Category: Buchbesprechung

Ohne einen Tropfen Lakaienblut

Mit einer Werkausgabe Paul Levis entreißt Jörn Schütrumpf den Freund und Vertrauten Rosa Luxemburgs dem Vergessen von Wulf Skaun „Warum ist Paul Levi ein Thema für uns?“ Mit dieser rhetorischen Frage eröffnete Klaus Kinner Ende Mai das Ständige Rosa-Luxemburg-Seminar in der Leipziger Dependance der gleichnamigen sächsischen Stiftung. Dass Levis persönliche und politische Nähe zur sozialistischen




Mit geschärfter Klinge

Anmerkungen zu Gerd Adloffs neuem Gedichtband „zwischen Geschichte und September“ von Jayne-Ann Igel Als Gerd Adloff 1985 im Verlag der Nation mit dem Gedichtband „Fortgang“ debütierte, war mir sein Name schon ein Begriff, vielleicht, weil ich ihn auf einer der Wohnungslesungen im Prenzlauer Berg erlebt, Gedichte von ihm, die in Dorothea von Törnes legendärer wie




Abrechnung mit den DDR-Abrechnern

von Ralf Richter Matthias Krauß fragt in seinem Buch: Wem nutzt die „Aufarbeitung“? Manchmal spielt Geld keine Rolle. Wird bei der Erhöhung des Mindestlohnes um jeden Cent gefeilscht, als ginge es dabei um die Rettung des Abendlandes, fließen anderswo die Millionen: zum Beispiel in die Bundesstiftung „Aufarbeitung der SED-Diktatur“. Jahr für Jahr dürfen Medien, Institute




Die (neue) intellektuelle Rechte

von Sven Brajer Trotz subtropischer Temperaturen, sowohl im Freien wie auch in der WIR-AG, versammelten sich am Freitag, den 24. Juni, zahlreiche Gäste, um bei der Podiumsdiskussion der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen zum Thema „Die (neue) intellektuelle Rechte“ den Analysen von Natascha Strobl (Wien) und Stefan Kleie (Dresden) zu lauschen. Erstmals moderierte Sven Brajer vom Arbeitskreis der




Die Arbeit fängt gerade von vorne an

Zum 100. Jahrestag: Eine kritische Neuausgabe von Lenins Imperialismusstudie von Daniel Sieben Während Hugo Ball und seine Freunde im Zürcher „Cabaret Voltaire“ im Februar 1916 den Dadaismus aus der Taufe hoben, formulierte ein russischer Emigrant im Nebenhaus eines seiner wirkungsmächtigsten Werke. In den ersten Monaten des dritten Kriegsjahres brachte W. I. Lenin in einem spartanisch




Zwei ungewöhnliche Erzähler

von Wulf Skaun Willi Beitz stellt neuentdeckte Bücher von Sawinkow und Ossorgin vor Willi Beitz als Rezensent: Der anerkannte Leipziger Literaturwissenschaftler, der sich in der Herbstreife seines Lebens auch als Landschaftsmaler einen Namen gemacht hat, besticht durch weise Präsenz. Gespeist aus originärer Sicht auf die Dinge, aus geradezu barmherziger Einfühlung in Autor und Werk, aus




Linke Rebellen, Galli und Hochhuth in Leipzig

Buchmesse-Nachtrag von Ralf Richter Wenn zwei das Gleiche erleben, erlebt es doch jeder anders – ja, es gab in der letzten Ausgabe einen Buchmesse-Beitrag, aber hier folgt ein weiterer aus anderer Sicht. Als ich früh morgens, bevor es mit dem Bus zur Messe ging, MDR Figaro einschaltete, hörte ich Überraschendes: Ein Autor, Thomas Galli war




Ta-Nehisi Coates „Zwischen mir und der Welt“

Als Afroamerikaner fremd im eigenen Land von Ralf Richter Seit Jahrhunderten wandern Weiße ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ aus – und seit Jahrhunderten leben Schwarze in den USA. Die einen kamen freiwillig, die anderen wurden verschleppt bzw. sind Nachfahren dieser Verschleppten und von Weißen vergewaltigten schwarzen Frauen. „Sie können mit Deinem Körper machen, was sie



„Faschismus-Diagnosen“ – ein Buch als Denkhilfe

von Jonny Michel Wer sich mit der Entstehung des historischen Faschismus, dessen Entwicklung und den Umständen, die dazu führten, befasst, der kommt nicht am international renommierten Historiker Kurt Pätzold vorbei. In zahlreichen Publikationen stellte der Autor bereits seine außerordentliche Sachkenntnis zum Thema unter Beweis. Mit dem jüngst erschienen Buch „Faschismus-Diagnosen“ setzt er diese erfolgreiche Arbeit




Lehrreiche, anregende Deutschstunden

von Klaus Pezold Der Literaturbetrieb lebt von Neuigkeiten. Sie werden besprochen, häufig in eine Höhe gelobt, die ihnen nicht unbedingt gut tut – und oft schnell wieder vergessen. Eine Chance gegenüber diesem Aktualitätsdrang haben meist nur Autorinnen und Autoren, bei denen ein runder Geburts- oder Todestag für indirekte Aktualität sorgt. Da fällt das Feuilleton des