Strom-Prepayment-Zähler in der Praxis

Von Jens Hentschel-Thöricht

Im Frühjahr 2018 besuchten Marco Böhme, energiepolitischer Sprecher der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, Kreisrätin Bärbel Heym, Stadträtin Uta Knebel mit Mitarbeitern der sächsischen Abgeordneten im Bundes- und Landtag die Stadtwerke Riesa. Die Mitarbeiter der sächsischen Abgeordneten der LINKEN im Deutschen Bundestag hatten die Initiative für ein Fachgespräch vor Ort, da gerade in den kalten Wintermonaten das Thema „Stromsperren“ und vor allem die damit verbundenen Kosten ein Thema linker Sozialpolitik sind. Wie kann den Betroffenen effektiv geholfen werden, welche politischen Initiativen sollte DIE LINKE ergreifen?

Die Stadtwerke Riesa bieten ihren Kunden einen sogenannten Strom-Prepayment-Zähler an. Der Kunde kann nur den Strom verbrauchen, für den er auch entsprechendes Guthaben auf das Gerät geladen hat. Der Vorteil für den Kunden: Das teure Sperren und Entsperren des Stromzählers fällt weg, da der Kunde per Chipschlüssel jederzeit Guthaben auf das Gerät aufladen kann. Das Gerät schaltet sich nicht am Wochenende, an Feiertagen oder außerhalb der Öffnungszeiten des Kundencenters der Stadtwerke ab. Somit kann der aufgrund fehlenden Guthabens stromlose Kunde jederzeit einen Ansprechpartner erreichen, um Lösungen zu finden. Und dies ohne auf ihn umgelegte Mehrkosten.

Das Unternehmen andererseits profitiert von der Kundenbindung und von Einsparungen im Mahnwesen. Auch sinkt die Gefahr, uneinbringliche Forderungen aufgrund von Insolvenzen ausbuchen zu müssen. Ein Prepayment-Zähler kann also Kunden des regionalen Stromanbieters vor hohen Kosten beim Sperren und Entsperren von Stromanschlüssen schützen. Eine Zwischenlösung. Lasst uns darüber diskutieren, ob wir als LINKE diese Idee flächendeckend fordern sollten oder ob dies unserer Vision einer sozialistischen Gesellschaft widerspricht.