„Die Wölfe sind zurück“

Von René Lindenau

Kunst ist im besten Sinne nicht nur Genussmittel, sondern auch Mittel zum Zweck; sie soll Denkprozesse in Gang setzen, auf gesellschaftliche Missstände und Gefahren hinzuweisen sowie für deren Beseitigung zu mobilisieren.

Davon lässt sich offenbar der Künstler Rainer Opolka in seinem Engagement gegen Rechtsextremismus leiten. Schon 2014 wurden er und sein Bruder dafür vom Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden“ mit dem „Preis für Zivil Courage“ ausgezeichnet. Wie nötig Zivilcourage und Gesichtzeigen sind, das demonstrieren in den letzten Jahren PEGIDA auf den Straßen und eine rechtsradikale (Landgericht Gießen, Az. 3O/518) AfD in den Parlamenten.

Eine deutsche Himmelfahrt genügt doch. Die Opolkas haben das erkannt und erheben ihre Stimme für ein friedliches, demokratisches, weltoffenes, buntes Deutschland – frei von jeglichen Hasspredigern und daraus resultierender Gewalt. Mit den Mitteln der Kunst, in Form einer beeindruckenden und nachdenklich stimmenden Kunstinstallation „Die Wölfe sind zurück“ wird dem Betrachter diese Botschaft vermittelt. In Potsdam ,Dresden und in anderen Städten waren die Wölfe schon zu sehen. An zwei Tagen, am 17. und 18. Oktober, konnten nunmehr die Cottbuser diese zurückgekehrten Wölfe selbst in Augenschein nehmen.

Aufgegriffen wird in der Installation die zentrale Geste der Nazi Zeit, der Hitlergruß. Der Installateur verbindet dies mit der Frage: Ist der Hitlergruß heute wieder modern? Die Bronzewölfe mit so bezeichnenden Namen wie Blind Soldier, Mitläufer, NSU-Mann, Blinder Hasser und Anführer stehen für den zwölf Jahre dauernden Ungeist, der sich heute anschickt, erneut zurückzukehren. Oder ist er schon mitten unter uns?

Diese Wölfe sind Mahnung, was schon einmal war und sie sind Warnung davor, was passieren könnte, wenn sie weiter gefüttert werden. Zwei seiner Wölfe zeigen den Hitlergruß. Noch sind sie an der Leine. Deshalb die Worte von R. Opalka zum Schluss einer Erklärung: „Nur gemeinsam können wir unser Land und Cottbus besser gestalten. Dazu brauchen wir weder rechtsradikale Ideologen noch einen von außen organisierten Wanderzirkus wie ,Zukunft Heimat‘, sondern die Institutionen der Demokratie“.