Radio- und Fersehsender so wie Tageszeitungen berichteten zum Jahrestag der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima. In Deutschland bescherte er Baden-Württemberg eine politische Wende nach einem halben Jahrhundert – seither regiert dort ein grüner Ministerpräsident. Die Kanzlerin gab sich geläutert und erklärte nachdem sie den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der Atompolitik bekannt gegeben hatte, dass die Katastrophe ihr die Augen geöffnet habe und machte die Rolle rückwärts zum Bekenntnis zum Ausstieg. Seither ist mehr geredet als getan worden – 80 Prozent der Energie kommen in Deutschland aus fossilen Brennstoffen. Frankreich hält an seinen Atomkraftwerken fest und bezieht über 70 Prozent seiner Energie aus Atomkraft – einzig Japan hat seine 50 Kraftwerde vom Netz genommen. Bald wird dort kein einziges Atomkraftwerk mehr arbeiten. Doch auch die USA und Polen setzen auf Atomenergie. Bei Gdansk soll ein Kraftwerk entstehen, ein weiteres an der brandenburgischen Grenze. Eine singuläre deutsche Atomausstiegspolitik bleibt fragwürdig so lange sie nicht von einer ähnlichen Politik in den Nachbarländern mit getragen wird.
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Der 8. März – Ein Kommentar zum „Tag der Steineklopferinnen“
Was hat sich seit 1989 bei den Arbeitsbedingungen für Arbeiterinnen getan – die man zu Angestellten verbal „erhoben“ hat? Nehmen wir meine ehemalige Branche, die Post. Erinnern Sie sich noch an die Post in Ihrer Nähe? Sie bekamen dort vielleicht damals kein Glas Gurken und konnten keine Versicherung kaufen, aber Tageslicht füllte den Raum und die Frauen saßen (es waren viele) an ihren Tischen, vor denen wiederum Schlangen standen. Nach 1989 verschwanden die Stühle – seither stehen sich die Frauen die Beine in den Bauch und inzwischen hat man ihnen auch noch das Tageslicht geraubt. Wo früher Fenster waren stehen heute Regale mit „tollen Produkten“. Als wäre das alles nicht genug werden die Frauen – sofern sie überhaupt noch bei „der Post“ sind – hin und her getrieben und wissen manchmal Freitagmittag nicht, in welcher Filiale sie nächsten Montag „Dienst stehen“ werden. Keine Gewerkschaft hat sie geschützt. Auf der Strecke bleiben Gesundheit und Familie.Ingo Schulzes Dresdner Rede für alle Sachsen jetzt zum herunter laden
Karin Großmann, eine der besten Federn der Sächische Zeitung meinte vergangenen Sonntag bei ihrer Ankündigung des renommierten Autors Ingo Schulze, dass auch aus einem Dresdner durchaus etwas werden könne – wenn er denn Dresden verlasse. Diesen Verdacht hatte übrigens schon Friedrich Schiller Jahhunderte vor ihr als er seinem Leipziger Freund Körner – der einer Stelle als Konsistorialrat wegen in die Elbresidenz gekommen war – dringend riet, nach Berlin zu gehen. In Dresden, so klagte der Dichter einer Freundin, sei sein Freund Körner nur in einer “Wüste der Geister” – er müsse da unbedingt weg. Körner folgte spät dem Rat des Freundes und ging dann auch wirklich nach Berlin, wo er die erste Gesamtausgabe von Friedrich Schillers Werken heraus gab. Doch Dresden scheint es dem Dichter nicht vergessen zu haben, dass der so anzüglich über die Elbflorentiner sprach: In Dresden-Loschwitz verfällt von der sächsischen kulturellen Öffentlichkeit unbeachtet das Schiller-Häuschen. Hat man Schiller und seinen Freund Körner und dessen bekannten Sohn Theodor Körner als berühmten Dichter der Befreiungskriege längst vergessen zu ehren, ebenso wie Ludwig Renn und Martin Andersen Nexö (das Gedenkzimmer wurde unmittelbar nach der Wende aufgelöst, der nach ihm benannte Kulturpreis der Stadt Dresden abgeschafft) und bald auch Krazewksy als Schreiber der Sachsen-Romane (Man denke an “Gräfin Cosel” und die Reihe des DDR-Fersnehens “Sachsens Glanz und Preußens Gloria” – das Museum wurde im Dezember ausgeräumt), so erinnert man sich in der Wüste am Elbestrand immerhin noch Ingo Schulzes – sonst hätte er seine freizgügige antikapitalistische Rede nicht im ausverkauften Großen Haus halten können. Was die Dresdner hören konnten dürfen jetzt alle Sachsen (und Nicht-Sachsen) zumindest nachlesen – auf insgesamt 36 Seiten die komplette Rede unter der Überschrift: “Unsere schönen neuen Kleider”
Eine anspruchsvolle Lektüre, für ein hoffentlich schönes Wochende!
