Category: Buchbesprechung

Neues vom Herrn b

Jour fixe 37 widmet sich Stephen Parkers neuer Brecht-Biographie. Von Wulf Skaun Haben wir mit Mittenzwei, Hecht, Schumacher und Co. nicht schon zu DDR-Zeiten alles über Bert Brecht gewusst? Die 37. Runde des Leipziger „unkonventionellen Gesprächskreises“ Jour fixe an der RLS Sachsen belehrt uns eines anderen. Im beinahe privatimen Café-Ambiente der „Kleinen Träumerei“, für den




Lebendige Chronik eines Jahrhundertwerks

Jens Grandt brilliert mit einem Marx-Engels-Buch von besonderer Art. Von Wulf Skaun In der Fülle der einschlägigen Publikationen zu Marx’ 200. Geburtsjubiläum nimmt Jens Grandts Essaysammlung „Karl Marx. Friedrich Engels ? neu ediert und neu erschlossen“ einen besonderen Platz ein. Zugegeben, der wenig werbeträchtige Titel lässt kaum Aufregendes vermuten. Doch weckt die Beifügung „Rezensionen und




Friedrich Engels – Eigenes gemeinsam mit Karl Marx erbracht

Von Prof. Dr. Kurt Schneider Am 15. Oktober 1884 schrieb Friedrich Engels an Johann Philipp Becker: „Ich habe mein Leben lang das getan, wozu ich gemacht war, nämlich zweite Violine spielen, und glaube auch, meine Sache ganz passabel gemacht zu haben. Und ich war froh, so eine famose erste Violine zu haben wie Marx.“ Mit




„Die Angstprediger“

Von Ralf Richter Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Buch der diplomierten Juristin und Adenauer-Stipendiatin Liane Bednarz ist eine gute Ergänzung zu Melanie Amanns Buch „Angst für Deutschland“. Amann schreibt flüssiger, der Stil ist eingängiger. Liane Bednarz operiert mit zahlreichen Namen, Daten und Fakten, so dass manches Mal der rote Faden verloren zu gehen




Eine Bewegung ohne Parteibuch

Prof. Dr. Kurt Schneider über die Gruppe „Roter Stoßtrupp“ Obwohl der linkssozialistische „Roter Stoßtrupp“ einer der ersten illegalen und zahlenmäßig stärksten deutschen Widerstandsgruppen war, war bislang über ihn wenig bekannt. Umso mehr verdient die von Dennis Egginger-Gonzales verfasste verdienstvolle Monografie die ihr zukommende Aufmerksamkeit. Die Publikation, die auf der vom Autor 2016 an der FU-Berlin




Lenin – Ein Leben

Von René Lindenau Seine Hebamme soll über ihn gesagt haben: „Er wird einmal sehr intelligent oder aber sehr dumm.“ Der Neugeborene entschied sich für ersteres, wie seine spätere Schullaufbahn bewies – auch wenn sein weiterer Lebenslauf reich an Dummheiten und Irrwegen war. Eine zumindest bis zur Hinrichtung seines Bruders unbeschwerte Kindheit, Jurastudium, die Weg zum




Fluchtpunkt Lissabon

Von Prof. Dr. Kurt Schneider Am 10. Mai 1940 überschritt die deutsche Wehrmacht die Westgrenze Deutschlands. Sie besetzte in kurzer Zeit Belgien, Luxemburg, die Niederlande und Nordfrankreich. Ein gewaltiger Strom von Flüchtlingen brach auf in Richtung Südwesten, um den Kampfhandlungen und Verfolgungen zu entkommen. Vor allem Juden sahen die Gefahr, in der sie sich befanden,




„Ein wahrer Freund spricht auch bittere Worte aus.“

Ralf Richter hat „Die Eingewanderten“ von Paul Scheffer gelesen Der niederländische Migrationsforscher beginnt mit einer Parteienkritik. Gerade eine umfangreiche Wanderungsbewegung würde doch die Bevölkerung eines jeden Landes vor große Herausforderungen stellen: „Ich hätte es begrüßt, wenn die etablierten Parteien sich dieser Themen angenommen und nicht in die andere Richtung geschaut hätten, bis ein beträchtlicher Teil




Über die Relativität der Wahrheit

Von Andreas Haupt Das monumentale Werk Rotes Licht des russischen Schriftstellers Maxim Kantor ist nun auf Deutsch erschienen. Den Autor kennt man aus der Welt der Kunst, wo er internationale Bekanntheit spätestens mit seiner Einzelausstellung auf der Biennale in Venedig 1997 erlangte. Er wurde 1957 in Moskau geboren und studierte dort am Polygraphischen Institut. 1983




Gralshüter proletarischen Schrifttums

Eine neue Publikation würdigt Archivare, Bibliothekare und Sammler deutschsprachiger Quellen der Arbeiterbewegung. Von Wulf Skaun „Die alte Welt erneuern ? das ist der tiefste Trieb im Wunsch des Sammlers, Neues zu erwerben …“ Was Walter Benjamin in seinem Essay „Ich packe meine Bibliothek aus“ als allgemeines Credo jener Spezies formuliert hat, trifft auf Archivare, Bibliothekare