Zu Rekordsommer und Klimawandel

Von Joachim Loos

Das Jahr 2018 wird uns lange in Erinnerung bleiben. Es war heiß und trocken. Es war der Anlass für mehrere Sendungen im Fernsehen, on Talkshows und Artikeln in der Presse zum Thema Wetter und Klima. Die Klimaexperten erklärten uns, weitgehend übereinstimmend, dass es sich um die von den Menschen verursachte Erderwärmung, d. h. einen menschgemachten Klimawandel handelt.

Diese viel- und nichtssagende Feststellung wirft viele Fragen auf. Sind alle Menschen in Deutschland gleichermaßen beteiligt? Sind wir alle Opfer und Täter? Sind die Menschen auf allen Erdteilen gleichermaßen am Klimawandel verantwortlich? An diesen Fragen redeten die Beteiligten vorbei.

Sicher, der Treibhausgasausstoß muss reduziert werden, um einen Temperaturanstieg um zwei Grad Celcius zu vermeiden. Dafür müssen die Politiker und Wirtschaftskapitäne durchgreifende, aufeinander abgestimmte Konzepte entwickeln und Maßnahmenpakete umgesetzt werden. Das bisher eingeleitete reicht nicht, denn die gesteckten Reduktionsziele für den CO2-Ausstoß reichen bei weiten nicht. Es müssen die Industrie, Landwirtschaft, Verkehr und Wohnen angegangen werden. Appelle an den freiwilligen Verzicht auf Annehmlichkeiten des Lebens sind weiter nötig – allein bringen sie wenig. Von den Parteien kann man auch nichts erwarten, denn die Ankündigungen zu höheren Preisen und Verzichtsaufforderungen werden mit Wählerstimmenentzug beantwortet.

Aussichtsreich und relativ schnell umsetzbar wäre die Streichung von Subventionen für die CO2-Schleudern und gerechte ökologische Steuern. Das Verursacherprinzip muss gelten.

Die Zukunft ist beunruhigend. Erstens: Mit Abschalten der Atom- und Braunkohlenkraftwerken, d. h. dem Übergang zu „Erneuerbaren“ (Energie kann man nicht erneuern) wird unsere Stromerzeugung von Tageszeit und Wetter abhängig sein. Ob Stromspeicher bis dahin in ausreichender Kapazität zur Verfügung stehen, ist fraglich. Die Versorgungssicherheit mit Strom muss ganz oben stehen.

Zweitens: Der Bevölkerungszuwachs auf der Erde und der hohe Anteil von in ärmlichen Verhältnissen lebenden Menschen ist sehr hoch. Auch sie sollen wohnen, arbeiten und sich fortbewegen. Steht dazu zukünftig genügend Energie zur Verfügung?

Drittens: Die in 10-12 km Höhe fliegenden Fracht- und Passagierflugzeuge stoßen sehr große Mengen CO2 aus. Ein Austausch mit Pflanzen auf der Erde mittels Photosynthese findet kaum statt. Die Prognose der Luftverkehrsunternehmen lautet, Verdoppelung des weltweiten Flugverkehrs bis 2030. Der Verbrauch an Kerosin, natürlich ohne Ökosteuer und Mehrwertsteuer, lag 2016 laut der BBC in den USA allein bei 240 Millionen Liter pro Tag! Wozu sind die Mächtigen der Erde, d. h. G 20 in der Lage, um globale Probleme zu lösen? Zählt nur Rendite?

Viertens: Die Umweltschäden bei Kriegen zwischen den Menschen auf dem einzigartigen blauen Planet sind enorm. Menschenopfer sind offenbar zweitrangig und eingeplant. Bei radikalem Zurückfahren der Waffenproduktion, Truppenübungen und Aktivitäten an den Grenzen der Staaten könnte ein bedeutender Beitrag zur Verringerung der weltweiten Treibhausgasemissionen geleistet werden. Völlig pervers ist die Zustimmung von Politikern zur Erhöhung der „Verteidigungsausgaben“ der NATO.