Category Archives: Bildung

Mit dem Rad von Meißen zur Peter-Sodann-Bibliothek und zurück

Gysi kam, auch der Eulenspiegelautor Ernst Röhl und Elmar Faber, der Verleger von Christoph Hein um Peter Sodann zur Eröffnung seiner Bibliothek in Staucha zu gratulieren. Viel ist noch zu tun, die Bücher in den Bananenkisten türmten sich am Eröffnungswochenende um Peter Peter Sodann, einige Regale sind noch nicht aufgebaut und viele aufgebaute Regale sind noch leer. Fleißige Hände werden ebenso gesucht wie Geld.  1 Euro von jedem Deutschen wünscht sich Peter Sodann für die Bibliothek. Der nachstehende youtube-Beitrag zeigt, was Autor Ralf Richter bei der Anfahrt über den Elbe-Radweg sah am 13. Mai bei der Tour von Meißen zum Rittergut Staucha und wieder zurück.

Ab sofort kann man nicht mehr nur virtuell sondern “in echt”  vorbei schauen! Wer helfen will sollte  sich an den Verein zur Förderung, Erhaltung und Erweiterung einer Sammlung von 1945 bis 1990 im Osten Deutschlands erschienener Literatur (Peter-Sodann-Bibliothek) e.V.” wenden.  Die Emai-Adresse ist psb-staucha@t-online.de und die Bibliothek am Thomas Müntzer Platz 8 ist von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

Sächsische Schüler- und Studentendemo am 10. Mai in Dresden

Die Bedingung an den von Sachsens Landesregierung hoch gelobten  Schulen, Hochschulen und Universitäten sind immer öfter desaströs, dagegen unternehmen sowohl der Sächsische Landesschülerrat als auch die Studentenräte am 10. Mai etwas: Eine Massendemo gegen Strellenstreichungen und für Neueinstellungen ist an diesem Tag in Dresden geplant. In der Demostadt Dresden selbst sind kaum Plakate zu sehen und wenn, dann wirken sie bedauerlicherweise kaum ansprechend: In düsterem grün-weiß-grau und textlich schwer überladen. Tritt man näher und liest die Forderungen, so sind sie in einem Sprachstil abgefasst, der fern der Lebenswirklichkeit der Schüler und Studenten ist: ” Im Namen des Landesschülerrates fordern wir die Staatsregierung auf, Unterrichtsausfall so zu dokumentieren, wie er an den Schulen vorzufinden ist,  Sanierungsstau an Sachsens Schulen beheben …”

 

Das ist sicher nicht die Sprache der 6 bis 16 jährigen. Das ist sächsischer Politiker-Behörden-Sprech, so spricht das Volk, so reden Kinder und Jugendliche nicht. Die Forderungen sind vernünftig auch wenn der Stil nicht so klingt, als käme er aus dem tiefsten Herzen der Mädchen und Jungen von Sachsen. Fakt ist aber: Von 30.000 werden 26.000 Lehrerinnen und Lehrer bis 2030 in Rente gehen. Jeder der Lehramt studiert, wird eine Forderung vermissen: Es muss  mindestens genauso attraktiv sein Lehrerin oder Lehrer in Sachsen zu sein, wie in Brandenburg.  Der sächsische Kirchturmblick auf die hiesige Bildungslandschaft vernachlässt die Anstrengungen in den Nachbar- und Westländern.  Forderungen im Bildungsbereich auf lokaler – selbst sächsischer Ebene – verpuffen, wenn sie nicht bundesweit koordiniert vorgetragen und erhoben werden. Junge Lehrerinnen und Lehrer werden weiterhin nach Abschluss ihrs Studiums in Sachsen ihre Koffer packen und nach Brandenburg oder Hamburg gehen, so lange man in Sachsen nicht zur Kenntnis nimmt, was jenseits des Freistaates passiert. Es geht auch nicht um ein sich gegenseitiges Wegnehmen von Studenten oder Lehrern, wie es derzeit von den Kultusministerien frohlockend praktiziert wird – sondern um eine Kooperation frei nach dem Zukunftsmodell:  “Von den Besten lernen!” Es muss Schluss sein mit der Kleinstaaterei.  Eine Volksbildung, die ihren Namen verdient muss auch für das ganze Land gelten,  eine Bildungspolitik vom Bodensee bis zur Flensburger Förde, vom Erzgebirge bis Rügen. Auch die Kinder sächischer Eltern ziehen um, darum braucht es eine einheitliche Bildungspolitik im ganzen Land – vielleicht stimmen sich beim nächsten Aktionstag einmal die Schüler und Studenten mit Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg. Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ab. Dieser Protest wird dann garantiert nicht nur in den sächischen Medien Anklang finden.

