Gysi kam, auch der Eulenspiegelautor Ernst Röhl und Elmar Faber, der Verleger von Christoph Hein um Peter Sodann zur Eröffnung seiner Bibliothek in Staucha zu gratulieren. Viel ist noch zu tun, die Bücher in den Bananenkisten türmten sich am Eröffnungswochenende um Peter Peter Sodann, einige Regale sind noch nicht aufgebaut und viele aufgebaute Regale sind noch leer. Fleißige Hände werden ebenso gesucht wie Geld. 1 Euro von jedem Deutschen wünscht sich Peter Sodann für die Bibliothek. Der nachstehende youtube-Beitrag zeigt, was Autor Ralf Richter bei der Anfahrt über den Elbe-Radweg sah am 13. Mai bei der Tour von Meißen zum Rittergut Staucha und wieder zurück.
Ab sofort kann man nicht mehr nur virtuell sondern “in echt” vorbei schauen! Wer helfen will sollte sich an den Verein zur Förderung, Erhaltung und Erweiterung einer Sammlung von 1945 bis 1990 im Osten Deutschlands erschienener Literatur (Peter-Sodann-Bibliothek) e.V.” wenden. Die Emai-Adresse ist psb-staucha@t-online.de und die Bibliothek am Thomas Müntzer Platz 8 ist von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr geöffnet.
Links!
Politik und Kultur für Sachsen, Europa und die Welt.
Category Archives: Antifa
Mit dem Rad von Meißen zur Peter-Sodann-Bibliothek und zurück
Kalenderblatt 8. Mai 2012 Tag der Befreiung – von Zwickau kann Sachsen lernen
Gibt es ein linkes Geschichtsbewusstsein in Sachsen? Antworten auf solche Fragen sucht man heute mit Hilfe des Internets: Man gebe ein: “8. Mai 2012 Tag der Befreiung LINKE Sachsen” – man kann Sachsen dann auch durch die Wörter Chemnitz, Dresden, Leipzig oder Zwickau ersetzen.
Die positive Nachricht: Das linke Geschichtsbewusstsein ist stärker verbreitet als man glaubt. Eine Übersicht über die Aktivitäten an diesem Tag aber sucht man “online” vergebens – doch der Normalbürger kann sich darüber nun einmal nicht durch eine Parteipostille informieren sondern es wäre von Vorteil, wenn sie oder er auf einen Blick erkennen könnte, wo an diesem Tag in seiner Nähe eine Kundgebung oder eine Gedenkveranstaltung stattfinden. Bedauerlicherweise gelingt das bei den drei Großstädten nicht. Ganz anders ist die Lage in Zwickau: Die Homepage des Verbandes der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten Sachsen e.V. kündigt für 10 Uhr auf dem Sowjetischen Ehrenhain des Zwickauer Hauptfriedhofes eine Kranzniederlegung und Beiträge zum Gedenken an. Anwesend sind: Frau Dr. Pia Findeis (Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau), Sven Wöhl (Stadtvorsitzender der LINKEN in Zwickau), Andreas Salzwedel (Vorsitzender des Kreisverbandes der LINKEN) und Michail Wetrow vom Russischen Konsulat in Leipzig. Mit anderen Worten, in Zwickau demonstrieren Stadtoberhaupt, LINKE und ein Vertreter Russlands gemeinsam, was es heißt den Opfern der Befreiung zu gedenken. Das ist beispiellos und beschämend zugleich. In einer Stadt Sachsens immerhin wissen prominente LINKE und die Stadtführung wo am 8. Mai ihr Platz ist. Das Deutsch-Russische Kulturinstitut (DRKI) in Dresden meldet für heute: 10 Uhr Blumenniederlegung am Ehrenmal der Roten Armee (Olbrichtplatz), 11 Uhr Blumenniederlegung auf dem Garnisionsfriedhof Marienallee und 12 Uhr Feierstunde für sowjetische Kriegsverteranen im DRKI. Ob daran VertreterInnen der LINKEN oder der Stadt Dresden teilnehmen? Dresden ist immerhin die Landeshaupstadt Sachsens. Die LINKE Dresden weist auf die Veranstaltungen 10 Uhr und 11 Uhr zumindest (gut versteckt auf ihrer Homepage) hin.