Heute Trauerminute für Opfer des Zwickauer Terrortrios/ Opfertochter: Veranstaltung kommt zu spät
Mit einer zentralen Gedenkveranstaltung wird heute in Berlin der Opfer des Zwickauer Terrortrios gedacht. Die Gewerkschaften haben dazu aufgerufen bundesweit 12 Uhr eine Trauerminute einzulegen.
Wie die Tochter des mutmaßlichen ersten Terroropfers im hessischen Friedberg gegenüber DeutschlandradioKultur erklärte, kämen die Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit zu spät. Offiziell war ihr Vater, ein Blumenhändler, der seine Blumen aus den Niederlanden holte, über Jahre postum von den Behörden beschuldigt worden ein Drogenkurier gewesen zu sein. Darüber sei die Familie zerbrochen. Die studierte Sozialarbeiterin, die selbstverständlich perfekt Deutsch spricht und in einem hessischen Jugendzentrum arbeitete sitzt auf gepackten Koffern und wird in die Türkei ziehen. “Ich denke, die wollen uns hier nicht mehr”, sagt sie dem Sender.
Theaterzwangspause in Zwickau-Plauen beendet
Sparmaßnahmen erzwangen für das Theater Zwickau-Plauen eine Zwangspause. Diese wird heute, am 23. Februar beendet. Am 29. Januar waren die 340 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses in eine mehrwöchige Zwangspause geschickt worden. Grund dafür war der im Herbst ausgehandelte Haustarifvertrag der vorsah, statt eines 11prozentigen Gehaltsverzichts einen vierwöchigen “Freizeitausgleich” zu nehmen. Das Theater Zwickau-Plauen ist ein Mehrspartentheater mit den Sparten Musiktheater, Ballett, Schauspiel, Konzert und Puppentheater. Die Pause endet heute mit dem zum Auftakt im Vogtlandtheater Plauen gespielten 5. Sinfoniekonzert mit Werken von Franz Schreker, Richard und Johannes Brahms unter Leitung des Dirigenten Lutz de Veer.
World Press Photo ab heute im Roten Turm (Chemnitz) – Sachsen-Fotos gesucht
Von heute (20. Februar) bis zum 3. März zeigt die Galerie am Roten Turm in Chemnitz die 200 weltbesten Presse-Fotos des Jahres 2010. Die Aufnahmen stammen von 55 Fotografen aus 23 Ländern. Es gibt eine thematische Gliederung in die Bereiche: Politik, Krieg, soziale Beziehungen, Natur und Sport. Fotos für Besucher ab 18 mit “zu harten” Bilddarstellungen für Kinderaugen werden in einem abgetrennten Bereich gezeigt.
Über die Dauer der Ausstellung hinaus bis zum 10. März rufen die Galerie Roter Turm und die Tageszeitung Freie Presse dazu auf Motive aus Chemnitz und ganz Sachsen in digitaler Form per Email an info@roterturmchemnitz.de zu schicken. Genauere Information zum Wettbewerb finden sich auf der Homepage der Galerie Roter Turm.