Kalenderblatt 8. Mai 2012 Tag der Befreiung – von Zwickau kann Sachsen lernen

Gibt es ein linkes Geschichtsbewusstsein in Sachsen? Antworten auf solche Fragen sucht man heute mit Hilfe des Internets: Man gebe ein: “8. Mai 2012 Tag der Befreiung LINKE  Sachsen” – man kann Sachsen dann auch durch die Wörter Chemnitz, Dresden, Leipzig oder Zwickau ersetzen.

 

Die positive Nachricht: Das linke Geschichtsbewusstsein ist stärker verbreitet als man glaubt. Eine Übersicht über die Aktivitäten an diesem Tag aber sucht man “online” vergebens – doch der Normalbürger kann sich darüber nun einmal nicht durch eine Parteipostille informieren sondern es wäre von Vorteil, wenn sie oder er auf einen Blick erkennen könnte, wo an diesem Tag in seiner Nähe  eine Kundgebung oder eine Gedenkveranstaltung stattfinden. Bedauerlicherweise gelingt das bei den drei Großstädten nicht.  Ganz anders ist die Lage in Zwickau: Die Homepage des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Sachsen e.V.  kündigt für 10 Uhr auf dem Sowjetischen Ehrenhain des Zwickauer Hauptfriedhofes eine Kranzniederlegung und Beiträge zum Gedenken an. Anwesend sind: Frau Dr. Pia Findeis (Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau), Sven Wöhl (Stadtvorsitzender der LINKEN in Zwickau),  Andreas Salzwedel (Vorsitzender des Kreisverbandes der LINKEN) und Michail Wetrow vom Russischen Konsulat in Leipzig. Mit anderen Worten, in Zwickau demonstrieren Stadtoberhaupt, LINKE und ein Vertreter Russlands gemeinsam, was es heißt den Opfern der Befreiung zu gedenken.  Das ist beispiellos und beschämend zugleich. In einer Stadt Sachsens immerhin wissen prominente LINKE und die Stadtführung wo am 8. Mai ihr Platz ist. Das Deutsch-Russische Kulturinstitut (DRKI) in Dresden meldet für heute: 10 Uhr Blumenniederlegung am Ehrenmal der Roten Armee (Olbrichtplatz), 11 Uhr Blumenniederlegung auf dem Garnisionsfriedhof Marienallee und 12 Uhr Feierstunde für sowjetische Kriegsverteranen im DRKI. Ob daran VertreterInnen der LINKEN oder der Stadt Dresden teilnehmen? Dresden ist immerhin die Landeshaupstadt Sachsens. Die LINKE Dresden weist auf die Veranstaltungen 10 Uhr und 11 Uhr zumindest (gut versteckt auf ihrer Homepage) hin.

Es reicht nicht, wenn lediglich einige Linke wissen was am 8. Mai 1945 geschehen ist. Dieser Tag muss wieder  im Bewusstsein der gesamten Bevölkerung Ostdeutschlands, ja Gesamtdeutschlands verankert werden. Lesenswert ist in diesem Zusammenhang der “Aufruf zum Tag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 2012” von der Gesellschaft zum Schutz für Bürgerrecht und Menschenwürde e.V. mit der Forderung an die Bundesregierung den 8. Mai als offiziellen Tag der Befreiung vom Faschismus zu würdigen. Die Gesellschaft wird  heute 17 Uhr am Ehrenmal (“Mutter Heimat)  in Berlin-Treptow eine Gedenkveranstaltung abhalten. 20.000 Sowjetsoldaten fielen allein bei der Befreiung Berlins, deshalb steht dort das größte sowjetische Ehrenmal. Mehr über die Geschichte erfährt man auf der Homepage “Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts“.

