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links! Interview mit einem aus Chemnnitz stammenden Auschwitz-Überlebenden

»Wer denkt, es kann sich nicht wiederholen, der irrt«

Kürzlich belehrte uns der sächsische Innenminister, „Antifaschismus“ sei „nicht die richtige Antwort“ auf Faschismus, sondern „Demokratie, Auseinandersetzung aus der Mitte unserer Gesellschaft heraus“. Damit hat er allen antifaschistisch eingestellten Menschen ihre demokratische Einstellung abgesprochen. Man möchte sich lieber nicht vorstellen, wie solche Aussagen auf Menschen wie Justin Sonder wirken. 1925 in Chemnitz geboren, ist er einer der letzten Lebenden, die Auschwitz am eigenen Leibe erfahren mussten. Als Jugendlicher ins Konzentrationslager deportiert, überstand er mehr als ein Dutzend Selektionen, überlebte nur durch die Hilfe seiner Mithäftlinge und eine Reihe glücklicher Zufälle. Bis heute ist er nicht müde geworden, seine Geschichte zu erzählen. „Links!“ sprach mit dem engagierten Antifaschisten über die erlebten Gräuel, die Befreiung und seinen Kampf gegen das Vergessen.

Herr Sonder, was waren die prägendsten Jahre ihres Lebens?

Zweifellos meine Haft. Du siehst das Leben dann absolut anders. Dinge, die andere aufregen, lassen mich völlig kalt. Wie sagte Ostrowski? Das Wertvollste, was der Mensch besitzt, ist das Leben. Es wird ihm nur ein einziges Mal gegeben. Und dann muss man es auch achten, als etwas Besonderes. Solidarität ist ganz wichtig. Wenn ich in unsere Parteigruppe gehe, da wird nur gemeckert. Und ich sage: Leute, hört doch mal endlich auf, wir müssen was machen!

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»Weder links noch rechts, sondern vorne«

Ein Gespenst geht um in Deutschland – nein, nicht nur das des Kommunismus, sondern neuerdings auch das der Piratenpartei. Bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin haben die Freibeuter mit 8,9 Prozent ein beachtliches Ergebnis erzielt. Ihre Botschaften scheinen klar: Transparenz, Bürgerrechte verteidigen, Datenschutz stärken, Umwelt schützen. Ob sie tatsächlich bereit sind für praktische, vor allem parlamentarische Politik, müssen sie erst noch beweisen. Über die Perspektive der sächsischen Piraten sprach „Links!“ mit dem Landesvorstandsmitglied Florian Bokor.

Warum braucht Sachsen die Piraten?

Sachsen braucht die Piraten als Alternative zur bisherigen Parteienlandschaft. Alle derzeit etablierten Parteien oder im Landtag vertretenen Parteien probieren regelmäßig, Probleme der heutigen Welt mit Lösungen aus dem letzten Jahrhundert zu beantworten. Und Sachsen braucht die Piraten als moderne Partei, die bereit ist, neue Wege zu gehen, die ohne ideologischen Ballast daherkommt. Wir sind eine sehr undogmatische, fast schon pragmatische Partei, die faktenorientierte Lösungen anstrebt. Get the whole story »

Was heute selbstverständlich scheint, war ja nicht immer so.

Nadja: Ich habe innerhalb der linksjugend einen Raum für mich gefunden, wo ich mich politisch ausprobieren kann, wo ich mich entfalten kann, wo ich teilnehmen kann ohne Druck, wo ich aber  auch meine Ideen frei äußern kann und mich auch sofort ernst genommen gefühlt habe. Tatsächlich eben nicht mit einem Lebenslauf voller KnowHows, sondern meine Meinung hat gezählt. Ein ganz großer Vorteil der linksjugend.

Lars: Mein erster Kontakt war 1998, wo ich die PDS schon bewusst wahr genommen habe und parallel dazu Leute auf Landesebene einen Jugendwahlkampf starteten, der die PDS mit coolen Wahlkampfmaterialien und Give Aways mindestens ergänzte. Es gab jugendspezifische Themen, Graffitiwände und es fuhren bunte Busse durch das Land, was einfach total viel Spaß machte. Das war so ein Ding, wie ich mir politische Arbeit vorstellte, aber nicht kannte. Und dann gab es so etwas wie die erste Mitgliederversammlung, wir machten einen Jugendtag in Weißwasser und haben politische Forderungen an die Partei ausgearbeitet. Das waren Forderungen, die klangen damals total visionär, sind aber heute zum größten Teil umgesetzt. Das war sicherlich auch ein erster Grundstein.