Es reicht nicht, wenn lediglich einige Linke wissen was am 8. Mai 1945 geschehen ist. Dieser Tag muss wieder im Bewusstsein der gesamten Bevölkerung Ostdeutschlands, ja Gesamtdeutschlands verankert werden. Lesenswert ist in diesem Zusammenhang der “Aufruf zum Tag der Befreiung vom Faschismus am 8. Mai 2012” von der Gesellschaft zum Schutz für Bürgerrecht und Menschenwürde e.V. mit der Forderung an die Bundesregierung den 8. Mai als offiziellen Tag der Befreiung vom Faschismus zu würdigen. Die Gesellschaft wird heute 17 Uhr am Ehrenmal (“Mutter Heimat) in Berlin-Treptow eine Gedenkveranstaltung abhalten. 20.000 Sowjetsoldaten fielen allein bei der Befreiung Berlins, deshalb steht dort das größte sowjetische Ehrenmal. Mehr über die Geschichte erfährt man auf der Homepage “Architektur des 20. und 21. Jahrhunderts“.
Vortrag über Geschichte und Gegenwart von Empörung und Widerstand am 11. April
Mit “Empörung und Widerstand in Geschichte und Gegenwart” ist ein Vortrag überschieben, der am 11. April 19 Uhr in Dresden zu hören sein wird. Ort des Geschehens ist die WIR AG in der Martin-Luther-Straße 21 – gegenüber der Lutherkirche in der Dresdner Neustadt.
Schriftliche Empörungen von lebenserfahrenen Zeitgenossen erfahren und erfuhren in diesem Lande unlängst ein ganz unterschiedliches Echo: Von Stephane Hessel, Autor der Bücher “Empört Euch” und “Engagiert Euch” über Gert Schramm, der seine Erfahrungen als einziger schwarzer Deutscher im KZ Buchenwald im Buch “Wer hat Angst vorm schwarzen Mann” nieder schrieb bis hin zu Harry Belafonte, von dem es mit “My song” eine Biographie zu lesen und ab 19. April den Dokumentarfilm “Sing your song” zu sehen gibt. Keine Frage, nicht nur die Piraten beweisen es: Empörung und Widerstand gegen die herrschenden Zu- und insbesondere Missstände sind wieder in! Längst haben Personen wie Harry Belafonte oder Pete Seeger die Brücke geschlagen vom Kampf um die Bürgerrecht in den 60ern zur Occupy-Bewegung 2011/2012. Der Journalist und Sozialwissenschaftler Ralf Richter wird versuchen einzelne Episoden der Geschichte von Empörung und Widerstand heraus zu greifen und auch die aktuelle Empörung von einem und über einen deutschen Literaturnobelpreisträger nicht ausblenden … Eine spannende Diskussion scheint garantiert!
Gysi im Video zur Linken Medienakademie (LiMA) 2012 – Wir können nur lernen!
In der Öffentlichkeitsarbeit – auch bei den Linken – tut ja jede und jeder was sie bzw. er kann. Doch manchmal wäre es noch besser, wenn man auch wirklich könnte was man tut. Gut gemeint ist noch lange nicht gut gekonnt. Es kann nicht nur – es muss auf jeden Fall besser werden! In Sachsen fehlt eine klare koordinierte Struktur der Öffentlichkeitsarbeit und das fängt auf den Homepages der Kreisverbände an. Oft unübersichtlich und gnadenlos überladen kommen sie daher, an Aktualität mangelt es und an Absprache zwischen Basis und Landtagsvertretern ohnehin. Der Kreisverband wird offenbar oft nicht oder zu spät von dem informiert, was Landtagsabgeordnete in Pressemitteilungen sagen. Zudem kommt hinzu, dass die Landtagsabgeordneten und die Kreisverbände die aktuellen Probleme im Kreis auf ihrer Homepage oft nicht ansprechen – oder irgendwo die Themen in Pressemitteilungen verstecken. Gibt es ein Thema der Woche wenigstens, an dem sich Bürger mit ihren Fragen mit beteiligen können? Öffentlichkeitsarbeit als fünftes Rad am Wagen kann nicht funktionieren. Es braucht Arbeitszeit – nicht alles kann nebenbei gemacht werden – aber vor allen Dingen auch fachliche Kompetenz. Wir leben im Video-Zeitalter und da sollte man nicht seitenlange Veranstaltungsprogramme ins Internet stellen. Jeder Kreisverband aus Sachsen sollte ein besser zwei Vertreter zur linken Medienakadmie nach Berlin schicken. Sie findet vom 21. bis 25. März in Berlin statt, die Kursbuchung funktioniert online über die Homepage www.lima-akademie.de – wenn sie denn funktioniert. Gegenwärtig ist das leider nicht der Fall, möglicherweise klappt es ab Mittag, dem 14. März.
