Category: Buchbesprechung

Die Entnazifizierung in den Köpfen stand noch bevor

von Prof. Dr. Kurt Schneider Mit dem militärischen Sieg am 8. Mai 1945 war Deutschland zwar von der 12-jährigen Herrschaft des Faschismus befreit worden, aber noch nicht von dessen Ideologie. Diese Aufgabe, die Entnazifizierung in den Köpfen, stand noch bevor und war letztlich von den Deutschen selbst zu bewältigen. „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen




ROSA LUXEMBURG: Gesammelte Werke, Band 7/1 und 7/2 erschienen

von Kurt Schneider Unmittelbar anschließend an die 2016 von Clara Zetkin erschienenen »Kriegsbriefe 1914 – 1918« hat der rührige Karl Dietz Verlag Berlin den Band 7 der »Gesammelten Werke« Rosa Luxemburgs, gegliedert in zwei Halbbände, verlegt. In dem 65seitigen Vorwort, verfasst von der hoch anerkannten Rosa-Luxemburg-Forscherin und -Editorin Annelies Laschitza, werden die bereits im Band




Dresdner Arbeiterdichter

von Marcel Braumann Meine Handy-Nummer steht im Internet und natürlich (!) ist man als Öffentlichkeitsarbeiter der größten Oppositionsfraktion des Landtags prinzipiell irgendwie immer für den Rest der Welt erreichbar. Aber, nun ja, es gibt Besucher des Parlaments, für die von den am Empfang Tätigen verzweifelt Kontaktpersonen der Fraktionen gesucht werden, weil – man nicht am




„Die DDR hat’s nie gegeben“

von Prof. Dr. Kurt Schneider Als in Berlin der Palast der Republik abgerissen worden war, prangte unterhalb des Tatortes an einer Mauer entlang der Spree ein Graffito „Die DDR hat’s nie gegeben“. Es drückte aus, was so manchem Akteur der „friedlichen Revolution“ bewusst geworden war: Der Abriss des Palastes der Republik sollte den Abriss der




Buchbesprechung: Angst für Deutschland

von Ralf Richter Die Geschichte der AfD beginnt für die Autorin mit Sarrazins „Deutschland schafft sich ab“. Zumindest beginnt damit die „Methodik-Geschichte“ der AfD: Man trage „Fakten“ zusammen, die in so einem speziellen Zusammenhang noch nicht vorgetragen wurden, und stelle sie in einen „nationalen“ Kontext. Schon entsteht eine „Bedrohung“ für das „deutsche Volk“. Genau genommen




Reiche Ernte der zweiten Schicht

Nikolaus Wachsmann liefert monumentale Gesamtdarstellung der NS-Konzentrationslager aus historischer Distanz von Wulf Skaun KZ oder KL: Seit Bruno Apitz’ „Nackt unter Wölfen“ wähnte man alles zu wissen und zu erfühlen, was diese Akronyme ausdrücken. Wie es auch Auschwitz oder Buchenwald als Symbolnamen mit empathischer Bedeutung suggerieren. Doch existierte weder das eine noch das andere faschistische




Lesung: „Fabian – Die Geschichte eines Moralisten“

„Ich möchte helfen, die Menschen anständig und vernünftig zu machen“ Mit seinem Roman für Erwachsene zeichnet Erich Kästner ein imposantes Sittenbild im Berlin der späten 20er Jahre. Jakob Fabian studiert seine Stadt und das Leben: möblierte Zimmer, Bars, gewisse Damen und dazugehörige Etablissements, die Liebe … Bald jedoch gerät er zwischen die Extreme seiner Zeit:




Die unglaubliche Geschichte Koreas

von Ralf Richter Anna Kims „Die große Heimkehr“ ist der erste Roman, der uns die Geschichte der Samsung-Hersteller und der Kim-Dynastie in Pjöngjang näher bringt. Mit fortgeschrittenem Alter versteht man besser, dass es Dinge gibt, die wir nicht wissen können und andere, die wir nicht wissen sollen. Das trifft für beide Koreas wie für beide




Der Janusköpfige

Richard Wagners ambivalentes Judenbild von Wulf Skaun Jour fixe ist im Januar in sein drittes Jahr gestartet. Im Leipziger Domizil der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen halten die einheimischen Historiker Klaus Kinner und Manfred Neuhaus, Begründer dieses „unkonventionellen Gesprächskreises“, eine kurze Rückschau auf 20 gut besuchte und dokumentierte Diskursabende. Ihr Zeugnis vor wiederum vollem Haus: Jour fixe übertrifft




Schwierigkeiten mit Gegensätzen

Meinung zu den Beiträgen von Jochen Mattern und Rolf Ziegenbein über Lothar Fritze von Fred Geigers Gegensätzliche Einschätzungen zum gleichen Autor in ein und derselben Zeitung, hier in der Nr. 01-02/2017 von „Sachsens Linke!“ (S. 2) und „Links!“ (S. 9)? Das kann es durchaus geben, da die Rezensenten zwei sehr unterschiedliche Veröffentlichungen von Lothar Fritze