N: Im Sinne von dem ersten Pfingstcamp, dass man sich irgendwann als Akteur begriffen hat, was dann als Linksjugend entstanden ist.

L: Ja, Pfingstcamp ist ein schönes Stichwort. Es gab junge Menschen in der PDS und dann gab es junge Menschen bei den Jungdemokratinnen/Junge Linke und die haben sich zusammengesetzt und gemeint, wir könnten ja mal ein Pfingstcamp zusammen machen, weil sowas ja auch eine gewisse Tradition bei linken Organisationen hat. Und gesagt, getan, könnte man das kurz abhaken. Da war 1999 eben auch das erste Pfingstcamp, ein weiterer wichtiger Grundstein. Und aus dem Pfingstcamp, das sich seit dem jährlich wiederholt ist ja das Camp von heute gewachsen. Bei den ersten Pfingstcamps , wo es eine Podiumsdiskussion gab, ein paar Workshops, nen DJ, bestimmt auch mal eine Liveband, zu dem was das heute geworden ist. Das weißt Du ja besser wie ich, was qualitativ und quantitativ die Steigerung ist. Und das war ein Einstiegspunkt das Pfingstcamp, für Leute, die jetzt nicht zur Partei gehören.

N: Naja, mein erstes Pfingstcamp war 2010 – das letzte in Srbska. Und so Strukturen, wie man Workshops und Arbeitskreise ansetzt, wie das versucht wird einfach Leute einzubinden und wie man versucht, bei Leuten Interesse zu wecken, das konnte ich schon mitbekommen, aber das Pfingstcamp an sich war für mich halt echt noch mal, das hat mir die gesamte Vielfalt die die Linksjugend, ich nenn es jetzt mal Landesebene, zu bieten hat. Meiner Meinung nach lebt das Pfingstcamp zum großen Teil davon, dass es ja nicht nur von Leuten organisiert wird, sondern dass es da auch einen riesen Freiraum gibt, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, sich auch selbst zu organisieren, also dass, was ja auch von der Linksjugend selbst wieder der Anspruch ist, im Pfingstcamp auch wieder sehr gut umgesetzt.

L: Transparenz zog sich bei uns durch alle Arbeitsprozesse, die es gab.  Wahlkampftouren wurden gemeinsam mit den Leuten vor Ort gestaltet. Also da gab es einen Tourplan und was aber vor Ort passiert,  haben die Leute selbst festgelegt. Von der Wahlkampfveranstaltung bis zum Pennplatz alles organisiert und so reihte sich das aneinander und das war schon manchmal  anstrengend aber schon auch saucool. Die ersten Touren hatten den schönen Namen Chaostour, oder Chaossommertour. Wir hatten schon auch den Ruf so ein bisschen Chaos zu hinterlassen.
Und 2004 hatten wir dann ein eigenes Jugendwahlprogramm, mit eigenen Themen um junge Leute anzusprechen, dass auch eine mediale Öffentlichkeit fand durch Themen, wie Legalisierung aller Drogen, Wahlalter 0, Abschaffung der Noten. Und das sind ja Themen, die heute in der Partei, aber auch darüber hinaus, diskutiert werden.

N: Definitiv. Es ist halt sehr spannend zu sehen, wie solche Themen, die aus dem Jugendverband kommen, weiter auch tatsächlich ihre Wege in die Partei gefunden haben, aber halt über eine eigene Zielsetzung.

L: Die Verknüpfung und Verbindung zur Partei wurde schon immer gerne diskutiert: gehören wir in die Partei, zur Partei, bei der Partei? Mit der Gründung waren wir immer ein Parteijugendverband, der aber immer eigene Inhalte und Akzente setzte und eigene Aktionen machte. Er war keine Kaderschmiede.