links! Interview mit einem aus Chemnnitz stammenden Auschwitz-Überlebenden
»Wer denkt, es kann sich nicht wiederholen, der irrt«
Kürzlich belehrte uns der sächsische Innenminister, „Antifaschismus“ sei „nicht die richtige Antwort“ auf Faschismus, sondern „Demokratie, Auseinandersetzung aus der Mitte unserer Gesellschaft heraus“. Damit hat er allen antifaschistisch eingestellten Menschen ihre demokratische Einstellung abgesprochen. Man möchte sich lieber nicht vorstellen, wie solche Aussagen auf Menschen wie Justin Sonder wirken. 1925 in Chemnitz geboren, ist er einer der letzten Lebenden, die Auschwitz am eigenen Leibe erfahren mussten. Als Jugendlicher ins Konzentrationslager deportiert, überstand er mehr als ein Dutzend Selektionen, überlebte nur durch die Hilfe seiner Mithäftlinge und eine Reihe glücklicher Zufälle. Bis heute ist er nicht müde geworden, seine Geschichte zu erzählen. „Links!“ sprach mit dem engagierten Antifaschisten über die erlebten Gräuel, die Befreiung und seinen Kampf gegen das Vergessen.
Herr Sonder, was waren die prägendsten Jahre ihres Lebens?
Zweifellos meine Haft. Du siehst das Leben dann absolut anders. Dinge, die andere aufregen, lassen mich völlig kalt. Wie sagte Ostrowski? Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur ein einziges Mal gegeben. Und dann muss man es auch achten, als etwas Besonderes. Solidarität ist ganz wichtig. Wenn ich in unsere Parteigruppe gehe, da wird nur gemeckert. Und ich sage: Leute, hört doch mal endlich auf, wir müssen was machen!
Heute Trauerminute für Opfer des Zwickauer Terrortrios/ Opfertochter: Veranstaltung kommt zu spät
Mit einer zentralen Gedenkveranstaltung wird heute in Berlin der Opfer des Zwickauer Terrortrios gedacht. Die Gewerkschaften haben dazu aufgerufen bundesweit 12 Uhr eine Trauerminute einzulegen.
Wie die Tochter des mutmaßlichen ersten Terroropfers im hessischen Friedberg gegenüber DeutschlandradioKultur erklärte, kämen die Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit zu spät. Offiziell war ihr Vater, ein Blumenhändler, der seine Blumen aus den Niederlanden holte, über Jahre postum von den Behörden beschuldigt worden ein Drogenkurier gewesen zu sein. Darüber sei die Familie zerbrochen. Die studierte Sozialarbeiterin, die selbstverständlich perfekt Deutsch spricht und in einem hessischen Jugendzentrum arbeitete sitzt auf gepackten Koffern und wird in die Türkei ziehen. “Ich denke, die wollen uns hier nicht mehr”, sagt sie dem Sender.
Aktionen und weiße Rosen am 13. und 18. Februar in Dresden
Am 13. Februar, dem Tag des Gedenkens an die Zerstörung Dresdens, finden in der Stadt wieder zahlreiche Aktionen statt. Ab 15 Uhr wird es eine Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof geben. In der Stadt werden im Vorfeld weiße Rosen verkauft für zwei Euro pro Stück – ein Teil des Erlöses (75 Cent) geht an die Stiftung Toleranz. Ab 17 Uhr wird unter dem Motto “Mit Mut, Respekt und Toleranz – Dresden bekennt Farbe” eine Menschenkette ums Rathaus gebildet. 20.30 Uhr gibt es mit Friedrich Schorlemmer einen Friedengottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche.
Über die Aktionen von “Dresden nazifrei” kann man sich auf der Homepage www.dresden-nazifrei.com informieren.
Für den 18. Februar lädt die AG 13. Februar zu einer Demonstration mit muikalischer Unterstützung durch Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen) und die Dresdner Band FunkoMando auf den Schlossplatz ein. Vor vielen Kirchen wird es Mahnwachen geben.