Der Asiate schmutzt nicht und Alles über den Russen – Gerhard Polt zum 70.Geburtstag

1985 kam er zum ersten Mal in die DDR – nach Leipzig! Jürgen Hart (Verfasser der Sachsen-Hymmne “Sing mei Sachse sing”) hatte den großen bayrischen Kabarettisten Gerhard Polt  eingeladen. Dieter Hildebrandt würdigte ihn soeben im DeutschlandradioKultur, in dem er seine erste Begegnung mit Polt kolportierte.  “Er kam auf die Bühne ging in die linke Ecke schaute sich lange um und sagte schließlich: ‘Jaa…”. Das Publikum war völlig irritiert. Darauf ging Polt zügig in die rechte Ecke, schaute sich noch länger um und sagte: ‘Jaaaa …’  Im Publikum schmunzelte man unsicher. Nun eilte Polt zielstrebig in die Mitte und rief: ‘Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa!’ Die Massen grölten und ich dachte: Donnerwetter! Der Mann hat mich mit drei Ja überzeugt.”

Heute am 7. Mai wird der Bayer Gerhard Polt 70. Wir wollen mit unseren Links zwei besondere Schmankerln aus dem Poltschen Repertoire den Lesern dieses Beitrages nahe bringen. Einerseits ist da sein genialer Video-Clip wider den westdeutschen Spießbürger.  In Mai Ling aus dem Jahr 1979 beschäftigt er sich mit dem BRD-Trend zu asiatischen Import-Bräuten in den 70ern. Die Vorurteile der Westdeutschen gegenüber den Russen nimmt er schließlich in Alles über den Russen von 2007 köstlich aufs Korn.

Wer zufällig nach München kommen sollte in der nächsten Zeit: Das Literaturhaus München zeigt noch bis 10. Juni die Gerhard Polt-Ausstellung “Braucht’s das?!”

PS:  Dass Polt auch der Erfinder von Nikolausi und Osterhasi ist, sollte an dieser Stelle noch abschließend erwähnt werden.

Schneller Sonnenuntergang in Frankfurt/Oder – Solarfirmen in Ostdeutschland am Ende

Es dauerte nicht lange: Im November feierte First Solar die Einweihung seines zweiten Werkes in Frankfurt/Oder. Die Zahl der Arbeitsplätz von First Solar wurde von 650 auf 1.200 aufgestockt.  Doch die neuen Mitarbeiter werden kein Arbeitlosengeld bekommen – nach fünf Monaten war die Lebensstellung in der neuen Fabrik im “Zukunftssektor” Solarenergie Geschichte.

Nebenan wurde noch gelogen wie gedruckt: Konkurrent Odersun diktierte im Februar diesen Jahres den Journalisten in die Blöcke: Odersun ist voll ausgelastet, die 250 Mitarbeiter des drittgrößten Herstellers im Solarsegment seien überhaupt nicht betroffen – Tage später, im März meldete Odersun Insolvenz an.  Bis zuletzt wurden Öffentlichkeit und Mitarbeiter angelogen. Zahlreiche Sachsen und Sachsen/Anhaltiner verloren ihre Arbeit bei der Qcells-Pleite in Bitterfeld/Wolffen. Was Ostdeutschlands Solarenergiebranche einzigartig machte und woraus die Chancen abgeleitet wurden, war die Verflechtung von Wirtschaft und Hochschullandschaft in Brandenburg und Mitteldeutschland.  Doch die Spekulation der Wirtschaft auf das Anhalten staatlicher Förderung führte zum Untergang der Solarwirtschaft – jetzt ist es eine Frage der Zeit, bis die Solarenergie-Forschung an den Hochschulen und Universitäten ebenfalls eingestellt wird. Gleichzeitig bleibt die Energiegewinnung weltweit ein Kernthema – Griechenland und Marokko bereiten sich darauf vor mit riesigen Solarparks die Solarenergieversorgung EU-Europas zu wagen. Deutsche Technologie sollte dabei eine Schlüsselrolle spielen.  Sicher werden sich für die Patente Käufer finden lassen, das war bei der Quimonda-Abwicklung  in Dresden nicht anders.