N: Die Linksjugend bezieht Gelder aus der Partei, klar. Die Verbindung zur Partei findet meiner Meinung nach über persönliche Interessen am meisten statt, also wenn Leute in der Linksjugend auch Parteimitglied sind und meinetwegen auch Interessenfelder in beidem haben und Inhalte rückkoppeln, also von Linksjugend in Partei, von Partei in Linksjugend. Ich finde es manchmal ein bisschen schade, wenn ich mitbekomme, dass einige Parteigenossen, Parteifreunde den Jugendverband immer so als hauseigenes Ding begreifen, und sagen ja Jugendgelder sind Parteigelder, sind unsere Gelder, wo ich sage: ne, was der Jugendverband für die Partei leistet, das ist manchen gar nicht bewusst. Dass was man dem Jugendverband lassen kann, nämlich seine unglaubliche Freiheit, seine Selbstbestimmung, auch strukturelle Selbstbestimmung, das sollte auch so beibehalten werden. Das ist zum Beispiel auch schon wieder ein Grund für mich, dass ich mich dem Jugendverband, und auch der Partei, angenähert habe, ich trete ja nicht blindlings wo ein, ohne zu wissen, wie arbeiten die Leute dort miteinander, wie wird dort mit Hierarchien umgegangen, versucht man eine Transparenz aufrecht zu erhalten oder zu erschaffen, wie geht man mit Leuten um, die noch nicht in der Struktur drin sind und vielleicht auch konträre Meinungen haben. Das sind alles so Punkte, die muss ich doch erst kennen lernen, bevor ich für mich entscheiden kann, ja, da trete ich mit ein und will direkt mitwirken.

L: Und es gibt ja auch eine personelle Verzahnung, der JV hat eigene Delegierte, also für den Landesparteitag, die selbst gewählt werden und schlägt den oder die Jugendpolitische Sprecherin im Landesvorstand vor.

N: Der Jugendverband bündelt eben viele Leute um sich, die kein Interesse an nem parlamentarischen Betrieb haben, kein Interesse haben irgendwie in die Partei einzutreten, die aber trotzdem Interesse haben gesellschaftlich mitzuwirken, trotzdem an einzelnen Themenfeldern Interesse. Durch seine Offenheit, durch seine Themenvielfalt, die er meiner Meinung nach der Partei immer voraus war, das was jetzt in manchen Kreisen DIE LINKE versucht, nämlich eine modernere linke Partei zu sein, war der Jugendverband für mich viel eher .

N/L: Daumen hoch!

N: Den Daumen kriegen nur Leute, die auch zur Party am 10.12. nach Dresden kommen.

L: Großenhainer Str. 93, Haus der Begegnung und später im Jugendhaus. Erst gibt’s Rückblicke, Einblicke und vielleicht Ausblicke. Viel, viel mehr als was wir jetzt besprochen haben. Und ab 20 Uhr…oder dancen oder beides und Lagerfeuer, und alle Menschen.

N: … und Lars

L:… und Nadja! Und alle Menschen, die jemals mit dabei waren beim Jugendverband, die mitgemacht haben…

N:… und dann können wir uns voller Harmonie in den Arm nehmen… zurück kucken… weitersinnen… Kraft sammeln… So Emo-like, aber so Hoffnungs-Emo-like… so oben rechts, wie ein Hase in die Zukunft gucken….

N&L: Tschühüß!

Das Gespräch ist stark gekürzt und kann vollständig unter www.daslinkesofa.de angesehen werden.

Sachsens Linke! befragt die Landesgeschäftsfüherrin der sächsischen LINKEN, Antje Feiks

 

„SL“: Eine provozierende Frage zu Beginn: Die PDS bzw. Linke ist seit knapp 20 Jahren die zweitstärkste Partei in Sachsen. Doch sie stellt keinen Landrat, keinen der OB in den drei Großstädten, eine vergleichsweise kleine Zahl von Haupt- und Ehrenamtlichen Bürgermeisterinnen. Woran liegt es?

Wenn wir das abschließend wüssten, wären wir drei Schritte weiter. Zum einen könnte es daran liegen, dass Leuten mit dem Parteibuch der LINKEN zugetraut wird, „Stachel im Fleisch“ zu sein, aber eben nicht die Geschicke einer Stadt bzw. einen Landkreises zu leiten.

Weiterhin haben wir manchmal einfach nicht die richtigen Leute parat, die fachlich kompetent sind und die vielen „Nebenanforderungen“, wie z.B. Verwurzeltheit vor Ort, Wählbarkeit usw. erfüllen. Daran müssen wir arbeiten, um hier strategischer, aber auch reaktionsschneller agieren zu können. Get the whole story »

La Réunion – Insel im Indischen Ozean und trotzdem Teil der europäischen Union

Mein Name ist Elie Hoarau. Ich wurde vor 71 Jahren in Sainte-Suzanne, La Réunion geboren.