Am 13. Februar jährt sich zum 67. Mal der Tag, an dem Dresden durch anglo-amerikanischen Bombenangriffe zerstört wurde. Es wurden ca. 20.000 Menschen getötet.
Volker Braun ruft zum zivilen Ungehorsam am 18. Februar 2012 in Dresden auf
Die Bügerpflicht ist wichtiger als irgendwelche Polizeiansagen, sagte der Dresdner Kunstpreisträger und Schriftsteller Volker Braun unter Beifall bei einer Lesung vor den Dresdnerinnen und Dresdern in der Hauptbibliothek im Dresdner World Trade Center. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Stadtführung sich in diesem Jahr geschickter anstellen würde als im letzten. Wenn es aber notwendig sei, dann habe nicht nur Thierse als Bundestagspräsident das Recht sich zur “justiziablen Barrikade” zu begeben sondern auch jede Dresdnerin und jeder Dresdner habe das Recht und die Pflicht seinem Gewissen zu folgen. Man muss wissen, wann den Anordnungen der Polizei folge zu leisten ist und wann nicht, sagte der prominente Autor sinngemäß bei der Vorstellung seiner neuen Buches “Die hellen Haufen”. In diesem bei Suhrkamp erschienen Buch vermischt der Autor den Bauernkrieg unter Thomas Münzer mit einem fiktiven Volksaufstand vom Mansfelder Land ausgehend vor dem Hintergrund des tatsächlich stattgefundenen Protestes und Hungerstreiks der Bergleute nach der Wende. Im DeutschlandradioKultur gab es dazu eine interessante Buchkritik.
Die bemerkenswerten Äußerungen Volker Brauns im Zusammenhang mit dem Widerstand der Dresdner gegen den rechten Aufmarsch am 18. Februar sind im Internet nachzuhören auf einem youtube-Video, das bei der Dresdner Lesung entstanden ist: “Volker Braun ruft zur Barrikade am 18. Februar“
Ungehorsam-Kongress in Dresden am 28. und 29. Januar – Anmeldungen ab sofort!
Brav und obrigkeitshörig war gestern. Seit dem arabischen Frühling erwacht auch Europa. Echte Demokratie Jetzt und die Occupy-Bewegung sind weltweit vernetzt. Den Ungehorsam lernen kann man auf einem Kongress der von der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert wird an der TU Dresden am 28. und 29. Januar. Es gibt Vorträge und Workshops. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Die Veranstaltung nimmt bezug auf die Besetzung des Tahir-Platzes in Kairo vor einem Jahr einerseits und beschäftigt sich mit dem kommenden Februar in Dresden und Blockaden rechter Aufmärsche andererseits. Aktueller und näher am Puls der Zeit kann ein Kongress nicht sein.
Die Veranstaltung beginnt am Sonnabend 10.30 Uhr mit einer Podiumsdiskussion unter dem Motto: “Breaking the Rules – Erfahrungen aus Ägypten, Chile und Europa.”
Positive Grundstimmung
Es lässt sich wohl als erfolgreich bewerten: Der 6. Landesparteitag der sächsischen LINKEN, der vom 5. zum 6. November in Bautzen stattfand. „Es sind die Verhältnisse, die wir ändern müssen!” – Unter diesem Motto versammelten sich die knapp 200 Delegierten und stimmten mit dem Fahrplan 2013-2014 “für eine radikal linke Realpolitik”. Der Landesparteitag hat somit seine Aufgaben erfüllt: Ein neuer Landesvorstand und weitere Gremien wurden gewählt, der Fahrplan 2013/2014 beschlossen und der Startschuss für die Diskussion der Sozialpolitischen Leitlinien gegeben. „Es war eine klare positive Grundstimmung zu spüren, die fast bis zum Ende des Parteitages angehalten hat“, so beschrieb der neue und alte Landesvorsitzende Rico Gebhardt seinen Eindruck auf der konstituierenden Sitzung des Landesvorstandes. Und auch mit der medialen Berichterstattung konnte man zufrieden sein, was nicht unbedingt zu erwarten war, hatte doch die Noch-Regierungspartei FDP am gleichen Wochenende zu ihrem Landesparteitag nach Oschatz geladen. Get the whole story
