Category: Rezension

Wider die Legendenbildung „Soziale Marktwirtschaft“

Von Prof. Dr. Kurt Schneider Der wirtschaftliche Wiederaufbau in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands wird im historischen Rückblick oft als „Wirtschaftswunder“ bezeichnet. Diese Entwicklung sei in der „Sozialen Marktwirtschaft“ begründet gewesen, die mit der Währungsreform am 20. Juni 1948 ihren Anfang genommen habe. Mehr noch: Der Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland zu einer der führenden Industrienationen wäre




„Am Liberalismus gehen die Völker zugrunde!“?

Auszüge aus dem Vortrag von Dr. Monika Runge Die wesentlichen Stichworte [der Neuen Rechten] sind: „Volksaustausch“ und „Identität“ sowie die Formel alter Rechter aus der Zeit der Weimarer Republik. Der Grundtenor lautet: „Am Liberalismus gehen die Völker zugrunde!“ Alle eint eine tiefe Sehnsucht nach staatlicher Autorität und völkischer Bindung, für deren Verschwinden der westlich-liberale Einfluss




Vor 75 Jahren ermordet: Erich Kuttner

von Prof. Dr. Kurt Schneider Erich Kuttner wurde am 27. Mai 1887 in Schöneberg bei Berlin geboren. Er studierte Rechtswissenschaften und trat danach in die Sozialdemokratische Partei ein. Bereits als Referendar wegen seines Wirkens für die Sozialdemokratie gemaßregelt, arbeitete er in der Folgezeit als Publizist und Redakteur. 1912 erschien seine Arbeit „Klassenjustiz“, in der er




Der Ungeist der Evaluierung

Leipziger Dingsda-Verlag bringt die konfliktreiche Geschichte der Familie von Sarah und Rainer Kirsch heraus. Von Rudolf Scholz Es ist keine Seltenheit, dass Verleger zu Autoren ihres eigenen Verlages werden. Das trifft auch auf den Leipziger Verleger Joachim Jahns zu, der sich mit dem Dingsda-Verlag für ostdeutsche Literatur engagiert. Welche Risiken sich damit verbanden, zeigte sich




„Das linke Dresden“: Eine herbe Enttäuschung

von Ralf Richter Im letzten Jahr kam es zu einer Staffelstabübergabe: Hans-Peter Lühr, der langjährige Redakteur der Dresdner Hefte, die vom Dresdner Geschichtsverein e.V herausgegeben werden, übertrug seine Aufgabe auf den aus Coburg stammenden Historiker Justus H. Ulbricht. Dessen Spezialgebiet ist eigentlich die „Völkische Bewegung“: Er hat 1996 gemeinsam mit Uwe Schmitz und Uwe von




Der Erste Weltkrieg – Deutungen und Haltungen

von Prof. Dr. Kurt Schneider Der Erste Weltkrieg ist seit Jahrzehnten ein Schlüsselthema der Weltgeschichtsschreibung. Allein die anlässlich des 100. Jahrestages seines Beginns 1914 dazu erschienende internationale Literatur ist schier unübersehbar. Damit ist die von den Herausgebern des vorliegenden Sammelbandes, dessen Titel Eric Hobsbawms „Das Zeitalter der Extreme“ (1995) entstammt, gestellte Frage: „Warum noch ein




Das Beste vom Herrn Wollenberg

von Reinhard Ständer Es gibt bedeutende Künstler, die kaum jemand kennt – „dank“ unserer Medien, die dem Mainstream zuliebe immer mehr große Kunst ignorieren und nur senden bzw. drucken, was angeblich massentauglich ist. Zu diesen Künstlern gehört seit Jahrzehnten der Folk- und Chanson-Poet Jens-Paul Wollenberg, ein Wahl-Leipziger, von dem kürzlich das Doppelalbum „Die Loewenzahnjahre 1990




Ein Buch, das die Jahrhunderte überdauert

von Manfred Neuhaus Die Lektüre des Marxschen „Kapital“ war allezeit eine enorme intellektuelle Herausforderung. Wer die Quellen befragt und sich weder von Wunschvorstellungen noch von hagiographischen Deutungen blenden lässt, wird unmittelbar nach dem Erscheinen des vielgerühmten Werkes selbst in den Führungszirkeln der sozialdemokratischen Emanzipationsbewegung nur wenige Personen finden, die neben den intellektuellen Voraussetzungen auch den




„Jetzt reden wir weiter – Die Kombinatsdirektoren“

von Ralf Richter Die Autorin Katrin Rohnstock verfolgt ein interessantes Geschäftsmodell: Sie ist Geschäftsführerin des Unternehmens Rohnstock Biografien und konzentriert sich dabei ganz – der Name sagt es – auf das Schreiben von Biografien. Seit 2012 hat sie den Fokus auf DDR-Wirtschaftsgeschichte gelegt. Mit ihrem aktuellen Buch kann man als Leser glücklich und unglücklich zugleich




Ein Weltbestseller wird gedruckt

Vor 150 Jahren wurde erschien erstmals der erste Band von Karl Marx‘ „Das Kapital“ in gedruckter Fassung. Es ist zweifelsohne das Hauptwerk im Schaffen von Marx und fasst nach Jahrzehnten ökonomischer Studien, akribischer Studien und diversen Vorarbeiten dessen Analyse und Kritik der kapitalistischen Gesellschaft zusammen. Kaum ein Werk dürfte so weitreichende Wirkungen in der Arbeiterbewegung