Ich bin seit mehr als 40 Jahren Mitglied der Kommunistischen Partei von La Réunion (Parti Communiste Réunionnais(PCR)) und Generalsekretär der PCR seit 1992.

Ich bin Bürgermeister, Mitglied des Generalrats und des Regionalrat des Départements sowie Mitglied der Nationalversammlung. Seit 2009 bin ich Mitglied des EP.

All das zeigt mein Engagement in den vergangenen Jahren für meine Insel, mein Land und mein Volk, die Leute von La Réunion.

Aus den Einwanderern aus Asien, Afrika und Europa von vor 300 Jahren hat sich auf einer damals unberührten Insel durch die Jahrhunderte eine homogene Gesellschaft gebildet: die kreolischen Bevölkerung der Insel La Réunion.

Was kannst du über die Rolle der Partei in deinem Heimatland zu erzählen?

Die PCR hat einen großen Einfluss in La Réunion. Mit 30 % bei den letzten Wahlen ist sie die stärkste politische Kraft unserer Insel.

Unsere Rolle ist eng mit der Geschichte von La Réunion verknüpft, geprägt von Sklaverei und der Französisch Kolonisation. Seit ihrer Gründung 1959 hat sich die PCR für die Abschaffung des kolonialen Systems engagiert. Daher wurden ihre Mitglieder und Aktivisten bis Anfang der 80er Jahre verfolgt. Mit der PCR wird der Kampf gegen die koloniale Ordnung, der Kampf für Freiheit, Pressefreiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und der Kampf gegen Wahlbetrug verbunden. Unsere Aktionen führten zu einem Rückgang der Diskriminierung. Wir kämpfen für die Anerkennung und Förderung der kulturellen Identität.

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»Nicht nur Nischenkultur, sondern Politik«

Links! sprach mit der in Dresden lebenden freischaffenden Schriftstellerin Jayne-Ann Igel über die politische Rolle von Literatur, ihr Leben und Arbeiten in DDR und BRD – und über ganz praktische linke Politik. Die Fragen stellte Rico Schubert.

Lyrik oder Prosa? Was liest und was schreibst Du lieber?

Da würde ich keinen Unterschied machen, so lange es gute Sachen sind. Früher schrieb ich Gedichte, seit den 90ern mehr Prosa, Erzählungen – aber diesen Texten ist anzumerken, dass ich von der Lyrik herkomme, was Sprachbewusstsein und solche Dinge betrifft. Mich interessiert es weniger, Geschichten zu erzählen – die Texte haben mehr mit Wahrnehmungen, Beobachtungen und Atmosphäre zu tun, sind mehr dichterischer Natur.

Kann Literatur Politik verändern?

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»Vernunftbegabte Politik für die Bürgerinnen und Bürger«

Bernd Meyer - Bürgermeister Finanzen und Ordnung in ZwickauBernd Meyer, geboren 1952, ist Bürgermeister für Finanzen und Ordnung der Stadt Zwickau. Links! sprach mit dem LINKEN Kommunalpolitiker über Finanzen, rote Haltelinien und kulturelles Engagement.

Auch die sächsischen Kommunen durchleiden die Finanzkrise. Wie sieht es denn in Zwickaus Stadthaushalt aus?

Durchaus gut. Wir sind in Zwickau in der Situation, vernünftig, langfristig, gut und vorausschauend geplant zu haben. Die Ereignisse auf den Weltmärkten konnten wir im Rahmen des Möglichen berücksichtigen, so dass wir eine stabile Haushaltssituation haben.

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»Der Zweck heiligt nicht jedes Mittel«

Die „Handygate“-Affäre hat das politische Sachsen den ganzen Sommer lang beschäftigt. Ein Ende ist nicht abzusehen. „Links!“ sprach mit dem Rechtsexperten Klaus Bartl über die jüngsten Auswüchse sächsischer Repression und Justizwillkür.

 Für die Funkzellenauswertung lag ein richterlicher Beschluss vor. Ist sie deshalb rechtlich sauber?