Kulturtipps: Leipziger Thomaner im Kino und Hans-Georg Aschenbach im Buchladen
Heute (Donnerstag, 16. Februar) geht es los: In den Programmkinos in Deutschland wird der Film über die Leipziger Thomaner gezeigt. Der Dokumentarfilm “Die Thomaner” wurde anlässlich des 800jährigen Chor-Jubläums gedreht. In den Anfangsjahren sangen die Knaben noch für Schulbildung, Nahrung und Unterkunft – diese Rolle haben in unseren Tagen zum Teil die “Bürgerbühnen” übernommen, wo auch viele Menschen mitwirken, die am Existenzminimum leben müssen nicht zuletzt dank Hartz IV. Im Thomanerfilm geht es um Leistungsdruck und Erfolg, aber auch um Heimweh und Freundschaft, um nur einige der behandelten Themen zu nennen. Außerdem wird er als Film “über Glaube und Tradition” vom Verleih beworben. In Dresden sind “Die Thomaner” zu sehen im Programmkino Ost und im Neuen Rundkino, in Leipzig startet der Film im CineStar und den Passage Kinos. Wir hier bei Links-Sachsen präsentieren den Trailer “Die Thomaner”.
Eine lesenswerte kritische Betrachtung zum Film findet sich in die Leipziger Internetzeitung unter der Überschrift: “Neu im Kino: ‘Die Thomaner’ feiert den Chor mit zu oberflächlichem Blick”.
Kritisch wird in Mitteldeutschland von vielen auch der einstige Ski-Springerstar Hans-Georg Aschenbach gesehen. Jetzt liegt sein Buch in den Buchhandlungen aus: “Euer Held. Euer Verräter”. Es erschien im Mitteldeutschen Verlag. Wie der Titel verrät, wendet sich der Autor explizit an die ostdeutschen Leserinnen und Leser, für die er einmal ein Idol war. Mit Aschenbach, der 1951 in Brotterode/Thüringen geboren wurde und der für die DDR olypmisches Gold und vier Mal den Weltmeistertitel im Skispringen holte bevor er sich noch 1988 in den Westen absetzte, führte die Frankfurter Rundschau ein Interview. Aschenbach liest morgen, am 17. März im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig 19.30 Uhr und in Dresden in der Thalia-Buchhandlung am 21. Februar.
Herzliche Glückwünsche! Am 13. Februar wird der Erste Deutsche im All – Sigmund Jähn – 75 Jahre alt.
Viele, vor allem die älteren, werden sich noch an die Zeit seines Weltraumfluges im Rahmen des Programmes „Interkosmos“, vom 26.08 bis zum 03.09. 1978 mit dem Raumschiff „Sojus 31“ und an Bord der Raumstation „Salut-6“ erinnern.
Sigmund Jähn, geboren in Morgenröte-Rautenkranz (Sachsen), von Beruf Buchdrucker, war in seinem Arbeitskollektiv wegen seiner menschlichen Qualitäten und seiner guten engagierten Arbeit geachtet und anerkannt.
Diese Eigenschaften waren auch mit Voraussetzung dafür, das er trotz hoher Auszeichnungen und vielen Ehrungen, der Sigmund geblieben ist, wie ihn alle kannten.
Sein Flug in das All ist auch ein Stück Geschichte der DDR, was wir uns nicht nehmen lassen sollten.
So konnte sich, zum Beispiel die „Süddeutsche Zeitung“ am 28. 08. 1978 die Bemerkung:
„Zum ersten Mal wird im Weltraum deutsch gesprochen, wenn auch mit sächsischem Akzent…..Der erste richtige Deutsche soll schließlich erst 1980 mit einem Spacelab – Raumschiff in den Weltraum fliegen“ („Erlebnis Weltraum“) Seite 63), nicht verkneifen.