100.000 demonstrieren auf dem Wenzelsplatz – Regierung vor Auflösung – KSCM vor Erfolg

Seit der Wende gab es nicht mehr solche Massen auf dem Wenzelplatz: Einhunderttausend demonstrierten am vergangenen Wochenende gegen die Sparbeschlüsse, Korruption und Vetternwirtschaft in Prag. Die gegenwärtige liberal-konservative Dreiparteienkoalition unter Führung von Ministerpräsident Petr  Necas hat gerade zwei Jahre gehalten und steht vor dem Aus. Griechische Verhältnisse wollte sie Tschechien ersparen, doch auch Tschechien ist tief in der Krise. Die beschlossenen Spaßmaßnahmen betreffen übrigens auch deutsche Touristen – so soll die erst vor kurzem erhöhte Mehrwertsteuer um einen weiteren Prozentpunkt angehoben werden.  Auch die geplante Einführung von Studiengebühren und Rentenkürzung lösen im Volk keine Begeisterungsstürme aus. Dennoch werden die geplanten Maßnahmen das Land nicht retten, denn die Maßnahmen würden nur dann Erfolge zeitigen wenn parallel die Wirtschaft um drei Prozent wachsen würde – erwartet wird unterdessen bestenfalls eine Stagnation, ein “Null-Wachstum” also.

Inzwischen haben Ausläufer der slowakischen Gorilla-Affäre auf Prag übergegriffen. Ausgerechnet die neu gegründete Partei Öffentliche Angelegenheiten (VV), die Zulauf hatte weil sie im Gegensatz zu den etablierten Parteien Transparenz schaffen wollte erlebte einen handfesten Skadal: Der Parteichef wurde wegen Bestechung rechtskräftig verurteilt. Am Freitag wird sich die Regierung auflösen.

Politischer Nutznießer der desaströsen Zustände scheint allem Anschein nach die Kommunistische Partei zu sein. Bei Neuwahlen werden ihr deutlich über 20 Prozent zugetraut – damit würden sie zweitsträrkste Partei in Tschechien.  Bei den letzten Wahlen hatten sie 11 Prozent geholt.  Wahlgewinner aber werden wahrscheinlich die Sozialdemokraten.

Zum Parteiprogramm der KSCM in Englisch und zu einer Analyse von zwei Soziologen, die sie wahlweise von Radio Prag lesen oder nachhören können haben wir Links gesetzt.

Sachsens Schüler kopieren kostenlos – Entscheid vom Oberverwaltungsgericht Bautzen

Eine Mutter hatte geklagt: 34,90 Euro sollte sie für Kopierkosten für ihre zwei schulpflichtigen Kinder aufbringen, meinte man in einer Schule in Königswartha Landkreis Bautzen.  Die Klägerin berief sich auf die verfassungsmäßig garantierte Lernmittelfreiheit und wurde in dieser Auffssung vom Verwaltungsgericht Dresden bestärkt (Urteil des Verwaltungsgerichtes Dresden: Aktenzeichen 5 K 1790/08), doch die Kommune wollte das Urteil nicht hinnehmen.

Jetzt aber bestätigte das Oberverwaltungsgericht die Position des Dresdner Gerichtes in Bezug auf Kopien (Urteil des Oberverwaltungsgerichtes: Aktenzeichen 2 A 520/11). Umstritten ist, inwieweit die Lernmittelfreiheit sich auch auf weitere Utensilien erstreckt wie Wörterbücher, Taschenrechner usw. Nach der Auffassung des Dresdner Gerichtes fielen auch diese darunter. Darüber befand jedoch das Oberveraltungsgericht in Bautzen nicht.  Im Freistaat werden Kosten von 40 Millionen Euro befürchtet – dieses Geld müssen gegenwärtig die Eltern im Freistaat Sachsen aufbringen.

 

Im Artikel 102 der sächsichen Verfassung ist definiert, dass Unterricht u n d Lernmittel an den öffentlichen Schulen im Freistaat kostenlos sind. Näheres regele ein Gesetz. Die Gemeinde hatte sich darauf berufen, dass sie nach dem sächsischen Schulgesetz nicht verpflichtet seien die Kosten für die Kopien zu übernehmen – die Bautzner Verwaltungsrichter stellten nun klar:  Es gibt kein Schulgesetz nachdem eine Gemeinde ableiten kann, dass die Eltern  Kopierkosten tragen müssten.

Gegen das Urteil hat der Senat keine Revision zugelassen – allerdings kann Königswartha Beschwerde einlegen.

Gesine Lötzsch’s Kommunismus-Rede erstmals in voller Länge auf youtube!