 Dem Parlament und nach allem, was wir wissen, selbst den in diesem Verfahren agierenden Rechtsanwälten und Verteidigern sind die von der Polizei ergangenen Anregungen, die von der Staatsanwaltschaft gestellten Anträge und die vom Ermittlungsrichter gefassten Beschlüsse zur Anwendung der so genannten Funkzellenauswertung bzw. auch des Einsatzes von IMSI-Catchern (Gerät zum Abhören von Telefonaten, d. Red.) bislang nicht bekannt. Ihre Vorlage wird verweigert. Den bislang tiefsten Einblick hat der Datenschutzbeauftragte. Er hat erklärt, dass er erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken an der Verhältnismäßigkeit der massenhaften Ausspähung von Telekommunikationsdaten hegt, dass er grundsätzlich schon die Prüfung der Verhältnismäßigkeit durch Staatsanwaltschaft und Gericht für nicht korrekt erachtet und dass er die Weitergabe von knapp 900.000 Telekommunikationsdaten vom Landeskriminalamt (LKA) an die Polizei-Sonderkommission 19/2 für rechtwidrig erachtet. Wir sind uns sicher, dass die ganz eindeutige Rechtssprechung zu den Anwendungsgrenzen der Telekommunikationsdatenausspähung allgemein und der Funkzellenauswertung im Besonderen nicht hinreichend beachtet worden ist. Get the whole story »

„Braunkohle sollte kein Brennstoff, sondern Rohstoff sein“

Die Energiewende beginnt im Kleinen – zum Beispiel in Bad Düben. Dort arbeitet Günter Dietzsch (80) seit Jahren unermüdlich für ökologische Energiegewinnung. „Links!“ hat sich mit dem „Öko-Pionier“ über vergangene Erfahrungen, künftige Energiepolitik und seine ganz persönliche Geschichte unterhalten.

Sie haben 1948 ihre Lehre als Heizungsmonteur abgeschlossen und sich danach zum Ingenieur für Wärmewirtschaft qualifiziert. Woher kommt Ihr besonderes Interesse an Ökologie?

Ich habe den Zweiten Weltkrieg und auch die Bombenangriffe auf meine Geburts- und Heimatstadt Plauen bewusst erlebt. In der zu 85% zerstörten Stadt war es für einen 15 Jahre alten Jugendlichen fast unmöglich, eine konkrete berufliche Entwicklung zu planen; so war ich froh, als mir ein Bekannter eine Lehrstelle als Heizungsmonteur anbot. Mein Berufswunsch war das zum damaligen Zeitpunkt nicht, allerdings fand ich an der handwerklichen und fachlichen Ausbildung bald Interesse. Zwischen 1954 bis 1959 absolvierte ich ein Fernstudium in der Fachrichtung Wärmewirtschaft und Rohrleitungsbau an der Ingenieurschule Karl-Marx-Stadt. Danach habe ich in verschiedenen Funktionen im Kraftwerksanlagenbau gearbeitet. Ich hatte die Möglichkeit, an Planung und Aufbau von Braunkohlekraftwerken teilzunehmen, die Errichtung des Pumpspeicherwerkes Markersbach und des Kernkraftwerkes Lubmin mitzuerleben.

Die DDR hat sich um Umweltschäden nicht oder wenig gekümmert. Die Region Bitterfeld-Wolfen – ganz in der Nähe von Bad Düben – gilt als Synonym für Umweltverschmutzung. Hält dieses Bild der Realität Stand? Get the whole story »

»Nie wieder Krieg! Das ist die wichtigste Botschaft«

Nora Lang

Der 8. Mai ist jedes Jahr Anlass, an Krieg zu erinnern und der Toten zu gedenken. Regelmäßig finden Diskussionen über den Sinn des Gedenkens statt – und darüber, ob man es mit politischen Diskussionen verbinden sollte. LINKS! sprach mit Nora Lang (80), die den Bombenangriff auf Dresden erlebte und sich seit Jahren für ein aktives und verantwortungsvolles Gedenken einsetzt.

Erinnern Sie sich noch an den 8. Mai 1945?
Bis ins Detail natürlich nicht, aber so ein Tag bleibt schon im Gedächtnis. Das war ja eine große Aufregung: Der Krieg ist zu Ende, die Russen kommen – was geschieht jetzt? Meine Familie war zwar mit dem Leben davongekommen, aber wir waren ausgebombt. Uns wurde Wohnraum in einem kleinen Haus zugewiesen, dessen Besitzer vor den sowjetischen Truppen geflüchtet waren. Wir hängten ein weißes Betttuch aus dem Fenster, das haben die Nachbarn als “würdelos“ bezeichnet. Daran sieht man, wie unterschiedlich die Leute damals dachten. Das waren schon Sachen, die in Erinnerung geblieben sind. Get the whole story »