Category: Essay

Zwei Weltkriege – eine Katastrophe – ein Jahrhundert

von René Lindenau Das zwanzigste Jahrhundert war noch minderjährig, als aus ihm ein Weltkrieg erwuchs. Achtzehn sollte es werden, bevor jener Wachstumsprozess in den Blutmühlen und auf den Schlachtfeldern zum Stehen kam. Dazu meinte der englische Schriftsteller D. H. Lawrence: Der Krieg habe „die lang gewachsene europäische Zivilisation zerstört“. Der damalige britische Kriegskorrespondent Philip Gibbs




Im zweiten Anlauf

von Holger Politt Im Sommer 1988 wurde Polen von einer Streikwelle erschüttert, die allerdings bei weitem nicht an die Wucht und die Kraft der Streiks vom Sommer 1980 herankam. Dennoch warf die Regierungsseite nun ihr letztes Angebot in die Waagschale: soziale Marktwirtschaft und umfassende Demokratisierung der Gesellschaft. Bereits im Herbst 1988 erlebten die staunenden Fernsehzuschauer




Drei Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima Daichii

Monika Runge über den Super-Gau Als hätte die Naturgewalt von Erdbeben und Tsunami in Japan mit tausenden Todesopfern, hunderttausenden Verletzten, Millionen Obdachlosen und Schäden in Milliardenumfang nicht genug Grauen verbreitet, hält sie eine zusätzliche Katastrophe bereit, deren Folgen erst allmählich begreifbar werden. Als vor drei Jahren in Fukushima ein Reaktorblock nach dem anderen in die




Das Ende von Windows XP und das Schweigen der Parteien

von Ralf Richter Das von der CDU zum Ende von Windows XP am 8. April nichts zu erwarten war, konnte man absehen – im Bundeskanzleramt versucht man gerade zu verstehen, was das Internet ist. Aber was ist eigentlich mit den anderen? Linken, Piraten oder Grünen? Zum Hintergrund, der US-Konzern Microsoft beglückte bislang die Computergemeinde der


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Mare Nostrum: Dass Europa ein Meer zurückgewinne

Julia Bonk über unser Meer Am 1. März 2012 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass die Politik der Sicherheitskräfte der EU, vertreten durch die Grenzstaaten und Stellvertreter wie Frontex, Flüchtlinge ohne Prüfung ihres Anliegens auf offenem Meer zurückzuschicken, unrechtmäßig sei. Geändert hat sich seither nichts. Was sich seit den 90er Jahren im Mittelmeer und ringsherum abspielt,




Banker und Politiker in den Knast statt Bankenrettung – Island-Hörtipp

Radio-Feature auf DeutschlandradioKultur am Dienstag, 26. März ab 19.15 Uhr Hörtipp von Pieter Potgieter Von Island lernen heißt mehr als Inseln retten lernen: 2008 ging Island pleite. Ein Nicht-EU-Staat darf das! Auch Island ist wie Zypern eine Insel, freilich mit dem kleinen Unterschied, dass die Isländer kein Millionenvolk sind. 300.000 Personen haben einen isländischen Pass.




Seit Freitag morden EU-Friedensnobelpreisträger in Mali – jetzt mit Link zu Mali-Dossier

Ein aktueller Zwischenruf von Pieter Potgieter Es ist so weit: Die alte Kolonialmacht zeigt seit vergangenem Freitag wieder die Muskeln. Erfahrungsgemäß zetteln europäische Sozialisten die Kriege an – es darf daran erinnert werden, dass es der rot-grünen Regierung Schröder-Fischer bedurfte, um die Bundeswehr erstmalig seit ihrer Existenz in einen Krieg zu führen – zuvor hatte




Das Lächeln des Verführers

Museumskino der »Technischen Sammlungen Dresden« startete am Wochenende mit Naziregisseur eine Filmreihe Der alte Herr im feinen Tuch ist begeistert. Als »Ende« auf der Leinwand aufscheint, der Film von 1938 wirklich vorüber ist, strafft er sich: Der »Tanz auf dem Vulkan« vom Regisseur Hans Steinhoff war ganz nach seinem Geschmack. Während er den Hut greift,




Störsender auf dem Vormarsch – Alternative zu westlichen Medien

Ein aktueller Zwischenruf von Pieter Potgieter Es hat noch einmal geklappt aber es war knapp: Da in Dubai auf der internationalen Konferenz zur Telekommunikation wollten doch tatsächlich die Länder außerhalb der westlichen Hemisphäre ein demokratisch kontrolliertes Internet – und keins, welches die USA dominieren! Selbstverständlich waren die USA und ihre EU-Vasallen dagegen. Ein Abschlussdokument unterschrieb




Rezension: Keine Illusionen

„Miss Lonelyhearts“ als Spiegel des Amerikas der Depression  von Rico Schubert Erstmals 1933 erschienen, bleibt der Roman „Miss Lonelyhearts“ von Nathanael West ein ziemlich verstörendes Meisterwerk moderner amerikanischer Literatur. Ein namenloser Kolumnist schreibt in einer Zeitungskolumne Hinweise und Ratschläge zum modernen Leben. Doch irgendwann wird es ihm zu viel, er zerbricht förmlich unter der Unzahl