Category: Buchbesprechung

Neue Töne im Umgang mit DDR-Geschichte

von Dr. Rolf Ziegenbein Verfolgt man den Umgang mit der DDR-Geschichte in der etablierten Geschichtsschreibung und Politik, so fällt auf, dass in letzter Zeit vor allem in Veröffentlichungen mit wissenschaftlichem Anspruch neue Töne zu hören sind, die mehr Sachlichkeit und Differenziertheit anmahnen. Fast überdeutlich meldet sich dazu der in Sachsen an der TU Chemnitz und




Stadt des Ungehorsams

von Dr. Volker Külow Für den rasanten (Wieder)Aufstieg Leipzigs in den letzten Jahren, zuletzt symbolisiert durch den Sprung vom Brauseclub RB auf einen Bundesligaspitzenplatz, sind diverse Erklärungsmuster und Bezeichnungen im Umlauf. Zu den nichtssagenden bis grässlichen zählen gewiss „Heldenstadt“ und „Hypezig“. Schon fast totzitiert ist auch Goethes Spruch aus dem Faust I „Mein Leipzig lob




Verzerrte Geschichte

von Dr. Rolf Ziegenbein Derzeit wird in der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung ein Geschichtsband unter dem Titel „Von Stalingrad zur SBZ, Sachsen 1943 – 1949“ kostenlos allen Bürgern angeboten. Das Buch ist vom Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung an der Technischen Universität Dresden erarbeitet worden und stellt gleichzeitig Bd. 60 der Schriftenreihe des Instituts dar. Das




Sozialgeschichte des „Dritten Reichs“

von Dr. Michael Eckardt Nach seiner Studie „Unterm Hakenkreuz: Arbeiter und Arbeiterbewegung 1933 bis 1939“ (1999) legt Michael Schneider, zuletzt Leiter des Historischen Forschungszentrums der Friedrich-Ebert-Stiftung und Honorarprofessor an der Universität Bonn, einen Folgeband vor, mit dem er seine Forschungen über die Arbeiter und die Arbeiterbewegung in der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft abschließt. Entstanden ist




„Jetzt mehr als je kühl denken und handeln“

von Dr. Volker Külow Es ist hinlänglich bekannt, dass die aus dem sächsischen Wiederau stammende Sozialistin Clara Zetkin (1857-1933) jahrzehntelang eine treibende Kraft in der deutschen Sozialdemokratie, auf der europäischen Bühne und nicht zuletzt als Sekretärin der 1907 gegründeten Fraueninternationale war. Von ihrer württembergischen Wahlheimat Stuttgart aus redigierte sie „Die Gleichheit“ und machte sie vor




Kostenlos-Buch-Aktion zum 75. Jahrestag der Blockade Leningrads

von Ralf Richter Anlässlich des 75. Jahrestages der Blockade Leningrads erinnert das Deutsch-Russische Kulturinstitut Dresden mit einer Kostenlos-Buchaktion an das Ereignis. Ziel ist es, eines der größten Kriegsverbrechen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen: „871 Tage“ heißt das Gedenkbuch von Ninel Koribskaja. Vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944 – also 871 Tage




Vor 175 Jahren geboren – Minna Cauer

von Prof. Dr. Kurt Schneider Geboren am 1. November 1841 als drittältestes von vier Kindern in einem Pfarrhaus in Freyenstein, gehörte Minna Cauer zu den äußersten Linken der bürgerlichen Frauenbewegung, die, wie die sozialistische Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“ zu ihrem 71. Geburtstag schrieb, „ihr wertvolle Anregungen, manche kräftige Impulse verdankte”. Sie war frühzeitig verheiratet; 1865 verstarben




Die Kraft einer Utopie

von Prof. Dr. Kurt Schneider Es ist ein erstaunliches Buch. Sein Autor, Manfred Lütz, ist kein Historiker und kein Politologe, sondern ein Mann der Wirtschaft, wie er sich selbst bezeichnet. Heute ist er als Rentner noch mit einigen einstigen beruflichen Aufgaben befasst. Sein Buch ist kein Schnellschuss, kein Resultat flüchtiger Überlegungen, sondern das Ergebnis einer




„Kritik der Grünen Ökonomie“

von René Lindenau Ich war mal wieder „stiften“. Wieder ging es nach Berlin zu einer Veranstaltung im Roten Salon der Rosa-Luxemburg-Stiftung. An diesem Sommerabend brachte das Thema Umwelt bzw. Ökologie Publikum und Podium zusammen. Ein Buch, das Barbara Unmüßig (Heinrich-Böll-Stiftung) mit anderen Autoren vorlegte, wurde gemeinsam mit Dr. Dagmar Enkelmann (Rosa-Luxemburg-Stiftung) und Prof. Michael Brie




Unbequeme Wahrheiten zur neuen Ökonomie des Teilens

von Ralf Richter Erlauben wir uns zunächst einen kleinen Rückblick: „Nutzen statt besitzen – Wohnungen, Autos, Ideen … Eine Idee verzaubert das Land. Es ist die Idee von der Sharing Economy, der Wirtschaft des Teilens, und sie kommt zur richtigen Zeit. Einerseits nimmt sie das Wirgefühl von Social-Media-Diensten wie Facebook und Twitter auf, deren Nutzer