Category: Bildung

Die große Blase vom „Ländlichen Raum“

Die LINKE hat – wie alle anderen Parteien auch – den ländlichen Raum (neu) entdeckt. Im Kern geht es um die linke Leibesübung: Umverteilung. Von Kathrin Kagelmann Leitgedanke sächsischer Regierungspolitik war lange Zeit die Idee von prosperierenden Wachstumskernen, deren massive Förderung direkt zu nachholenden Entwicklungseffekten für ländliche Regionen führen werde. Die Idee funktionierte nur bedingt,




„Der Opportunismus wird immer unerträglicher“

Reiner Tennler aus Annaberg-Buchholz ist der Vorsitzende des Ausschusses für Grundschulen beim Landeselternrat. Kevin Reißig hat mit dem Familienvater über Lernen und Lehren gesprochen. Herr Tennler, was ist das größte bildungspolitische Problem in Sachsen? Der Lehrermangel. Der Begriff wird zwar inflationär gebraucht, aber es verbirgt sich nichts anderes dahinter, als dass seit über 20 Jahren




Von den Iden des März

Von Peter Porsch Die Iden eines jeden Monats waren bei den Römern der Antike Feiertage. Sie fielen jeweils auf den 13. oder 15. Tag des Monats und richteten sich nach dem Mondviertel. Wegen des 15. März im Jahr 44 vor unserer Zeitrechnung galten sie später aber auch als Metapher für drohendes Unheil. An diesem Tag




Über das Märchen vom „Chancenland“

In Sachen Bildung: GroKo verpasst den großen Wurf Von Sören Pellmann Lernenden wird häufig erzählt: „Wiederholt es noch einmal, dann prägt es sich besser ein!“ Gleiches hat sich wohl die Große Koalition mit ihrer Skizze vom „Chancenland Deutschland“ gedacht. Aber eins vorab: Je öfter die GroKo Bildung als Faktor zur Überwindung von sozialer Ungerechtigkeit betrachtet,




Hochschule geht alle an!

Von René Jalaß Hochschulpolitik? Studiengebühren? BAföG? Semesterbeitrag? Hochschulrat? Senat? Alles Begriffe, von denen ich lange nichts mehr gehört hatte, bis ich im September 2017 den Sprecher*innenbereich Hochschul- und Wissenschaftspolitik der Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag übernommen habe. Daraufhin habe ich mich auf die Socken gemacht, beziehungsweise habe mich in den Zug gesetzt und fuhr




„More steel tanks than think tanks“

Von Peter Porsch Das war O-Ton des polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki auf der sogenannten „Münchener Sicherheitskonferenz“. Englisch „tank“ ist bekanntlich der Panzer, geschmiedet aus Stahl oder guten Ideen. „Oh, Herr, lass Hirn regnen“, habe ich auf einer Satirepostkarte gelesen. Nein, das ist nicht der Regen, den der Chef des katholischen Polen zu benötigen denkt. Ihm




Ein Gespenst geht um in Deutschland: das Gespenst der Inklusion

Von Susann Schöniger Wie stellt mensch sich das vor, gemeinsames Lernen aller, gleichberechtigte Teilhabe aller und Barrierefreiheit? Das Gespenst Inklusion scheint noch mehrere Geister zu haben. Das Gespenst schwirrt auch nach elf Jahren UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) immer noch mit seinen Geistern umher. Nein, so negativ sollte man es nicht sehen. Oft hört man, dass diese UN-BRK




Preisstifter Reimanns Vermächtnis: Fördert junge kritische Köpfe

Von Manfred Neuhaus Bei den sächsischen Luxemburgianern gehört es zum Konsens, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern. Dass aus einer schönen Idee identitätsstiftende Realität wurde, ist dem Vermächtnis eines außergewöhnlichen Mannes zu verdanken ? Günter Reimann. 1904 als Hans Steinicke geboren, wird der Angermünder Kaufmannssohn in Berlin Augenzeuge der Novemberrevolution, Rosa Luxemburg fasziniert ihn bis




Kultur, aber wie?

Von Franz Sodann Seit 1994 gibt es in Sachsen das Kulturraumgesetz. Mit dem Ziel, die Theater- und Orchesterlandschaft zu erhalten, entstanden drei städtische Kulturräume (Chemnitz, Dresden und Leipzig) und fünf ländliche (Vogtland-Zwickau, Erzgebirge-Mittelsachsen, Leipziger Raum, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Oberlausitz-Niederschlesien). Auf den ersten Blick ist das deutschlandweit einmalige Gesetz ein Erfolgsmodell. Auch die LINKE stellt es




Die Wurzeln des Rassismus

von Max Wegener Die Geschichte des Rassismus in Ostdeutschland beginnt vermeintlich erst in der Wendezeit. Damals erlangten die Pogrome von Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen eine überregionale, traurige Berühmtheit. Auch die rassistisch motivierten Morde an Einzelpersonen wie Amadeu Antonio Kiowa, Jorge Gomondai, Nuno Lourenço und nicht zuletzt Oury Jalloh sind in diesem Zusammenhang zu betrachten. Jedoch ist