Category: Nachruf

Max Thomas: Revolutionär des 1. Weltkrieges, Bürger von Wilsdruff

Von Hermann Thomas Als sein ältester Sohn (geb. 1919) bin ich bereits in der Heimatzeitung „Heimatspiegel“ der Bitte gefolgt, aus meinem Leben zu berichten, wobei ich zu meiner Chronik, mit Stolz auch über meinen Vater berichtet habe. Geboren wurde er 1895 als Sohn eines Arbeiters; er erlernte den Beruf eines Schlossers. In seiner Jugend war




Karl Marx, sein 200. Geburtstag und wie ich ihn erleben durfte

Von Kathleen Noack 5. Mai 2018. Chemnitz, ehemals Karl-Marx-Stadt. Der deutsche Philosoph Karl Marx ist in aller Munde. Nicht nur heute, ganz im Gegenteil, aber heute besonders. Wir feiern seinen 200. Geburtstag, direkt am Karl-Marx-Monument in der Brückenstraße, dem „Nischel“. Ganz früh schon, gegen sieben, sind fleißige Helfer am Werk. Karl bekommt sein erstes Geburtstagsgeschenk,




Vor 75 Jahren verstorben: Alice Rühle-Gerstel

Als älteste Tochter einer Kaufmannsfamilie der deutsch-jüdischen Bevölkerungsminderheit am 24. März 1894 in Prag geboren, besuchte Alice Gerstel ein deutsch-sprachiges Lyzeum und legte 1912 am deutschen Lehrerinnen-Seminar die Staatsprüfung für Musik ab. In den literarischen Zirkeln in Prag diskutierte sie über die neuesten philosophisch-ästhetischen Theorien. Sie holte das Abitur nach, begann 1917 Germanistik und Philosophie




In memoriam: Elmar Altvater (1938-2018)

Von René Lindenau Wer Elmar Altvater persönlich kennenlernen oder in Veranstaltungen erleben konnte, hat viel von ihm lernen können. Ich hatte dieses Glück mehrfach. Das wissenschaftliche Wirken des Marxisten war immer mit intellektuellem Mehrwert verbunden. Lang ist die Liste seiner Publikationen: Als globalisierungskritisches Standardwerk gilt „Grenzen der Globalisierung“ (1996). Beim VSA Verlag erschienen u.a. die




Das Erbe der „Mutter der Nation“

Ralf Richter mit einem Nachruf auf Winnie Mandela Am zweiten April starb die Grande Dame des ANC. Bis zuletzt hat sie jugendlich gewirkt und sich auch stets politisch geäußert – anders als ihr Ex-Mann, der schon lange ein Schatten seiner selbst war, bevor er 2013 als 95-Jähriger starb. Sicher ist: Es hätte ohne eine Winnie




Von Kassandrarufen und Politpostkarten

März-Heft des Berliner Förderkreises Archive und Bibliotheken zur Geschichte der Arbeiterbewegung mit gewohnter Themenvielfalt. Von Wulf Skaun „Heute sucht Deutschland in der ganzen Welt alle möglichen und nur unmöglichen Plätze unter der Sonne zu erobern. Wenn heute am Schlusse des Chinakrieges noch keine endgültige Aufteilung Chinas eingetreten ist, so ist der Grund darin zu sehen,




Menschen aus anderen Ländern verstehen …

In memoriam Erhard Hexelschneider (1934 – 2018) Von Manfred Neuhaus Der in Greifswald und Leningrad ausgebildete Slawist hatte nach einem Intermezzo als Fachübersetzer in den Leuna-Werken mehr als drei Jahrzehnte an der Leipziger Karl-Marx-Universität gelehrt, geforscht und seit 1980 das Herder-Institut geleitet. Unter seinem Direktorat gewann die berühmte Vorstudieneinrichtung für ausländische Studierende an wissenschaftlichem Profil




Odetta

Jens-Paul Wollenberg über eine große Sängerin, die große Sängerinnen und Sänger geprägt hat Sie gilt immer noch als die Folkikone Nordamerikas, obwohl sie sich stets gegen solche Titel sträubte. Sie verstand sich vielmehr als politisch engagierte Protagonistin, die sich genreübergreifend in keine Schublade stecken ließ. In den Fünfzigern begann ihre musikalische Karriere mit einem Repertoire,




Stalingrad – Erinnerung an heute

Von Thomas Kachel Der Mamajew-Hügel bei Wolgograd ist, neben der Flamme des unbekannten Soldaten auf dem Roten Platz in Moskau, das wichtigste Mahnmal in Russland zur Erinnerung an die Opfer, die der zweite Weltkrieg in der ehemaligen Sowjetunion gefordert hat: 24 Millionen Menschen. In der Gedenkstätte sind die Namen der Verteidiger des Mamajew-Hügels eingraviert –




Sie lehrte ihre Schüler, die Fußnote zu ehren

Publikation der RLS Sachsen erinnert an die Historikerin Jutta Seidel Was wüssten wir über Wilhelm Bracke, außer dass er Adressat von Marxens Kritik am Gothaer Programm gewesen ist? Wohl nicht viel mehr, hätte ihn nicht Jutta Seidel als einen der ersten Arbeitervertreter im Deutschen Reichstag neben August Bebel ins Zentrum ihrer Forschungsarbeit gestellt. Wer Jutta