Category: Buchbesprechung

Die schützende Hand

Die Realität als Stoff für die Fiktion: wenn der NSU-Komplex zum Krimi wird von Volkmar Wölk Es ist bei mir geradezu zum Ritual geworden. Greife ich zu einem neu eingetroffenen Buch, dann fällt der Blick – genau in dieser Reihenfolge – zunächst auf das Inhaltsverzeichnis, dann auf die Liste der verwendeten Literatur und dann folgt




Odyssee zu den Quellen der Bucharin-Forschung

von Wulf Skaun Wladislaw Hedeler legt einzigartige Biographie des kommunistischen Revolutionärs und Theoretikers vor Jour fixe, der unkonventionelle Gesprächskreis am Leipziger Sitz der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, ist binnen weniger Monate zu einer angesagten Adresse geworden. Mit brennend oder latent aktuellen Themen locken seine Begründer, die einheimischen Historiker Klaus Kinner und Manfred Neuhaus, Debattierfreudige scharenweise in die




Erhard Oeser: „Die Angst vor dem Fremden – Die Wurzeln der Xenophobie“

von Dr. Monika Runge Im Rahmen des unkonventionellen Gesprächskreises „Jour Fixe“ der RLS Sachsen stand das vom österreichischen Philosophen und Wissenschaftstheoretiker Erhard Oeser jüngst veröffentlichte Buch „Die Angst vor dem Fremden – Die Wurzeln der Xenophobie“ zur Debatte. Liefert es doch wissenschaftliche Hintergründe für das in letzter Zeit massenhaft auftretende Phänomen der Fremdenfeindlichkeit (Xenophobie), das




Zeit für einen Aufbruch

von Rico Gebhardt Die Edition von Kurt Biedenkopfs Tagebüchern wurde aus dem Budget der Staatskanzlei mitfinanziert. Sie wollte offenbar sicherstellen, dass auch der Ex-Ministerpräsident anlässlich der 25. Wiederkehr der Gründung des Freistaates ein wenig Aufmerksamkeit erhält. Pikant: Die 307.900 Euro flossen direkt an die Konrad-Adenauer-Stiftung. Das riecht förmlich nach politisch motivierter Korruption. Auch Antje Hermenau




Die fleischgewordene Vision Dostojewskis

von Andreas Haupt Im Mai 1925 meldet der Draht aus Moskau, dass Boris Sawinkow, ein Träger des revolutionären Gedankens in Russland, verstorben sei. Und die Kölnische Zeitung vom 16. Mai desselben Jahres verabschiedet Boris Sawinkow mit den Worten: „Immer stand er in der vordersten Front der Revolution, immer bereit, seinen Kopf der revolutionären Sache zur




Buchtipp: Der Garten der Abendnebel

von Ralf Richter Eines Tages ist das normale angenehme Leben vorbei. Die Japaner kommen, die „Japsen“, wie sie im Buch immer wieder genannt werden. Das Land heißt noch Malaia und noch nicht Malaysia, gehört also unter anderem mit Singapur zusammen und wird verwaltet von einem „High Commissoner“. Wer älter als 45 ist, wird sich an




„Ein Krieg der Oligarchen“

von René Lindenau Immer wieder geschieht es bei politischen Ereignissen, dass sie extrem in das Leben der Menschen eingreifen. So wie seit einigen Jahren in der Ukraine. Sie lassen nach Ursachen wie nach gewissen Abläufen fragen und machen neugierig auf Personen, die Träger und Ertragende jener Geschehnisse sind. Darum: Reden wir über die Ukraine, den




Griechenlandkrise: Kapitalismus und Krimi

von Volkmar Wölk „Bei einem Treffen, das ich mit Herrn Schäuble hatte, sagte er mir, ich hätte das Vertrauen der deutschen Regierung verloren. Und ich sagte ihm: Ich hatte es nie, ich bin Mitglied einer Regierung der radikalen Linken“. Für ihn, Yanis Varoufakis, sei etwas anderes wichtiger: „Aber ich habe das Vertrauen des griechischen Volkes“.




Über einen „unverstümmelten, lebendigen Marxismus“ – Christoph Jünkes Anmerkungen zu Leo Koflers Philosophie der Praxis

von Volkmar Wölk Gemäß eines alten Bonmots gibt es den Zustand, dass eine Person zwar berühmt, aber keineswegs bekannt sei. Ja, gelegentlich erstrahlt ein Name, doch nur für einen ausgewählten Kreis, eine Minderheit, das Fachpublikum. Der breiten Masse sagt der Name nichts, er ist ihr unbekannt. Der 1995 verstorbene Gesellschaftstheoretiker und Sozialphilosoph Leo Kofler gehört




Buchtipp: „Aus den Ruinen des Empires“ von Pankaj Mishra

von Ralf Richter Manche mögen ihn vorletztes Jahr in Leipzig oder dieses Jahr in Dresden gehört haben, Pankaj Mishra, den Inder, der uns die asiatische Sicht auf den Westen erklärt. Wobei man vorsichtig sein muss, schon weil man als Europäer beim Wort „Asien“ nicht zwingend an Indien denkt, sondern eher an China, Japan, die beiden