Politiker bleiben in Erinnerung durch ihre Taten und Worte – Weniges bleibt von jahrelangen Parlamentsdebatten. Die Herbert Wehner’s sind dünn gesät und auch bei den LINKEN sind Gysi und Lafontaine mit ihrem rhetorischen Können unangefochten an der Spitze der Wortgewaltigen. Gesine Lötzsch schaffte es immerhin in ihrer zweijährigen Amtszeit als Parteichefin einmal im Zentrum der medialen Öffentlichkeit dieses Landes zu stehen – das war vor einem Jahr.

Hunderte Journalisten mit Kameras stürmten am 8. Januar 2011 das Urania-Haus in Berlin, als Gesine Lötzsch eine Rede halten sollte. Was war geschehen, dass die Medien so aufgeregt reagierten? Die Chefin der Linkspartei hatte am 3. Januar 2011 in der Tageszeitung jw (junge welt) einen Artikel “Wege zum Kommunismus” geschrieben – dies löste einen Mediensturm in Deutschland aus. Forderungen nach einem Verbot der Linkspartei wurden erhoben. Vielleicht war es in ihrer zweijährigen Amtszeit “Die Rede”, die von Gesine Lötzsch am stärksten in Erinnerung bleibt – hier erstmalig im Internet in voller Länge zu hören. Am 10. April 2012 trat Gesine Lötzsch von ihrem Amt zurück – aus familiären Gründen.

Vortrag über Geschichte und Gegenwart von Empörung und Widerstand am 11. April

Mit “Empörung und Widerstand in Geschichte und Gegenwart” ist ein Vortrag überschieben, der am 11. April 19 Uhr in Dresden zu hören sein wird. Ort des Geschehens ist die WIR AG in der Martin-Luther-Straße 21 – gegenüber der Lutherkirche in der Dresdner Neustadt.

Schriftliche Empörungen von lebenserfahrenen Zeitgenossen erfahren und erfuhren in diesem Lande unlängst ein ganz unterschiedliches Echo: Von Stephane Hessel, Autor der Bücher “Empört Euch” und “Engagiert Euch” über  Gert Schramm, der seine Erfahrungen als einziger schwarzer Deutscher im KZ Buchenwald im Buch “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann” nieder schrieb bis hin zu Harry Belafonte, von dem es mit “My song” eine Biographie zu lesen und ab 19. April den Dokumentarfilm “Sing your song” zu sehen gibt.  Keine Frage, nicht nur die Piraten beweisen es: Empörung und Widerstand gegen die herrschenden Zu- und insbesondere Missstände sind wieder in! Längst haben Personen wie Harry Belafonte oder Pete Seeger die Brücke geschlagen vom Kampf um die Bürgerrecht in den 60ern zur Occupy-Bewegung 2011/2012. Der Journalist und Sozialwissenschaftler Ralf Richter wird versuchen einzelne Episoden der Geschichte von Empörung und Widerstand heraus zu greifen und auch die aktuelle Empörung von einem und über einen deutschen Literaturnobelpreisträger nicht ausblenden … Eine spannende Diskussion scheint garantiert!

Was gesagt werden muss – Grass-Gedicht löst in Deutschland Medien-Sturm aus

“Was gesagt werden muss” – mit einem israelkritischen Gedicht (welches sich im übrigen ebenso gegen Ahminedschad, den durch die letzten Wahlen geschwächten iranischen Präsidenten wendet) hat der deutsche Literaturnobelpreisträger Günter Grass eine Diskussionswelle ausgelöst. Wie meist in den Medien werden allerdings einzelne Passagen des Gedichtes kritisiert, ohne den Gesamtinhalt darzustellen. Doch jeder politisch Denkende sollte den Inhalt dieses Gedichtes kennen, bevor er etwas be- bzw. verurteilt. Die Süddeutsche veröffentlichte zuerst das komplette Gedicht, das  zeitgleich in der der New York Times und in der italienischen Respublica abgedruckt wurde – am Mittwoch.  Bitte folgen Sie dem Link “Was gesagt werden muss“. Sehr aufschlussreich ist darüber hinaus das Interview, welches Günter Grass dem Journalisten Tom Buhrow gegeben hat unter dem Titel: “Günter Grass im Gespräch mit Tom Buhrow“  Der heftig Kritisierte bekam hier die Möglichkeit seinen Standpunkt darzulegen.