Category: Buchbesprechung

Neodadaistischer Aufruhr oder Mit Turbopoesie gegen den Turbokapitalismus

Anmerkungen zu Kramer/Mießner/Pohl/Schittko et al.: „my degeneration“ My degeneration – wer denkt da nicht zu allererst an den Song „My Generation“ aus den 60er Jahren, der auf dem gleichnamigen Album der Band The Who zu finden ist und vom Lebensgefühl der jungen Generation zu jener Zeit Kunde gibt, von ihrem Überdruss an den überkommenen Verhältnissen,




WBS 70, EW65 und die „sozialistische Lösung der Wohnungsfrage“

von Dr. Michael Eckardt Kaum etwas repräsentiert den Unterschied zwischen der bis 1990 zweigeteilten deutschen Baugeschichte besser als die mit großen Namen verbundenen repräsentativen Einzelbauten im Westen und die weitgehend namenlos gebliebenen Kollektiventwürfe der tausendfach ausgeführten Wohnbauserien im Osten. Der gelegentlich zum Zerrbild vereinfachten Gegenüberstellung von individuell-genialischer Baukunst auf der einen und kollektiv-mittelmäßiger „Komplexprojektierung“ auf




„Akademisierungswahn“ – Nida-Rümelin rechnet ab

von Ralf Richter Julian Nida-Rümelin meldet sich zu Wort. Der Kulturstaatsminister der Schröder-Fischer-Regierung hat ein bemerkenswertes Buch geschrieben, das in der edition Körber-Stiftung erschienen ist. Auf 256 Seiten analysiert Rümelin die Kursrichtung aktueller Bildungspolitik. Dabei sagt der Titel „Der Akademisierungswahn – Zur Krise beruflicher und akademischer Bildung“ schon viel aus. Freilich, der aus einer Künstlerfamilie




Zu Thomas Pikettys „Das Kapital im 21. Jahrhundert“

von Prof. Dr. Helga Schultz Wie kaum ein anderer Ökonom der jüngeren Zeit entzweit der Franzose Politik und Fachwelt, seitdem sein Buch ins Englische übersetzt wurde. Hochmut gegenüber Methode und Darstellung geht Hand in Hand mit der Abwehr der politökonomischen Schlussfolgerungen: „Yes, r>g. So what?“ (Gregory Mankiw in einem Paper der Harvard University, Nov. 2014).




Sitzen zwei auf dem Blauen Sofa

Eine Rückschau auf die Leipziger Buchmesse mit Hör-, Seh- und Lesetipps von Ralf Richter Wer reinkommt in die Glashalle bei der Leipziger Buchmesse, steuert unweigerlich auf „Das Blaue Sofa“ zu. Hier werden von ZDF und Deutschlandradio Kultur die renommiertesten Autoren interviewt. Am „Messe-Freitag“ waren es u. a. Gysi und Schorlemmer. Bei der Vorstellung ihres gemeinsamen




„Es war alles falsch, es waren unsere besten Jahre“

von Volkmar Wölk Mehr als eine Geschichte der Kommunistischen Partei Italiens „Es wird nie ein Mensch fliegen“, so behauptet überzeugt der Bischof gegenüber den Leuten – nachdem der „Schneider von Ulm“ beim Versuch, das Gegenteil zu beweisen, auf dem Pflaster zerschellt ist. So jedenfalls in Bert Brechts gleichnamiger Ballade. Nun, es haben trotzdem immer wieder




Ruandas Sturz in den Genozid

von Andreas Haupt Im eben erst vergangenen Jahr 2014 dominierte der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren unseren Erinnerungshorizont. Der rwandische Genozid, der vor 20 Jahren stattfand und bei dem fast eine Million Menschen binnen 100 Tagen getötet wurde, blieb dagegen weitgehend unbeachtet. Dieser Lücke des Gedenkens hat sich der Verlag Das Wunderhorn mit




„Nichts kann uns aufhalten!“

von Volkmar Wölk Die Kühlerhaube des Rolls Royce kennen auch alle jene, die sich die Nobelkarosse nie werden leisten können. Die Zahl von lediglich 1.300 Mitarbeitern rechtfertigt es nicht, dass das Logo der Firma, zwei ineinander verschränkte „R“, weltweit Legende sind. Und ebenfalls Legende ist die Kühlerfigur, „Spirit of Ecstasy“, natürlich gestaltet von einem Bildhauer.




Premiere für Jour fixe – Unkonventioneller Gesprächskreis offen für alle Interessierten

22. Januar 2015. Im Leipziger Domizil der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen hat die Lust an geistvollem Gedankenaustausch zwei Dutzend Leute zusammengeführt. Premiere von Jour fixe. Unkonventioneller Disput am Runden Tisch. Albert Einsteins einstige „Akademie Olympia“ könnte Pate gestanden haben, wie er mit Kollegen gepflegte Konversation übte. Man diskutierte locker-seriös über wissenschaftliche, literarische und zeitaktuelle Themen. Nach Einstein,




PEGIDA – von wegen “Ost-Phänomen”

von Pieter Potgieter Es ist schon eine Weile her, darum mögen es manche Soziologen vergessen haben: Thilo Sarrazins Buch “Deutschland schafft sich ab” erschien am 30. August 2010. Der Autor, ein “Wessi” und dazu noch SPD-Genosse, fand Leser in allen Kreisen und die Methode war so ähnlich wie die der PEGIDA-Aktivisten: Man muss doch mal