Auch nach der Wende war Sigmund Jähn als Ratgeber für die DLR und ESA aktiv und hat dabei mitgeholfen, dass die Ausbildung und die Mitflüge der DLR und ESA – Astronauten aus Deutschland an Bord der Sojus-Raumschiffe und der Raumstationen „Mir“ und „ISS“ erfolgreich verliefen.
Hier der Link zu einem Interview, das diese Zeitung mit Sigmund Jähn im Jahr 2008 führte. (Leider sind aufgrund eines Datenbankfehlers die Bilder momentan nicht verfügbar.
Aktionen und weiße Rosen am 13. und 18. Februar in Dresden
Am 13. Februar, dem Tag des Gedenkens an die Zerstörung Dresdens, finden in der Stadt wieder zahlreiche Aktionen statt. Ab 15 Uhr wird es eine Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof geben. In der Stadt werden im Vorfeld weiße Rosen verkauft für zwei Euro pro Stück – ein Teil des Erlöses (75 Cent) geht an die Stiftung Toleranz. Ab 17 Uhr wird unter dem Motto “Mit Mut, Respekt und Toleranz – Dresden bekennt Farbe” eine Menschenkette ums Rathaus gebildet. 20.30 Uhr gibt es mit Friedrich Schorlemmer einen Friedengottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche.
Über die Aktionen von “Dresden nazifrei” kann man sich auf der Homepage www.dresden-nazifrei.com informieren.
Für den 18. Februar lädt die AG 13. Februar zu einer Demonstration mit muikalischer Unterstützung durch Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen) und die Dresdner Band FunkoMando auf den Schlossplatz ein. Vor vielen Kirchen wird es Mahnwachen geben.
Am 13. Februar jährt sich zum 67. Mal der Tag, an dem Dresden durch anglo-amerikanischen Bombenangriffe zerstört wurde. Es wurden ca. 20.000 Menschen getötet.
Zu Charles Dickens 200. Geburtstag – “Große Ewartungen” im DeutschlandradioKultur
Heute (7. Februar) ist sein 200. Geburstag. Sein Name wurde als Autor von “Oliver Twist” weltberühmt: Charles Dickens lebte von 1812 bis 1870. Er agierte in einer Zeit tiefgreifendster sozialer Umbrüche und Veränderungen – scheinbar weit entfernt von unserer Zeit und dabei doch gar nicht so weit weg. Es war die Zeit, als die englische Bevölkerung in Massen das Land verließ und in die Städte zog, wo sich bald die Armut ausbreitete. Charles Dickens musste selbst als 12jähriger in einer Londoner Schuhwichsfabrik schuften – ein einschneidendes Erlebnis, was ihn für soziale Themen Zeit seines Lebens sensibilisierte. Heute haben wir die Situation, wo deutsche Spardiktate europaweit Massenarbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und Kinderarmut erzeugen. 15.000 Staatsbedienstete werden nicht zuletzt auf deutschen Druck hin in Griechenland in diesem Jahr entlassen. Wer aber seinen Job im griechischen Staatsdienst behält, dem wird das Gehalt um 20 Prozent gekürzt – dagegen gibt es heute Massenproteste in Griechenland. Doch ausbaden müssen die Misere nicht zuletzt die Kinder.
Sein anspruchsvoller Roman “Great Expactations” – “Große Erwartungen” erscheint soeben in neuer Übersetzung. Wer mal reinhören will kann das am Sonnabend bei DeutschlandradioKulur von 17.30 Uhr bis 18 Uhr. Wer stattdessen lieber oder zusätzlich Oliver Twist hören möchte, der sollte wissen, dass das gessamte Buch derzeit als Hörbuch im Nordwestradio zu hören ist. Heute wird zwar bereits Teil 7 gesendet aber es gibt insgesamt 30 … Sendezeit beim Nordwestradio ist immer 18.30 Uhr. In Sachsen am besten im Internet zu hören über den Link Nordwestradio