Category: Buchbesprechung

Unendliche Wende

Ein Streitgespräch vor zwanzig Jahren – aktuell wie einst von Rüdiger Bernhardt Viele Menschen sorgen sich um die gegenwärtige Gesprächs- und Diskussionskultur und die zunehmenden Hass-Kommentare, die nicht nur das Gesprächsklima vergiften, sondern auch die Schwelle für Aggressionen sinken lassen. Da ist es gut und orientierend, sich an Beispiele zu erinnern, in denen politische Gegner respektvoll




Es gilt noch immer, Wolfgang Harich zu entdecken

von Prof. Dr. Kurt Schneider Wolfgang Harich, geboren am 9. Dezember 1923 in Königsberg, war der bedeutendste Vertreter der marxistisch geprägten intellektuellen sozialistischen Opposition in der DDR. Davon zeugt auch der jüngst erschienene, von Andreas Heyer herausgegebene Band „Wolfgang Harich: Frühe Schriften“. Dieselben sollen in insgesamt drei Bänden veröffentlicht werden. Im vorliegenden ersten Teilband behandelt




Vor 150 Jahren wurde Marx‘ „Kapital Band I“ in Leipzig gedruckt

Ein Kolloquium der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen am 6. Mai 2017 von Jürgen Leibiger Vor 150 Jahren ließ Karl Marx‘ Hamburger Verleger Otto Meissner den ersten Band des „Kapital“ in der Druckerei Wigand in Leipzig drucken. Das Kolloquium aus Anlass dieses Jahrestags widmete sich der Frage, welche Bedeutung dieses Werk für die sozialen Auseinandersetzungen im 21. Jahrhundert




Sie gehört zur „ersten Reihe“

Die Biografie über die Antifaschistin Judith Auer erschien in erweiterter Auflage. Eine Rezension von von Wulf Skaun Stephan Hermlins „Die erste Reihe“ (1951) trug im Bücherschatz meiner Kindheitstage die laufende Nummer 19. Und obwohl sehr viel Lesestoff nachkam, blieb mir des Dichters Gedächtnis an 30 junge antifaschistische Widerstandskämpfer stets in besonderer Erinnerung. „Dreißig stehen für




Marschall Schukow: Der Mann, der Hitler besiegte

von René Lindenau Im sechsundsiebzigsten Jahr nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion eroberte eine neue Biographie jener Person die Buchläden, die mit ihren militärischen Leistungen wesentlich zur Niederlage des Hitlerregimes beitragen sollte. Die Rede ist von Marschall Georgi K. Schukow (1896-1974). Der britische Publizist und Slawist Philipp Ewers hat sich der Mühe unterzogen, „auf




Eribon regt an und auf

Jour fixe diskutiert Bestseller des französischen Soziologen „Rückkehr nach Reims“ in engagiertem Pro und Contra. von Wulf Skaun Spannend-diverse Dispute sind auch bei Jour fixe, dem unkonventionellen Gesprächskreis am Leipziger Sitz der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, keine Dutzendware. Der 25. Konvent im Juni erlebt sie. An Didier Eribons Bestseller „Rückkehr nach Reims“ reiben sich die Geister. Vor




Die Entnazifizierung in den Köpfen stand noch bevor

von Prof. Dr. Kurt Schneider Mit dem militärischen Sieg am 8. Mai 1945 war Deutschland zwar von der 12-jährigen Herrschaft des Faschismus befreit worden, aber noch nicht von dessen Ideologie. Diese Aufgabe, die Entnazifizierung in den Köpfen, stand noch bevor und war letztlich von den Deutschen selbst zu bewältigen. „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen




ROSA LUXEMBURG: Gesammelte Werke, Band 7/1 und 7/2 erschienen

von Kurt Schneider Unmittelbar anschließend an die 2016 von Clara Zetkin erschienenen »Kriegsbriefe 1914 – 1918« hat der rührige Karl Dietz Verlag Berlin den Band 7 der »Gesammelten Werke« Rosa Luxemburgs, gegliedert in zwei Halbbände, verlegt. In dem 65seitigen Vorwort, verfasst von der hoch anerkannten Rosa-Luxemburg-Forscherin und -Editorin Annelies Laschitza, werden die bereits im Band




Dresdner Arbeiterdichter

von Marcel Braumann Meine Handy-Nummer steht im Internet und natürlich (!) ist man als Öffentlichkeitsarbeiter der größten Oppositionsfraktion des Landtags prinzipiell irgendwie immer für den Rest der Welt erreichbar. Aber, nun ja, es gibt Besucher des Parlaments, für die von den am Empfang Tätigen verzweifelt Kontaktpersonen der Fraktionen gesucht werden, weil – man nicht am




„Die DDR hat’s nie gegeben“

von Prof. Dr. Kurt Schneider Als in Berlin der Palast der Republik abgerissen worden war, prangte unterhalb des Tatortes an einer Mauer entlang der Spree ein Graffito „Die DDR hat’s nie gegeben“. Es drückte aus, was so manchem Akteur der „friedlichen Revolution“ bewusst geworden war: Der Abriss des Palastes der Republik sollte den Abriss der