in Wien. Vielleicht ist das kein Zufall: Die Hauptstadt des alten Österreich-Ungarn




Ohne einen Tropfen Lakaienblut

Mit einer Werkausgabe Paul Levis entreißt Jörn Schütrumpf den Freund und Vertrauten Rosa Luxemburgs dem Vergessen von Wulf Skaun „Warum ist Paul Levi ein Thema für uns?“ Mit dieser rhetorischen Frage eröffnete Klaus Kinner Ende Mai das Ständige Rosa-Luxemburg-Seminar in der Leipziger Dependance der gleichnamigen sächsischen Stiftung. Dass Levis persönliche und politische Nähe zur sozialistischen




Mit geschärfter Klinge

Anmerkungen zu Gerd Adloffs neuem Gedichtband „zwischen Geschichte und September“ von Jayne-Ann Igel Als Gerd Adloff 1985 im Verlag der Nation mit dem Gedichtband „Fortgang“ debütierte, war mir sein Name schon ein Begriff, vielleicht, weil ich ihn auf einer der Wohnungslesungen im Prenzlauer Berg erlebt, Gedichte von ihm, die in Dorothea von Törnes legendärer wie




Abrechnung mit den DDR-Abrechnern

von Ralf Richter Matthias Krauß fragt in seinem Buch: Wem nutzt die „Aufarbeitung“? Manchmal spielt Geld keine Rolle. Wird bei der Erhöhung des Mindestlohnes um jeden Cent gefeilscht, als ginge es dabei um die Rettung des Abendlandes, fließen anderswo die Millionen: zum Beispiel in die Bundesstiftung „Aufarbeitung der SED-Diktatur“. Jahr für Jahr dürfen Medien, Institute




Die (neue) intellektuelle Rechte

von Sven Brajer Trotz subtropischer Temperaturen, sowohl im Freien wie auch in der WIR-AG, versammelten sich am Freitag, den 24. Juni, zahlreiche Gäste, um bei der Podiumsdiskussion der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen zum Thema „Die (neue) intellektuelle Rechte“ den Analysen von Natascha Strobl (Wien) und Stefan Kleie (Dresden) zu lauschen. Erstmals moderierte Sven Brajer vom Arbeitskreis der




Die Arbeit fängt gerade von vorne an

Zum 100. Jahrestag: Eine kritische Neuausgabe von Lenins Imperialismusstudie von Daniel Sieben Während Hugo Ball und seine Freunde im Zürcher „Cabaret Voltaire“ im Februar 1916 den Dadaismus aus der Taufe hoben, formulierte ein russischer Emigrant im Nebenhaus eines seiner wirkungsmächtigsten Werke. In den ersten Monaten des dritten Kriegsjahres brachte W. I. Lenin in einem spartanisch




Zwei ungewöhnliche Erzähler

von Wulf Skaun Willi Beitz stellt neuentdeckte Bücher von Sawinkow und Ossorgin vor Willi Beitz als Rezensent: Der anerkannte Leipziger Literaturwissenschaftler, der sich in der Herbstreife seines Lebens auch als Landschaftsmaler einen Namen gemacht hat, besticht durch weise Präsenz. Gespeist aus originärer Sicht auf die Dinge, aus geradezu barmherziger Einfühlung in Autor und Werk, aus




Linke Rebellen, Galli und Hochhuth in Leipzig

Buchmesse-Nachtrag von Ralf Richter Wenn zwei das Gleiche erleben, erlebt es doch jeder anders – ja, es gab in der letzten Ausgabe einen Buchmesse-Beitrag, aber hier folgt ein weiterer aus anderer Sicht. Als ich früh morgens, bevor es mit dem Bus zur Messe ging, MDR Figaro einschaltete, hörte ich Überraschendes: Ein Autor, Thomas Galli war